Bunt und würzig, aber gleichzeitig günstig: Die Zutaten für indisches Aloo Gobi

Bunt und würzig, aber gleichzeitig günstig: Die Zutaten für indisches Aloo Gobi

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Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Kochen ohne Kohle Luxuriös schlemmen ohne Lottogewinn: Indisches Aloo Gobi für 1,50 Euro

Wer in Ermangelung reicher Gönner nicht genug Geld für eine Weltreise hat, kann immer noch kulinarisch davonfliegen. Zum Beispiel mit diesem einfachen Gericht aus Kartoffeln und Blumenkohl.
Eine Kolumne von Sebastian Maas
Alle Rezepte aus »Kochen ohne Kohle«

Bafög oder Azubi-Gehalt sind schon wieder fast aufgebraucht? Der Obstkorb beim unbezahlten Agenturpraktikum war geräubert? Und bitte nicht schon wieder Pizza-Toast? Alles kein Problem: In dieser Kolumne zeigt SPIEGEL-Redakteur und Hobbykoch Sebastian Maas, wie man trotz Flaute auf dem Konto leckere und besondere Gerichte zaubern kann. Dabei gibt es nur zwei Regeln:

  • Eine Portion darf maximal so viel kosten wie ein Essen in der Mensa, also 3 Euro.

  • Teure Spezialgeräte sind tabu.

Kaum ein Gedankenspiel ist zugleich so schön und so schmerzhaft wie das vom plötzlichen Reichtum. Denn was könnte ich nicht alles mit einem Lottogewinn oder dem Erbe eines bisher unbekannten, aber stinkreichen Großonkels anfangen? Gegen das schlechte Gewissen erst einmal etwas spenden, klar. Dann der Familie und den Freund:innen ein paar Geschenke machen, vielleicht ein Haus kaufen. Und reisen natürlich. So viel und so lange es geht.

Indien steht seit Jahren ziemlich weit oben auf meiner »Bucket List«. Immerhin stammen viele meiner Lieblingszutaten und -gerichte aus diesem vielseitigen Land. Solange die Lottofee mir nicht hold ist und die Anwält:innen des spendablen Großonkels meine Adresse verlegt haben, muss ich mich allerdings gedulden – und probiere mich derweil einfach selbst an leckerem indischem Essen.

Heute gibt es deshalb Aloo Gobi, ein würzig-frisches Gericht mit Blumenkohl und Kartoffeln. Entstanden im Grenzgebiet zwischen Indien und Pakistan  ist es inzwischen in beiden Ländern in zig Varianten als einfaches und günstiges Essen beliebt.

Manchmal wird das Gemüse vor dem Kochen angebraten, manchmal wird mehr Flüssigkeit benutzt, manchmal weniger. Die Grundidee bleibt aber dieselbe: Kartoffeln und Blumenkohl werden in einer Tomaten-Gewürzsoße gekocht, bis diese fast komplett verdampft oder aufgesogen ist. Für mehr Cremigkeit wende ich einen Trick aus vielen indisch-pakistanischen Kormas an und gebe Cashewnüsse dazu, die gekocht und püriert ähnlich wie Sahne wirken.

Wer noch mehr Geschmack möchte, kann zum Beispiel Kokosjoghurt oder Koriander auf das fertige Gericht geben. Ich brate mir (wie sonst auch, wenn es Blumenkohl gibt) die Blumenkohlblätter als Topping an. Und wer eine Beilage braucht, kann das einfache Naan-Brot zum Aloo Gobi reichen. Heute würde ich es aber noch mit Margarine und gepresstem Knoblauch bestreichen.

Zwischenstand: alles gehackt?

Zwischenstand: alles gehackt?

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Das benötigt man für vier Portionen Aloo Gobi:

  • 1 großer Blumenkohl

  • 800 g festkochende oder vorwiegend festkochende Kartoffeln

  • 1 Dose Tomaten (400 ml)

  • 2 rote Zwiebeln

  • 3 Knoblauchzehen

  • 1 Handvoll Cashewnüsse

  • 1 Stück Ingwer, circa 6 cm

  • 1 EL Currypulver

  • 1 EL Garam Masala

  • 1 EL Chilipulver, Chiliflocken oder Cayennepfeffer

  • etwas Margarine, Butter, Ghee oder Kokosfett

  • Salz, Pfeffer und Zucker zum Abschmecken

Als optionales Topping: Schwarzkümmelsaat, Korianderblätter, Kokosjoghurt oder angebratene Blumenkohlblätter
Hilfreich: ein Pürierstab
Was kostet das? Etwa 1,50 pro Portion
Wie lange dauert das? 45 bis 60 Minuten

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Sebastian Maas

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Ich habe etwas zu viel Flüssigkeit verwendet – normalerweise darf Aloo Gobi noch etwas trockener auf dem Teller landen. Lecker war es trotzdem!

Ich habe etwas zu viel Flüssigkeit verwendet – normalerweise darf Aloo Gobi noch etwas trockener auf dem Teller landen. Lecker war es trotzdem!

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

So einfach macht man Aloo Gobi

  • Die Cashewnüsse in einer Schüssel mit kochendem Wasser übergießen und 15 bis 20 Minuten ziehen lassen.

  • Den Blumenkohl putzen und waschen, die feineren Blätter aufbewahren. Alle Röschen auf dieselbe Größe schneiden.

  • Die Kartoffeln schälen (oder bei Sorten mit essbarer Schale: waschen) und zerkleinern. Die Stücke sollten bestenfalls etwas kleiner sein als die Blumenkohlröschen, damit sie später gleichzeitig gar sind.

  • Die Zwiebeln und den Knoblauch grob hacken, den Ingwer in feine Streifen schneiden.

  • Das Fett in einem großen Topf oder Wok erhitzen. Knoblauch, Ingwer und Zwiebeln anschwitzen.

  • Nach drei bis vier Minuten das Currypulver, Garam Masala und Chilipulver hinzugeben. Noch einmal drei Minuten unter Rühren anbraten.

  • Die Dosentomaten hinzugeben, die Dose zur Hälfte mit Wasser füllen und dieses ebenfalls in den Topf gießen.

  • Die Cashewnüsse abtropfen lassen und dazugeben, ebenso je einen Teelöffel Salz und Zucker. Alles aufkochen lassen, dann den Topf von der Herdplatte nehmen und die Soße fein pürieren. Wer keinen Pürierstab oder Blender hat, matscht zumindest mit einem Kartoffelstampfer alles ordentlich durch.

  • Blumenkohl und Kartoffeln in die Soße geben und für etwa 30 Minuten abgedeckt bei mittlerer Hitze in der Soße köcheln lassen. Gelegentlich rühren. Sollte zu wenig Flüssigkeit im Topf sein, kann man nach der Hälfte der Zeit noch einmal eine halbe Dose Wasser hinzugeben. Es muss aber nicht alles bedeckt sein!

Angebratene Blumenkohlblätter sind eine kulinarische Allzweckwaffe – heute dienen sie als Topping

Angebratene Blumenkohlblätter sind eine kulinarische Allzweckwaffe – heute dienen sie als Topping

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Während das Aloo Gobi im Topf blubbert, kann man sich um das Topping kümmern. Dafür einfach die sauberen Blumenkohlblätter in eine Pfanne geben und die Herdplatte auf die höchste Stufe stellen. Drei kleine Gläser (insgesamt 60 Milliliter) Wasser angießen, aufkochen und komplett verdampfen lassen. Dann etwas Öl dazugeben, die Blätter für fünf Minuten von beiden Seiten kross braten und leicht salzen.

Wenn der Blumenkohl und die Kartoffeln noch leichten Biss haben, ist das Aloo Gobi fertig. Noch einmal mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken und zum Schluss am Tisch mit den Toppings der Wahl belegen.

Ich wünsche guten Appetit!

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