Verarmte Promis "Ich war mal Millionär"

Helmut Becker galt einst als der "Autokönig von Düsseldorf", mehrere Millionen schwer und schillernder Gastgeber von Society-Events in Monaco, Sylt und auf der Kö.: Dann kam der Absturz bis auf Hartz-IV-Niveau. Ein Schicksal, das er mit anderen Promis teilt.


Helmut Becker galt einst als der "Autokönig von Düsseldorf", mehrere Millionen schwer und schillernder Gastgeber von Society-Events in Monaco, Sylt und auf der Kö. Ein spätes Wirtschaftswunderkind der zweiten Generation - die ersten Millionen hatte der Vater gemacht, der einen für die Bundesrepublik einzigartigen Autohandel aufbaute.

Das Autohaus Becker vertrieb unter einem Dach 18 verschiedene Automarken - darunter auch Rolls Royce, Jaguar und Ferrari. Der Sohn erfand zum Luxusautohandel das Event-Marketing dazu. Seither wurden Maserati standesgemäß in Monte Carlo präsentiert und neue Bentleys in angemieteten Privatschlössern.

Jahrelang ging das mehr als gut. Beckers Autohaus dürfte das einzige in Deutschland mit über 17.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche gewesen sein. Der Chef trug standesgemäße Zweireiher und fuhr stets den neuesten Ferrari. Das Autohaus erwirtschaftete dreistellige Millionenumsätze.

Dann kam das Jahr 1997 und damit der Abstieg. Der Absatz bei den herkömmlichen Marken ging rapide in den Keller. Hinzu kamen - wie so oft in solchen Fällen - fatale Fehlentscheidungen des Chefs persönlich. Fazit: 2002 musste Becker Insolvenz anmelden und hatte zwölf Millionen Euro Schulden.

Es folgen Jahre, in denen der einstige Multimillionär in einer Ein-Zimmer-Wohnung in München mit einem Monatsbudget auf Hartz-IV-Niveau lebte und ausschließlich Fahrrad fuhr. "Daran hätte ich auch zerbrechen können", sagt er heute. Nachts plagten ihn die immer gleichen Albträume, in wenigen Monaten futterte er sich 30 Kilo Kummerspeck an.

Inzwischen versucht Becker sich wieder als Berater von Autohändlern und träumt von einem völlig neuartigen Autohaus. Schulden hat er noch immer, aber die schlimmste Zeit liegt hinter ihm. Erstaunlich offen erzählt er im Interview über das, was er "seinen persönlichen Ground Zero" nennt - die Zeit nach dem Jahrzehnte währenden Höhenflug, über die Beckersche Stunde Null ohne die zuvor lebensnotwendigen Insignien des Luxus.



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