Videospezial Zwangserkrankungen "Ich kann nicht anders!"

Der Zwang hat sie fest im Griff. Er treibt die Betroffenen zu immer gleichen Ritualen. Sie kontrollieren unentwegt Türschlösser, Bügeleisen und Herdplatten, andere duschen und putzen mehrere Stunden täglich - aus Angst vor gefährlichen Keimen.
Videospezial Zwangserkrankungen: "Ich kann nicht anders!"

Videospezial Zwangserkrankungen: "Ich kann nicht anders!"

Foto: SPIEGEL TV

Stefan leidet seit seiner Kindheit an starken Tics. Sie äußern sich vor allem durch unkontrollierte Bewegungen der Beine und des Kopfes. Jahrelang war der Frührentner deswegen verzweifelt und deprimiert – bis er die Musik als Medizin gegen das Tourette-Syndrom entdeckte. Nach ersten zaghaften Versuchen in Karaoke-Bars beschloss er, Gesangsunterricht zu nehmen und wagte sogar den großen Schritt: Er bewarb sich bei einer Castingshow.


Mehr als 40.000 Deutsche haben das Tourette-Syndrom. Ihre Interessen vertritt die Tourette-Gesellschaft, die sich neben der Öffentlichkeitsarbeit vor allem der Selbsthilfe widmet. Obwohl die Erkrankung mittlerweile allgemein bekannt ist, stoßen Betroffene in der Öffentlichkeit immer wieder auf Unverständnis.


Seit mehr als zehn Jahren bestimmen Zwänge Torstens Alltag. Was mit vermeintlichen Marotten begann, hat sich zu einem ausgeprägten Kontroll- und Ordnungszwang entwickelt. Weil er keine Fehler machen will, kontrolliert der 34-Jährige jeden seiner Schritte. Auch beim Einkaufen im Supermarkt.


Franziska leidet an Trichotillomanie, einer psychischen Störung, die überwiegend bei jungen Frauen auftritt. Die Betroffenen reißen sich zwanghaft ihr Kopfhaar aus. Eine alleinige Ursache gibt es nicht. Psychologische, soziale und auch neurobiologische Faktoren spielen eine Rolle. Wie bei einer Sucht sorgt das Haareausreißen für eine kurze Entspannung.





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