Magersucht Wenn die Seele krank macht

Sie malträtieren ihren Körper durch extremes Hungern - manchmal bis zum Tod. Für die meisten Menschen ist Magersucht eines der großen Mysterien unserer Zeit. Ein Rätsel für die Schulmediziner und nicht zuletzt auch für die Betroffenen, die unter ihrem scheinbar irrationalen Verhalten selbst leiden.

Sendetermin: Freitag, 17.08.2007, 21.55 - 00.00 Uhr, VOX

Vor elf Jahren begleitete SPIEGEL TV magersüchtige Mädchen, die von ihren Ärzten in Deutschland und Australien aufgegeben worden waren, nach Kanada. Ihre Rettung war damals eine Klinik in Victoria, die eine Psychologin und Mutter von zwei ehemals magersüchtigen Töchtern ins Leben gerufen hatte.

"Anorexie folgt einer Logik": dies ist die Meinung von Peggy Claude-Pierre. Ihre These: ausgelöst durch ein überwältigendes inneres Gefühl der eigenen Wertlosigkeit, dem sogenannten Negativismussyndrom, meinen magersüchtige Patienten, dass sie das Leben und damit auch das Essen nicht verdienen. Deswegen wird den Mädchen jede Verantwortung für ihr Essen von den sogenannten "care-workern" abgenommen. Sie werden nicht eine Sekunde von den Experten allein gelassen, denn genau dann werden sie in der Regel von Angstschüben überwältigt. Abgerundet wird die Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch viel Zuneigung, die den Patienten ermöglicht, langsam Zutrauen zu gewinnen und Mut zu fassen. Ein erfolgreiches Konzept. Dennoch existiert die Montreux-Klinik inzwischen nicht mehr.

Charlotte war zu Beginn ihrer Therapie in Kanada 19 Jahre alt. Heute ist die 30-Jährige glücklich verheiratet und Mutter eines Sohnes. In Rückblicken dokumentiert SPIEGEL TV Thema, wie es der jungen Frau über die Jahre gelungen ist, ihr Leben und die Krankheit in den Griff zu bekommen.

Auch die 20-jährige Laura Janson, Tochter des Schauspielers Horst Janson, kämpfte monatelang gegen die Magersucht. Ihr Beispiel zeigt, wie schwierig eine Behandlung der tückischen Krankheit durch schulmedizinische Therapie in Deutschland ist.



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.