Stellenvermittlung Arbeit, nein danke

Waldarbeiter, Melker, Köche – die Bundesagentur für Arbeit meldet 825.000 offene Stellen. Doch manche Jobs sind alles andere als heiß umworben: Trotz vier Millionen Arbeitsloser schieben Stellensuchende Ausreden vor. Jetzt sollen Privatfirmen in die Vermittlung einbezogen werden.

Hamburg - Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will SPIEGEL-Informationen zufolge verstärkt private Anbieter mit der Vermittlung von Arbeitslosen betrauen. Ein entsprechendes Modell solle im kommenden Jahr in sechs Agenturen erprobt werden, heißt es in einem Vorstandspapier für den BA-Verwaltungsrat. Danach sollen Kontingente von bis zu 1000 Arbeitslosen für mindestens sechs Monate in die Obhut privater Beschäftigungsagenturen überstellt werden.

Diese sollen sie dann gegen eine Erfolgsgebühr auf dem ersten Arbeitsmarkt unterbringen. Von dem Konzept verspreche sich die BA laut Papier eine intensivere Betreuung von Arbeitslosen mit "mittleren bis schweren Integrationshemmnissen" Das Programm lehne sich an ein entsprechendes Modell in Großbritannien an.

Doch nicht jeder Vermittlungsversuch ist erfolgreich. Manche vermeintlich Jobsuchenden blocken ab, wenn es um Arbeit geht, wie SPIEGEL TV herausfand. Ein typischer Dialog vor dem Arbeitsamt Gummersbach: "Würden Sie als Melker arbeiten?" "Sofort, kein Problem. Wo denn?" "Der Job ist 30 Kilometer entfernt." "Nein danke, das ist mir zu weit." Ausreden statt Engagement, die Bundesagentur für Arbeit beklagt trotz der noch immer hohen Arbeitslosenzahlen in vielen Branchen Vermittlungsschwierigkeiten.

Selbst Langzeitarbeitslose weigern sich oft, die offenen Stellen zu besetzen: Warum nicht zusammenkommt, was zusammengehört - mehr dazu im SPIEGEL TV-Magazin, heute Abend um 23 Uhr, RTL.