Studienfinanzierung Etwas mehr Studierende erhalten Bafög

Seit Jahren erhalten immer weniger Studierende Unterstützung vom Staat. Nun ist die Zahl geringfügig auf 468.000 gestiegen. Das seien immer noch zu wenige, bemängeln Studierendenvertreter.
Zuletzt war die Zahl der Bafög-Empfänger:innen rückläufig – nun steigt sie wieder (Symbolbild)

Zuletzt war die Zahl der Bafög-Empfänger:innen rückläufig – nun steigt sie wieder (Symbolbild)

Foto: Uwe Anspach / dpa

Die Zahl der Studierenden, die finanzielle Unterstützung vom Staat erhalten, ist erstmals seit Jahren leicht gestiegen. 468.000 Studentinnen und Studenten hätten vergangenes Jahr Bafög-Leistungen ausgezahlt bekommen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Dies seien 2000 Personen oder 0,4 Prozent mehr gewesen als im Vorjahr. Zuvor war die Zahl der Bafög-Empfänger:innen seit dem Jahr 2012 kontinuierlich gesunken.

Die Zahl der Schüler:innen, die Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) erhielten, sank dagegen laut Statistischem Bundesamt um zehn Prozent auf 155.000. Erklären ließe sich das durch eine gesetzliche Änderung, nach der Schüler:innen das für sie günstigere Aufstiegs-Bafög erhalten können. Damit werden Fort- und Weiterbildungen gefördert, etwa Meister- oder Fachwirtkurse.

Studierende erhielten im Schnitt 579 Euro Förderbeitrag (fünf Euro mehr als zuvor), Schülerinnen und Schüler 504 Euro (einen Euro mehr). Der durchschnittliche Betrag lag den Angaben zufolge bei 562 Euro im Monat, das waren sechs Euro mehr als im Vorjahr. Knapp die Hälfte der Bafög-Empfänger:innen erhielt den Höchstsatz, was einen Rückgang um fünf Prozent bedeutet. Insgesamt, so das Statistische Bundesamt, habe der Staat 2,9 Milliarden Euro für Bafög-Förderungen ausgegeben, ein Prozent mehr als im Vorjahr.

Das Deutsche Studentenwerk begrüßte die Zahlen in einer Mitteilung vom Freitag . Eine »stabile Trendumkehr« stehe jedoch noch aus, so Matthias Anbuhl, Generalsekretär des Studentenwerks. Er fordert die Bundesregierung auf, die angekündigte grundlegende Bafög-Reform in die Tat umzusetzen. Die hatte zwar kürzlich beschlossen, die Fördersätze anzuheben – jedoch nicht in dem Ausmaß, das sich viele Studierende gewünscht hätten.

Gerade in Anbetracht der aktuellen Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Energie stünden viele Studierende vor existenziellen Nöten, so Anbuhl.

fla/dpa
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