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Arbeit mit Menschen mit Behinderung "Man wird total viel aufgezogen"

Als Heilerziehungspflegerin kümmert Anna Siegert sich um Menschen mit Behinderung. Warum sie dabei auch an ihre eigenen Grenzen stößt, erzählt die 24-Jährige im Podcast.

Wie soll man sich verhalten, wenn das Gegenüber im Rollstuhl sitzt, die Arme durch eine Spastik verkrampft sind oder ein Gespräch nicht möglich ist, weil er oder sie nicht sprechen kann oder will? Welche Ansprache ist angemessen, welche Frage geht zu weit?

Beim ersten Kontakt mit Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung Berührungsängste zu haben, sei völlig normal, sagt Anna Siegert. Auch sie habe die anfangs gehabt: Nach der Realschule absolvierte Siegert ein Berufsorientierungsjahr und arbeitete Vollzeit in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Dass manche Beschäftigte sie zur Begrüßung gleich umarmt hätten, sei für sie zunächst befremdlich gewesen, erinnert sich die heute 24-Jährige. Doch gerade dieser offene und lockere Umgang miteinander habe schließlich dazu beigetragen, dass sie sich in dem Beruf wohlgefühlt habe.

Heilerziehungspflege - ein junger Beruf

Inzwischen arbeitet Anna Siegert seit sieben Jahren als Heilerziehungspflegerin. Erst war sie in einer Wohneinrichtung angestellt, wo sie die Bewohnerinnen und Bewohner beim Anziehen, Einkaufen und Kochen unterstützte. Jetzt leitet sie eine Gruppe in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung an: Sie strukturiert ihren Arbeitstag und hilft bei der Ausführung einzelner Arbeitsschritte.

Wie wird man Heilerziehungspflegerin?

Um Heilerziehungspflegerin oder -pfleger zu werden, muss man mindestens einen Realschulabschluss sowie eine bereits abgeschlossene Ausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung im heilpädagogischen Bereich vorweisen können . Die Aus- oder Weiterbildung zum Heilerziehungspfleger dauert dann zwei bis drei Jahre .

Da es sich um eine sogenannte schulische Ausbildung handelt, bekommt man in der Unterrichtszeit kein Gehalt . Allerdings sieht die Ausbildung mehrwöchige Praktika in Wohneinrichtungen, Werkstätten für Menschen mit Behinderung und anderen Einrichtungen vor, die vergütet werden können.

Fertig ausgebildete Heilerziehungspflegerinnen, die im öffentlichen Dienst arbeiten, werden nach Tarifvertrag bezahlt und verdienen zwischen 2893 und 4308 Euro  brutto im Monat. Stellen bei privaten Trägern werden häufig etwas schlechter bezahlt .

Weitere Informationen: Bundesagentur für Arbeit , ausbildung.de 

Siegerts Beruf ist noch relativ jung: Im Jahr 1958 eröffnete der Pfarrer Ludwig Schlaich die erste Schule für Heilerziehungspflege . Mit "heil" ist allerdings nicht heilen gemeint. Das Wort stammt vom Griechischen "holos" und bedeutet "ganz" oder "umfassend". Der Mensch soll also nicht auf seine Behinderung reduziert, sondern ganzheitlich  und an seinen Bedürfnissen orientiert betreut werden. 

Wie setzt Anna Siegert diesen Anspruch in ihrer täglichen Arbeit um? Wie viel Unterstützung im Alltag ist angemessen, damit Menschen mit Behinderung zwar unterstützt, aber nicht bevormundet werden? Werden die Beschäftigten in Behindertenwerkstätten angemessen entlohnt? Und was hat Siegert durch ihre Arbeit über sich selbst gelernt?

Über diese und weitere Fragen haben wir mit ihr gesprochen.

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