Entscheidung mit zehn Was Viertklässler über die Schule denken

Der Pisa-Sieger Bayern hat das umstrittenste Schulsystem Europas. Nirgendwo sonst sind Zukunftschancen so früh zementiert und geraten bereits Zehnjährige aufs Abstellgleis. In der vierten Klasse der Grundschule wird festgelegt, wohin die Bildungsreise geht.

Sie haben es geschafft: Nur mit einem guten Versetzungszeugnis steht Viertklässlern der Weg in weiterführende Schulen offen
dapd

Sie haben es geschafft: Nur mit einem guten Versetzungszeugnis steht Viertklässlern der Weg in weiterführende Schulen offen

Sendetermin: Montag, 09.05.2011, 23.00 - 23.30 Uhr, Sat.1

Ohne Mitsprache der Eltern entscheidet allein der Notendurchschnitt am Ende des Jahres darüber, welche weiterführende Schule das Kind besuchen darf. Der Druck auf die Kinder ist enorm. Alle wollen auf das Gymnasium oder wenigstens die Realschule, die Hauptschule gilt als Hort der "Loser". Doch nur 60 Prozent schaffen die Schule ihrer Träume. Nicht selten fließen Tränen wegen Dreiern im Diktat, entsteht Bauchweh aus Angst zu versagen, drohen Eltern Lehrern mit dem Rechtsanwalt. Rund 125.000 bayrischen Schülern steht jetzt wieder das Übertrittszeugnis ins Haus, im Volksmund heißt es längst das Grundschulabitur.

SPIEGEL-TV-Reporterin Utta Seidenspinner beobachtete neun Monate lang eine vierte Klasse zwischen Bangen und Hoffen, sprach mit Lehrern, Eltern und vor allem den Kindern selbst. Fazit: Die Zehnjährigen haben längst begriffen, dass hier eine Auswahl fürs Leben getroffen wird.



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