Angeklagt im Nürnberger Prozess Albert Speer und Julius Streicher

Mit der Verkündung der Urteile am 30. September und 1. Oktober 1946 geht der Hauptkriegsverbrecherprozess vor dem Internationalen Gerichtshof in Nürnberg zu Ende. Zwei der ursprünglich 24 Angeklagten sind der "Architekt des Führers", Albert Speer, und der Herausgeber des Hetzblattes "Der Stürmer", Julius Streicher.

Sendetermin: Samstag, 30.04.2005, 21.55 Uhr, VOX


Albert Speer (3.v.r.), wahrscheinlich auf dem Versuchsgelände "Deutsches Stadion" in Nürnberg. Das Projekt wurde nie realisiert. Weitere Personen nicht identifiziert.
DER SPIEGEL

Albert Speer (3.v.r.), wahrscheinlich auf dem Versuchsgelände "Deutsches Stadion" in Nürnberg. Das Projekt wurde nie realisiert. Weitere Personen nicht identifiziert.

Mythos Speer

Albert Speer gilt vielen als der "gute Nazi". In Nürnberg zu zwanzig Jahren Haft verurteilt, hatte er als einzige Führungspersönlichkeit Verantwortung für die Verbrechen des Dritten Reiches übernommen. Doch bis heute ist umstritten, ob Speer tatsächlich moralische Schuld empfand oder nur die Rolle des Schuldbewussten spielte, um so seine eigene Mittäterschaft zu verdecken. In Interviews gab sich der ältere Herr gerne reumütig. Die Erinnerungsbücher des einstigen Lieblingsarchitekten und Rüstungsministers Adolf Hitlers waren weltweit Bestseller. In einer Biografie hat der Historiker Joachim Fest das "Rätsel Speer" zu ergründen versucht und ist zu vielen neuen Einsichten gekommen.

Julius Streicher: Sohn eines Volksschullehrers, Herausgeber des antisemitischen "Stürmer", vermehrte seinen Privatbesitz durch die Enteignung jüdischer Bürger
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Julius Streicher: Sohn eines Volksschullehrers, Herausgeber des antisemitischen "Stürmer", vermehrte seinen Privatbesitz durch die Enteignung jüdischer Bürger

Der Judenhetzer - Julius Streicher und der "Stürmer"

Selbst hohe Naziführer wie Joseph Goebbels und Hermann Göring hatten für diesen Parteigenossen fast nur Verachtung übrig, und doch war er eine der einflussreichsten Gestalten im Dritten Reich: Julius Streicher, als Herausgeber der antisemitischen Wochenschrift "Der Stürmer" verantwortlich für die schlimmste Hetzpropaganda und berüchtigt für sein korruptes und gewalttätiges Regime als Gauleiter von Franken. Den Alliierten galt er als Symbol für den nationalsozialistischen Judenhass. 1946 wurde er in Nürnberg zum Tode verurteilt und hingerichtet. SPIEGEL TV-Autor Michael Kloft hat sich auf die Spuren von Julius Streicher begeben und die wahre Bedeutung des Hetzblattes "Der Stürmer" untersucht.

Mit seltenen Filmaufnahmen, Fotos und Dokumenten sind beeindruckende Porträts zweier der interessantesten und widersprüchlichsten Persönlichkeiten deutscher Nazi-Geschichte entstanden.



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