Azubi-Mangel Ausbildung weiterhin unbeliebt bei jungen Menschen

Die Zahl der Auszubildenden sinkt, in der Coronakrise erreichte sie einen historischen Tiefstand. Neue Daten des Statistischen Bundesamts bestätigen nun den Abwärtstrend. Eine Branche allerdings macht eine klare Ausnahme.
Auszubildende zur Köchin: Nur noch wenige junge Menschen entscheiden sich für duale die Ausbildung (Symbolbild)

Auszubildende zur Köchin: Nur noch wenige junge Menschen entscheiden sich für duale die Ausbildung (Symbolbild)

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Sebastian Gollnow/ DPA

In der Coronakrise haben vergleichsweise wenige junge Menschen in Deutschland eine duale Ausbildung begonnen. Für das vergangene Jahr hat das Statistische Bundesamt 466.200 neue Ausbildungsverträge registriert. Das waren zwar 0,6 Prozent mehr als im ersten Coronajahr 2020, aber erneut rund neun Prozent weniger als im Vorkrisenjahr 2019, als noch mehr als 500.000 neue Ausbildungen begonnen wurden.

Ende 2021 befanden sich 1,26 Millionen Menschen in einer dualen Berufsausbildung, bestätigte das Statistische Bundesamt am Dienstag weitere vorläufige Zahlen. Das waren drei Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die Coronakrise hat damit den langfristigen Trend verschärft, dass sich immer weniger junge Menschen für eine duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule entscheiden. Seit 2011 ist die Zahl der Auszubildenden um 14 Prozent gesunken, während die Zahl der Menschen im typischen Ausbildungsalter zwischen 15 und 24 Jahren nur um sechs Prozent kleiner wurde.

Unterschiede zwischen den Branchen

Besonders beliebt sind weiterhin Ausbildungen im Einzelhandel, im Büro sowie im Kfz-Bereich. Verschiebungen sind unter anderem in IT-Berufen wie Fachinformatik (Anstieg um fünf Prozent) oder bei E-Commerce-Kaufleuten (Anstieg von 26 Prozent) zu erkennen. Wie zu Beginn der Coronakrise begannen auch 2021 wenige junge Menschen eine Kochlehre, dafür stieg die Zahl der Auszubildenden in der Systemgastronomie (Anstieg um 18 Prozent).

Wenig Zuversicht gibt es bei den Kaufleuten in der krisengebeutelten Tourismusbranche. Dort hat die Zahl der Neuverträge nach dem starken Einbruch von 2020 um 61 Prozent noch einmal um 26 Prozent nachgegeben.

fla/dpa
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