Einsatz in Ostfriesland Mit der Dorfpolizei unterwegs

Ehekrach, streitende Nachbarn und diebische Elstern - auch auf dem Land ist die Welt längst nicht mehr in Ordnung. Deswegen hat Dorfpolizist Joachim Albers jede Menge zu tun. Ohne fortgeschrittene Plattdeutschkenntnisse läuft im Holtriemer Land gar nichts - das gilt auch für Ordnungshüter.



Oberkommissar Joachim Albers steht bei minus fünf Grad im Garten und lauscht. Dann endlich zerreißt der schrille Signalton eines Metalldetektors die ostfriesische Stille. Irgendwo auf dem Grundstück soll Familie S. vor 15 Jahren illegal ein Auto vergraben haben. Nun durchpflügen Angestellte der Gemeinde mit Spitzhacke und Spaten den gefrorenen Boden - unter polizeilicher Aufsicht.

Seit 18 Jahren arbeitet Joachim Albers als Polizist in Holtriem. Hier, in der Samtgemeinde an der ostfriesischen Küste, ist der 40-Jährige aufgewachsen, zur Schule gegangen, hier hat er auch geheiratet. Im Erdgeschoss seines Einfamilienhaus befindet sich die örtliche Polizeidienststelle. Fast jeden der knapp 9000 Einwohner kennt er persönlich, mit den meisten ist er per Du. Gesprochen wird in der Regel Platt. Nur wer die Sprache beherrsche, so Albers, könne auf dem Land als Ordnungshüter bestehen.

Fünf Wochen lang hat SPIEGEL TV-Autor Markus Grün den Dorfpolizisten auf seinem ostfriesischen Außenposten beobachtet, war dabei, als Albers einen Bekannten ins Gefängnis bringen musste, Ehestreitigkeiten schlichtete, Betrüger überführte, Einbrecher verfolgte und in zahlreichen Nachbarschaftsstreitigkeiten vermittelte.


TOUR DE PINNEBERG

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