Marmeladig-weiche Apfelschnitze mit Karamell auf Blätterteig – in nur einer halben Stunde? Na dann mal los.

Marmeladig-weiche Apfelschnitze mit Karamell auf Blätterteig – in nur einer halben Stunde? Na dann mal los.

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Kochen ohne Kohle Schneller Genuss zur schnellen Genesung: Tarte Tatin für einen Euro pro Portion

Nach einer Coronainfektion soll man es langsam angehen lassen. Deshalb backt unser Kolumnist heute eine einfache Variante eines französischen Klassikers. Schmeckt als Hauptgang und Dessert.

Hatten Sie schon Corona? Falls ja: mein Beileid. Ich selbst durchlebe gerade die letzten Ausläufer meiner ersten Infektion. Ja, ich war die vergangenen Jahre sehr vorsichtig, gerade weil ich die Gefahren der Erkrankung aus 1000 Artikeln und Erfahrungsberichten kenne. Und trotzdem war ich überrascht, wie unangenehm so eine Coronainfektion ist. Dass es mich SO aus den Latschen haut, bin selbst ich mit meinem Stadtkind-Allergiker-»Immunsystem« nicht gewohnt. Noch immer rauscht mir beim Bücken das Blut im Kopf und nach ein paar Treppenstufen keucht die Lunge.

Das Wichtigste ist daher wohl: erst mal alles langsam angehen lassen. Anstatt mich zu verausgaben und ein komplexes Rezept zu zaubern, gibt es heute deshalb Wohlfühl- aber auch Schluffi-Küche. Und Obst ist auch noch drin!

Für das heutige Rezept braucht man nur fünf Zutaten und zehn Minuten Vorbereitungszeit, der Rest kocht sich (kopfüber!) quasi von allein. Denn auf dem Plan steht eine abgewandelte Tarte Tatin, ein französischer Dessert-Klassiker mit Karamell und Früchten. Da heimische Äpfel gerade Saison haben und unschlagbar günstig zu bekommen sind, entscheide ich mich für sie. Birnen, Pfirsiche oder sogar gefrorene Nektarinen eignen sich aber auch.

Normalerweise würde man eine Tarte Tatin mit Mürbeteig backen, viel einfacher wirds aber mit der praktischen Spar-Zutat Blätterteig. Der lässt sich auch herzhaft belegen oder festlich füllen – und ist meist sogar vegan. Er kann also fast jeden Gast zufriedenstellen, egal, welche Vorlieben er oder sie hat. Und dem restkranken Koch beschert er dankenswerterweise wenig Arbeit.

Das braucht man für eine schnelle Tarte Tatin

Anstelle von Kardamom kann man auch günstigen Zimt nehmen. Oder beides!

Anstelle von Kardamom kann man auch günstigen Zimt nehmen. Oder beides!

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

(Als Hauptgericht für zwei Personen, als Dessert für sechs)

  • 1 Rolle Blätterteig aus dem Kühlschrank

  • 2-3 Äpfel (zusammen ca. 300 g)

  • 75 g Kristallzucker

  • 1/2 TL gemahlener Zimt oder 5 Kardamomkapseln

  • 1 EL Butter oder Margarine

  • Optional: 2 EL Crème fraîche oder Schlagsahne

Außerdem: eine ofenfeste Pfanne oder eine mit Backpapier ausgelegte Springform

Was kostet das? Zwei Euro, also einen Euro pro Portion als Hauptgericht für zwei. Als Dessert sind es nur 33 Cent pro Portion.
Wie lange dauert das? 10 Minuten Arbeit, 20 Minuten Backzeit plus 10 Minuten zum Abkühlen.

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Sebastian Maas

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01.02.2023 23.37 Uhr

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So macht man Tarte Tatin aus Äpfeln und Blätterteig

  • Den Ofen auf 200 Grad Ober-/ Unterhitze (180 Umluft) vorheizen. Wer aufs Vorheizen verzichtet, rechnet später etwa zehn Minuten auf die Backzeit drauf.

  • Eine ofenfeste Pfanne auf dem Herd auf mittlere Hitze bringen, darin den Zucker mit der Butter oder Margarine für acht bis zehn Minuten schmelzen und karamellisieren lassen. Wie das geht? Am besten einfach gar nicht anrühren, sondern nur daneben stehen und die Äpfel schälen. Wenn der Zucker goldfarben ist und keine Kristalle mehr zu sehen sind, ist der Karamell fast fertig. Man darf dann mal schwenken, aber bitte nicht kratzen oder rühren. Danach kann es manchmal ziemlich schnell gehen, weil zwischen Karamell und verbranntem Zucker nur etwa zehn Grad liegen. Ich höre daher meist etwas früher auf, das ist auch keine Schande.

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So macht man schnelle Tarte Tatin

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Tipp 1: Wer sich das »trockene« Karamellisieren gar nicht zutraut, kann anfangs auch einfach 75 Milliliter Wasser zugeben. Das hilft dabei, den Zucker sanft zu schmelzen und verkocht dann wieder. Der Vorteil: Der Zucker brennt nicht an. Der Nachteil: Es dauert etwas länger und kann später wässrig werden, wenn man zu früh aufhört.

Tipp 2: Wer keine ofenfeste Pfanne hat, macht den Karamell im Topf und gießt ihn dann in eine mit Backpapier ausgelegte Springform. Alle weiteren Schritte dann darin ausführen.

  • Während der Zucker in der Pfanne karamellisiert, die Äpfel schälen, ihr Kerngehäuse entfernen und sie in Schnitze von nicht mehr als einem Zentimeter Dicke schneiden.

  • Nach zehn Minuten den Herd ausstellen. Zimt oder Kardamom in den Karamell geben.

  • Dann die Apfelschnitze von der Mitte aus ringförmig in den Karamell schichten. Auf die Finger aufpassen, der Zucker ist noch immer heißer, als er aussieht!

  • Den Blätterteig oben auf die Äpfel legen und leicht andrücken. Überstehende Ränder abschneiden und ebenfalls obendrauf legen. Das muss nicht schön werden, weil der Teig später nicht zu sehen sein wird.

  • Die Pfanne anschließend in den Ofen stellen und die Tarte darin für etwa 20 Minuten backen. Der Blätterteig soll goldbraun werden, nicht dunkelbraun. Nach zehn Minuten gegebenenfalls die Temperatur etwas reduzieren.

  • Die Pfanne (vorsichtig) aus dem Ofen holen und für zehn bis 15 Minuten auf dem Herd abkühlen lassen. Dann wird gestürzt. Dafür einfach einen Teller verkehrt herum auf die Tarte legen. Mit einer Hand den Teller, mit der anderen den Griff der Pfanne festhalten und beides zusammen schnell um 180 Grad auf den Kopf drehen. Hat man alles richtig gemacht, liegt die Tarte nun mit der Apfelseite nach oben auf dem Teller. Die Kardamomkapseln vor dem Essen entfernen.

Wer den Karamell anfangs länger in der Pfanne erhitzt, erhält eine noch dunklere Färbung – und damit mehr Geschmack. Wer Angst hat, dass der Zucker verbrennt, hört vorher auf und bekommt trotzdem eine tolle Tarte.

Wer den Karamell anfangs länger in der Pfanne erhitzt, erhält eine noch dunklere Färbung – und damit mehr Geschmack. Wer Angst hat, dass der Zucker verbrennt, hört vorher auf und bekommt trotzdem eine tolle Tarte.

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Jetzt darf serviert werden. Die Tarte schmeckt mir am besten warm mit einem Klecks Crème fraîche, aber auch Schlagsahne oder etwas Eis passen gut. Profis geben noch einen kleinen Spritzer Zitronensaft auf die süße Tarte, aber das ist nur etwas für Angeber:innen. Ich wünsche gute Besse... ääh, guten Appetit und viel Spaß beim Nachkochen!

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