FKK in Ost und West Die nackte Wahrheit

Acht Millionen Deutsche fühlen sich erst dann wirklich frei, wenn sie sich nackt in frischer Luft bewegen können: FKK-Anhänger. Doch die Nackt-Reservate werden langsam knapp.

Im Englischen Garten in München oder auch an den Küsten Ostdeutschlands geraten die Nackerten immer mehr in die Defensive. Dabei hat die Freikörperkultur besonders auf dem Gebiet der ehemaligen DDR eine lange Tradition. Die Nudisten im Osten mussten sich anfangs als Betriebssportgruppe tarnen, um dem Zorn der Genossen zu entgehen. Gegen Ende der Deutschen Demokratischen Republik hatten sich die Nacktbader weitgehend durchgesetzt. Was Ulbricht und Co. nicht fertig brachten, schaffen jetzt textiltragende Touristen aus dem Westen: die Nacktbadeabschnitte werden gekürzt. Sehr zum Ärger der Nudisten.


Dem zunehmenden Verdrängungsdruck in Ost und West stellen sich die Mitglieder der bundesdeutschen Wald-FKK-Bewegung entgegen. Hüllenlos präsentieren sie sich am Rande der Legalität auf Straßen, Plätzen und Waldwegen. Ihr Ziel: Nacktheit als Bürgerrecht. Ihr Pech: Nicht immer drückt die Polizei ein Auge zu. Wer erwischt wird, muss sich wieder anziehen oder ein Bußgeld entrichten. Die Nackten auf der "Ponderosa" haben es da besser. Unbehelligt von Ordnungshütern dürfen sie sogar ihr FKK-Vereinsheim auf einer Insel im Rhein nackt renovieren.