Architektur, Geschichte und Co. Welche Studienfächer besonders beliebt sind – und was man über sie wissen muss

Die Auswahl des Fachs ist für die meisten Studierenden die erste große, zukunftsweisende Entscheidung nach der Schule. Wie legt man sich fest? Wie haben das andere geschafft? Und wie sind die Jobaussichten?
Zusammengestellt von Katharina Hölter
Architektur gehört in Deutschland zu den beliebtesten Studienfächern

Architektur gehört in Deutschland zu den beliebtesten Studienfächern

Foto: Phynart Studio / Getty Images

Wenn man sich am Ende seiner Schullaufbahn befindet und nicht gerade ältere Geschwister oder Freund:innen hat, die regelmäßig von ihrem Studium erzählen, können die Abläufe an einer Hochschule ziemlich undurchschaubar wirken. Ist ein Studium überhaupt etwas für mich – und welches Fach passt zu mir? Wo kann ich nachlesen, welche Inhalte mich erwarten? Wie hoch wird das Lernpensum sein?

Um den Einstieg zu erleichtern, haben wir uns die 30 beliebtesten Studienfächer genauer angeschaut. In der Reihe »Studienfächer erklärt« beschreiben aktuelle und ehemalige Studierende, welche Zugangsvoraussetzungen es in ihrem Fach gibt, worauf es im Studium ankommt und was sie später damit anfangen wollen. Einen Überblick über die Plätze eins bis zehn gibt es hier; die Plätze 11 bis 20 haben wir hier vorgestellt; nun folgen die Plätze 21 bis 30.

21. Gesundheitswissenschaften/-management

Wer Gesundheitswissenschaften studiert, arbeitet später in Krankenhäusern, Gesundheitsämtern oder bei Krankenkassen, um etwa Kliniken zu managen oder Gesundheits-Apps zu entwickeln. Gina Sophie Labahn hat bereits während ihres Studiums als wissenschaftliche Hilfskraft an ihrer Uni gearbeitet und unter anderem zu digitalen Gesundheitsanwendungen geforscht. Hier erzählt sie, warum sie das Studium und einen solchen Nebenjob auch anderen empfehlen kann.

22. Architektur

Architekt:innen arbeiten nicht nur in Architekturbüros, sondern auch als Stadtplaner:innen oder bei Denkmalschutzämtern. Sie machen sich Gedanken darüber, wie Gebäude nachhaltiger werden oder man begrenzten Wohnraum besser nutzt. Im Studium belegen sie dafür Kurse wie Gebäudetechnologie, Grundlagen der Stadt- und Landschaftsplanung oder Planungsmethodik.

Christopher Ehlers hat Architektur an der Technischen Universität Dresden studiert und erzählt hier, warum es okay ist, nicht in der Regelstudienzeit fertig zu werden.

23. Geschichte

Wer Geschichtswissenschaften studiert, gestaltet später zum Beispiel Museen, arbeitet in Gedenkstätten oder in der Erwachsenenbildung. Im Studium herrscht ein hohes Lesepensum, berichtet Kai Rehbaum, der unter anderem Geschichte an der Universität Potsdam studiert hat. Seine Bachelorarbeit hat er über Sozialpolitik im Nationalsozialismus geschrieben, auch später möchte er weiter in der Forschung arbeiten.

24. Politikwissenschaft/Politologie

Politikwissenschaft hat den Ruf, ein trockenes, theorielastiges Studienfach zu sein. Ist das wirklich so? Jonas Wenzig hat Politikwissenschaft an der Universität Bamberg studiert und klärt auf, was dran ist an dem Gerücht. Außerdem erzählt er von seinem Job als studentischer Mitarbeiter an der Professur für empirische Politikwissenschaft. Er sagt: »Wer Politikwissenschaft studiert, lernt zu analysieren, zu abstrahieren und anhand von Theorien kausale Zusammenhänge herzustellen.«

25. Sozialwesen

Der Studienbereich Sozialwesen umfasst unterschiedliche Studiengänge. Das Statistische Bundesamt zählt dazu etwa einige aus den Bereichen Soziale Arbeit oder Sozialmanagement. Außerdem gibt es Schwerpunktstudiengänge wie Frühkindliche Bildung, Soziale Verwaltung oder Gerontologie, auch Alterswissenschaften genannt. Diesen Studiengang haben wir uns für unsere Übersicht genauer angeschaut.

Jelske Schimmelpenning hat Gerontologie an der Universität Vechta studiert. Sie ist sich sicher, dass Absolvent:innen ihres Fachs viele Türen offen stehen. Schließlich sind wegen des demografischen Wandels immer mehr alte Menschen auf Hilfe angewiesen.

26. Polizei/Verfassungsschutz

Wer eine Karriere bei der Polizei anstrebt, hat nicht nur die Möglichkeit, eine klassische Berufsausbildung dort zu absolvieren, sondern kann sich auch über ein Studium zum gehobenen Dienst (Bachelor) oder zum höheren Dienst (Master) qualifizieren. Inhalte und Ablauf können je nach Bundesland variieren. In Hamburg gibt es beispielsweise Fächer wie Kriminalistik, Kriminaltechnik, Strafverfahrensrecht, Straf- und Ordnungswidrigkeitenrecht, Verkehrsrecht, Psychologie, Soziologie und Kommunikation.

Mona Schmidt hat an der Akademie der Polizei in Hamburg studiert. Hier berichtet sie auch über ihr erstes Praktikum, über die Vielfältigkeit der Berufsfelder und warum sie später in einem festen Revier arbeiten möchte.

27. Volkswirtschaftslehre

Wer VWL studiert, kann später Politiker:innen, Parteien oder Verbände beraten, in Banken oder Finanzabteilungen arbeiten. VWLer:innen können abschätzen, welchen Erfolg wirtschaftliche Maßnahmen haben oder Bilanzen überwachen. Im Studium belegen sie dafür Fächer wie Empirische Wirtschaftsforschung, Markt und Wettbewerb oder Statistik.

Einer, der sich für dieses Studienfach entschieden hat, ist Anil Özerdogan. Er hat Volkswirtschaftslehre in München und Heidelberg studiert. Hier erzählt er über Notendruck und Anonymität im Studium – und warum er optimistisch in die Zukunft blickt.

28. Sozialwissenschaft

Wie hat sich das Konstrukt der Familie gewandelt? Was unterscheidet heute das Stadt- vom Landleben? Wie prägt die Europäische Union unsere Gesellschaft? Diese und ähnliche Fragen stellen sich Sozialwissenschaftler:innen, denn sie wollen unsere Gesellschaft besser verstehen.

Einer von ihnen ist Nicolas Frank. Er hat Sozialwissenschaft an der Universität Augsburg studiert. Frank sagt: »Es ist in jedem Fall ratsam, viel zu lesen: die vorgegebenen Seminartexte, aber auch mal Texte und Bücher, auf die diese Texte verweisen. Noch wichtiger ist aber ein generelles Interesse für politische und gesellschaftliche Fragen.«

29. Interdisziplinäre Studien (Schwerpunkt Sprach- und Kulturwissenschaft)

Die Coronakrise hat die Kulturbranche hart getroffen – und damit bei vielen Studierenden des Fachs Kulturwissenschaft für Unsicherheit gesorgt. Andrea Vidovic blickt trotzdem positiv in die Zukunft. Sie hat Kulturwissenschaften an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder studiert. Hier erzählt sie, warum ihr das wissenschaftliche Arbeiten erst schwerfiel – und was ihr geholfen hat, die vielen Hausarbeiten zu bewältigen.

30. Wirtschaftsrecht

Dieses Fach kombiniert beides: Betriebswirtschaftslehre und Jura. Wirtschaftsrechtler:innen erstellen zum Beispiel Verträge für Unternehmen, wissen, wie man GmbHs gründet oder wie eine Compliance-Abteilung funktioniert. Im Studium belegen sie Kurse wie EU-Recht und Internationales Vertragsrecht, Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Grundlagen der Volkswirtschaftslehre oder Juristische Kommunikation.

Arthika Pathmanathan hat Wirtschaftsrecht an der Hochschule Mainz studiert und war besonders angetan von dem hohen Praxisanteil dort. Um das hohe Lernpensum zu bewältigen, hat sie sich einen festen Lernplan erstellt.