Worum es bei den drohenden Angriffen auf den Irak in Wirklichkeit geht Krieg ums Öl

Auf einen heißen Krieg gegen Saddam wird im Irak ein kalter folgen: Der Kampf um ein Gebiet, in dem die zweitgrößten Öl-Reserven der Welt lagern.

Im Nachkriegsirak könnte Washington seine militärische Macht direkt in eine ökonomische ummünzen und nichtamerikanische Energiekonzerne auf Grund früherer Kontakte zu Saddam aussperren. So würden US-Firmen ungehindert Zugang zu irakischem Öl bekomen. Die durch das Ölembargo auf derzeit eine halbe Million Barrel zurückgefahrene Fördermenge würde vermutlich rasch ansteigen - sechs oder sieben Millionen Barrel pro Tag wären dann im Rahmen des Möglichen. Die Folge: Der Ölpreis würde sinken, was die anderen ölproduzierenden Länder der Region massiv unter Druck setzen würde.

Edward Nell und Willi Semmler, Ökonomen an der New School University in New York, glauben, dass es dann "eine regionale Union unter US-Protektion" gibt, in der sich zumindest der Südirak, Kuwait und die kleineren Golfstaaten zusammenschließen. Bei einer stabilen irakischen Regierung wäre diese Konföderation ein interessanter Verbündeter des Westens und ein wichtiger Puffer für den Fall, dass sich in Saudi-Arabien antiwestliche Kräfte durchsetzen. Denn dann besäße der Westen immer noch rund ein Drittel der Weltölvorräte und wäre unabhängig von saudischem, aber auch von russischem Öl.


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