Das ungebändigte Inferno Chronik der schwersten Hotelbrände seit 1970


Nach dem Brand im Royal Jomtien Hotel in Pattaya, 11. Juli 1997
AP

Nach dem Brand im Royal Jomtien Hotel in Pattaya, 11. Juli 1997

07. Oktober 1972

: Mit dem Hotel Gräfinburg brennt eines der ältesten Gebäude in der Innenstadt von Traben-Trarbach aus. Acht Tote sind zu beklagen.

20. Mai 1974: In Celle brennt das über 400 Jahre alte Fachwerkhaus Hotel Borches ab. Fünf Menschen kommen ums Leben.

September 1979: Ein Feuer bricht im Hotel Haus Luckner auf der Nordseeinsel Amrum aus - sechs Personen sterben in den Flammen.

30. August 1981: In Ebermannstadt (Franken) verbrennen acht Menschen bei einem Feuer im Hotel Zur Sonne. Ein Kabelbrand wurde ihnen zum Verhängnis.

27. Dezember 1986: Im Hotel am Rießersee in Garmisch-Partenkirchen ereignet sich auf Grund eines Defekts in einer Zuleitung zu einem Flüssiggastank eine schwere Explosion. Zehn Menschen sterben. Ermittlungen erhärten den Verdacht auf Brandstiftung. Die örtliche Polizei bestätigt, rund zwei Stunden vor Ausbruch des Feuers eine Bombendrohung erhalten zu haben und verdächtigt eine Hotelgewerkschaft. Diese weist den Verdacht jedoch von sich.

16. Dezember 1989: Ein Betrunkener verursacht mit einer Zigarette einen Brand im Berliner Hotel Central - acht Tote.

02. Juli 1993: Bei einem Hotelbrand in der osttürkischen Provinzhauptstadt Van werden zehn Menschen getötet und 27 weitere verletzt. Es gibt Hinweise auf Brandstiftung. In dem Hotel sollen Frauen aus den Ex-Sowjetrepubliken der Prostitution nachgegangen sein.

24. November 1994: Explosion nach einem Kurzschluss im Verler Cordtokrax - drei Menschen kommen ums Leben.

Fluchtweg verstellt: 151 Tote beim Feuer im Klub "Ozone" in Manila
DPA

Fluchtweg verstellt: 151 Tote beim Feuer im Klub "Ozone" in Manila

08. Dezember 1994: Im Freundschaftskino in Karmay in der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang werden 325 Menschen bei einem Brand getötet. Die meisten der Opfer sind Kinder. Insgesamt 19 Personen werden von den Behörden für den Brand verantwortlich gemacht und festgenommen oder strafversetzt.

19. März 1996: Bei einem Feuer im Klub "Ozone" in Manila kommen 151 junge Leute ums Leben. Die für nur 50 Personen zugelassene Diskothek war mit 300 Besuchern vollkommen überfüllt. Der einzige Fluchtweg sei mit Flaschen verstellt gewesen, berichteten Überlebende.

17. Juli 1996: Bei einem Hotelbrand in der südchinesischen Sonderwirtschaftszone Shenzhen kommen 29 Menschen ums Leben. Dreizehn Insassen werden verletzt. Nach Angaben der Behörden brach das Feuer in einem Restaurant im zweiten Stock des Touristenhotels Duanxi aus.

21. August 1996: Vier Menschen sterben bei einem - angeblich aus Liebeskummer gelegten - Hotelbrand in Mittelfrankreich. Eine 26-Jährige gestand kurz nach der Tat, sie habe sich an einem Bewohner rächen wollen, der sie verlassen habe. Die Frau und ein 27-jähriger Komplize wurden festgenommen. Sie hatten einen Papierkorb in der Eingangshalle des Hotels in Clermont-Ferrand angezündet.

17. November 1996: Bei einem Hotelbrand kommen in Istanbul 17 Menschen ums Leben. Mehr als 40 werden teilweise schwer verletzt. Als Brandursache vermuten Feuerwehrexperten undichte Gasleitungen in dem Gebäude, das sich im Touristenzentrum Laleli nahe dem geschlossenen Basar befindet.

25. November 1996: Drei Menschen kommen bei einem Hotelbrand im New Yorker Stadtteil Harlem ums Leben. Wenigstens 30 weitere Bewohner des als Obdachlosenasyl genutzten Hotels erleiden Verletzungen. Das Feuer bricht noch vor Morgengrauen im vierten Stock des sechsstöckigen Gebäudes aus und breitet sich in Windeseile aus. Die Feuerwehr ist bereits zwei Minuten nach dem Notruf an der Brandstelle und evakuiert mehr als 100 Bewohner.

SPIEGEL TV
27. Januar 1997: Bei einem Hotelfeuer in einem Vorort von Denver (US-Staat Colorado) kommen fünf Menschen ums Leben. Etwa hundert Hotelgäste können sich in Sicherheit bringen. Einige Gäste berichten von einer Explosion kurz bevor die Flammen entdeckt wurden.

29. Januar 1997: 39 Tote und rund 100 Verletzte sind bei einem Hotelbrand in Changsha/ Zentralchina zu beklagen. Das Feuer brach in den frühen Morgenstunden in einem privaten Fischrestaurant im zweiten Stock des siebenstöckigen Gebäudes aus. Es breitete sich rasch über das ganze Hotel aus und überraschte die 170 Hotelgäste im Schlaf. Da die Fluchtwege versperrt waren, sprangen viele aus dem Fenster.

27. April 1997: Das Feuer in einem sechsstöckigen Hotel in der südphilippinischen Stadt Cotabato bricht in den oberen, weitgehend aus Holz gebauten Etagen aus. Vermutlicher Auslöser war laut Berichten der Feuerwehr ein Kurzschluß. Mindestens zwölf Verletzte, 28 Tote.

11. Juli 1997: Bei dem verheerenden Brand in einem Luxushotel in der thailändischen Touristenhochburg Pattaya kommen 91 Menschen ums Leben. Viele der Opfer waren bei dem Brand in ihren Hotelzimmern und auf den Fluren erstickt, weil die Notausgänge von der Hotelleitung aus Angst vor Zechprellern zugesperrt waren. Und damit nicht genug: Es hält sich das hartnäckige Gerücht, Feuerwehrleute und Sicherheitsbeamte hätten die Toten und Schwerverletzten ausgeraubt. Zudem hatten die Leitern der Feuerwehr nach Fernsehberichten nur bis in den siebten der 17 Stockwerke des Gebäudes gereicht.

10. Januar 1998: Bei einem Hotelbrand im Nordosten Chinas kommen 23 Menschen ums Leben. Das Feuer in dem sechsstöckigen Hotel in der Provinz Jilin wurde angeblich durch ein Kleidungsstück ausgelöst, das an einem Heizgerät gehangen habe.

03. Dezember 1998: Beim Brand eines Waisenhauses in der philippinischen Hauptstadt Manila kommen mindestens 27 Menschen in den Flammen ums Leben. 21 der Opfer sind Kinder, die anderen Betreuer und Angestellte. Sie werden im Schlaf von den Flammen überrascht. Sämtliche Fluchtwege erweisen sich als versperrt, Türen sind hermetisch verschlossen. Vermutlich war ein Kurzschluß in der völlig veralteten elektrischen Anlage die Ursache der Katastrophe. Tragisch: Obwohl das Gebäude nur 500 Meter von der nächsten Feuerwache entfernt war, verging bis zum Eintreffen der Löschmannschaften angeblich fast eine Stunde.

Hotelbrand in Childers bei Brisbane
REUTERS

Hotelbrand in Childers bei Brisbane

07. April 2000: Durch ein Feuer in einem Hotel in China sterben 13 Menschen. Als Ursache vermutet man einen achtloser Raucher in einem Hotelzimmer. Das Feuer brach im zehnten Stock des Meilihua-Hotels in Dezhou in der ostchinesischen Provinz Shandong aus. Unter den Toten waren Hotelgäste, der Vizegeschäftsführer des Hotel eigenen Nachtklubs, drei Wachleute und eine Angestellte. Das zehnte Stockwerk des Hotels wurde völlig zerstört, während der Rest des Hotels unbeschadet blieb.

23. Juni 2000: 18 junge Rucksackreisende kommen durch die schlimmste Brandkatastrophe in Australien seit mehr als 30 Jahren ums Leben. Das Feuer ereignet sich im Palace Backpackers Hostel in dem kleinen Ort Childers, 250 Kilometer nördlich von Brisbane. Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben der Polizei um zehn Briten, drei Australier, zwei Niederländer und je einen Spanier, Koreaner und Japaner.

26. September 2000: Bei einem Hotelbrand im Hamburger Vergnügungsviertel St. Pauli kommt ein 50 Jahre alter Mann ums Leben. Neun Menschen können über Drehleitern aus den Flammen des Hotels am Hans-Albers-Platz gerettet werden. Verursacher des Brandes war nach ersten Ermittlungen der Polizei der umgekommene 50-jährige deutsche Hotelgast. Er habe vermutlich im Bett geraucht und sei dabei eingeschlafen.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.