Gefiederte Spitzenathleten Brieftauben im Einsatz

Es ist noch immer ein Rätsel, wie Brieftauben über Hunderte von Kilometern den Weg zum heimischen Schlag finden. Warum sie zurückkehren, ist allerdings klar: Es ist der feste Wille, den Partner im Nest wieder zu treffen.

Tauben kehren von ihren Flügen ins Nest heim, um den gefiederten Partner wiederzusehen
DPA

Tauben kehren von ihren Flügen ins Nest heim, um den gefiederten Partner wiederzusehen

Sendetermin: Montag, 06.05.2013, 23.00 - 23.30 Uhr, Sat.1

Jedes Frühjahr feiert Manfred Wöhrmann in seinem Schlag Taubenhochzeit. Dann paart der Züchter seine Reisemannschaft, die, vom Fortpflanzungstrieb gesteuert, gute Rennen liefern soll. Doch nach dem harten Winter ist ein Vogel erkrankt. Das Männchen mit der Ringnummer 512 hat Durchfall. Der Taubenvater bringt das kranke Tier in die Taubenklinik nach Essen. Das Krankenhaus für fliegendes Federvieh hat es unter den Brieftaubenzüchtern zu Weltruhm gebracht.

Die Geflügel-Experten führen hier Endoskopien, OPs und Obduktionen durch. Die Tiere können sogar stationär aufgenommen werden. Auch der "Jogi Löw der Brieftauben" bringt seine Brut regelmäßig in die Klinik. Peter Janssen, wie er im richtigen Leben heißt, beschäftigt einen eigenen Schlagpfleger, der automatische Kotbänder bedient und den fliegenden Spitzensportlern Bäder mit Salz aus dem Toten Meer bereitet. Die Zuchtstätte verfügt auch über eine Absauganlage für verschmutzte Luft, damit die Tauben frei atmen können. Doch die große Angst, die teuren Tauben zu verlieren, schwebt immer über dem Schlag: In Gestalt des Greifvogels, der unter Naturschutz steht und nur mit unkonventionellen Waffen bekämpft werden kann.

Diese Angst beschäftigt auch Holger von der Becke, der sich besonders intensiv um eine Taube kümmert, die er nur "Die Schwarze" nennt. Sie nimmt kein Männchen mehr an, seit ihr Taubenherr regelmäßig mit ihr schmust. Für ihn hat sie sogar schon ein Ei gelegt. Auch Klaus Stieneker hat eine Lieblingstaube. "Aische" darf sogar mit ins Büro. Dort tanzt sie auf der Computertastatur, während Flugleiter Stieneker das Wetter recherchiert.

SPIEGEL-TV-Autorin Christina Pohl hat es trotzdem geschafft, den ersten Preisflug dieser Saison mit einem Kamerateam zu begleiten. Fünftausend Tauben suchen nach dem Auflass ihren Heimatschlag, in freudiger Erwartung.



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