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Und was machst du? Der Job-Podcast Warum Angelina Schneider jeden Morgen die Rutsche hinaufläuft

Angelina Schneider, 28, arbeitet dort, wo im Sommer alle sein wollen: im Freibad. Im Podcast erzählt sie, warum sie den Begriff Bademeisterin nicht mag und wie sie sich am Beckenrand Respekt verschafft.
Ein Podcast von Verena Töpper

Der Arbeitstag beginnt für Angelina Schneider mit einer Aktion, von der viele Kinder träumen: Sie klettert im Freibad die Wasserrutsche hinauf. Von unten nach oben, alle Biegungen entlang. Mit Turnschuhen sei das kein Problem, sagt sie, das Wasser stelle sie ja erst hinterher an. Zur Probe rutschen, das fände sie zwar großartig, aber dafür sei morgens leider keine Zeit.

Angelina Schneider leitet ein Hallen- und Freibad in Wiesbaden

Angelina Schneider leitet ein Hallen- und Freibad in Wiesbaden

Foto: privat

Fachkraft für Bäderbetriebe – so lautet Schneiders offizielle Berufsbezeichnung. Den Begriff Bademeisterin mag die 28-Jährige gar nicht. Da würden viele denken: »Okay, die sitzen nur am Beckenrand, sonnen sich und halten Ausschau.« Das werde ihrem Beruf aber nicht gerecht. Denn in ihrem Job müsse sie nicht nur aufpassen, dass niemand ertrinkt oder sich beim Rutschen verletzt, sondern auch die Qualität des Wassers überprüfen, die Technikanlagen checken oder Streitereien auf der Liegewiese schlichten.

Ankommen, umziehen, duschen, schwimmen, aber auch rutschen, springen, auf der Wiese liegen oder Haare föhnen – alles soll passen für die Gäste. »Wir sind für das Rundum-Paket zuständig«, sagt Schneider. Deshalb sammele sie auch mal morgens den Müll von ungeladenen Gästen ein, die sich nachts über den Zaun ins Freibad geschlichen haben, greife selbst zur Heckenschere oder im Winter zur Schneeschaufel, um den Weg zum Eingang freizuschaufeln.

Es sei ihr Traumjob, sagte Schneider: »Spaß auf der Arbeit haben wir immer.«

Wie wird man Fachkraft für Bäderbetriebe?

Die Ausbildung zur Fachkraft für Bäderbetriebe dauert in der Regel drei Jahre . Meist setzen Betriebe mindestens einen mittleren Bildungsabschluss voraus und verlangen auch einen praktischen Eignungstest, bei dem Bewerber:innen zum Beispiel in weniger als einer Minute 50 Meter weit schwimmen oder einen Kopfsprung vom Drei-Meter-Brett vorführen sollen.

Die Vergütung während der Ausbildung steigt von Lehrjahr zu Lehrjahr und hängt unter anderem davon ab, ob die Ausbildung in einem kommunalen Schwimmbad erfolgt oder in einem privaten Betrieb. In kommunalen Schwimmbädern gilt der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, dort beträgt die Vergütung:

• 1. Ausbildungsjahr: 1043 Euro

• 2. Ausbildungsjahr: 1093 Euro

• 3. Ausbildungsjahr: 1139 Euro

In privaten Schwimmbädern kann die Vergütung deutlich niedriger liegen.

Auch zur Abschlussprüfung gehört ein praktischer Teil, unter anderem mit Zeitschwimmen, Streckentauchen und der Simulation einer Rettung und Erstversorgung von verunglückten Badegästen.

Nach bestandener Prüfung arbeiten viele Fachkräfte für Bäderbetriebe in öffentlichen und privaten Frei- und Hallenbädern, in See- und Strandbädern, aber auch in Fitnesszentren und Rehabilitationskliniken.

Nach zwei Jahren Berufserfahrung ist außerdem eine Weiterbildung zur Meisterin oder zum Meister für Bäderbetriebe möglich. Wer diesen Titel hat, kann als Schicht- oder Betriebsleiter:in arbeiten und ein Hallen- oder Freibad leiten.

Für den Ausbildungsberuf entschied sie sich nach der Mittleren Reife, weil Schwimmen schon damals ihr Hobby war. Mittlerweile verbringt sie bei der Arbeit aber kaum noch Zeit im Wasser: Angelina Schneider ist von der Auszubildenden zur Chefin aufgestiegen.

Eine schwierige Saison

Mit 28 Jahren leitet sie das Hallen- und Freibad »Kleinfeldchen« in Wiesbaden. Vor Corona planschten dort an schönen Tagen schon mal bis zu 6000 Menschen. Nun ist die Zahl der Gäste wegen des Infektionsschutzes begrenzt – für Angelina Schneider und ihre Kolleg:innen könnte es aber dennoch eine stressige Saison werden.

Weil im Coronajahr 2020 Schwimmbäder und Fitnessstudios in ganz Deutschland geschlossen waren, sind die meisten Menschen so unfit in die Saison gestartet wie noch nie. Viele Schwimmkurse wurden unterbrochen oder fielen ganz aus. Die DLRG warnt deshalb davor, dass in dieser Saison in Deutschland mehr Menschen ertrinken könnten als jemals zuvor. Der traurige Rekord wurde im August 2020 aufgestellt: Damals starben deutschlandweit 117 Menschen im Wasser.

Im Podcast erzählt Angelina, mit welchen Gefühlen sie auf diese Saison schaut – und wie sich ihr Blick auf Menschen verändert hat, seit sie im Schwimmbad arbeitet.

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