Nicht auf dem Bild zu sehen: Soße. Ich habe mich für eine Kombi aus Mayo und Sriracha entschieden, allerdings passen auch viele andere Soßen zu diesem Gericht. Unten finden Sie ein paar Ideen

Nicht auf dem Bild zu sehen: Soße. Ich habe mich für eine Kombi aus Mayo und Sriracha entschieden, allerdings passen auch viele andere Soßen zu diesem Gericht. Unten finden Sie ein paar Ideen

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Kochen ohne Kohle Tacos mit Blumenkohl-»Wings« für unschlagbare 1,50 Euro pro Portion

So haben Sie Blumenkohl noch nie gegessen: knusprig und würzig gebacken, serviert auf fluffigem Pfannenbrot. Perfekt für Party-Buffets, hungrige Familien – oder Abende allein auf der Couch.
Eine Kolumne von Sebastian Maas

Fällt es Ihnen auch zunehmend schwerer, zwischen Nachrichten wie »Joe Biden warnt vor Armageddon«, »Energiekrise, Preisexplosion, Kriegsangst« und »Hoher Fleischkonsum gefährdet globale Lebensmittelversorgung« im Alltag etwas Leichtigkeit zu spüren? Falls ja: willkommen im »Klub Weltschmerz«! Die Laune bei den zweiwöchentlichen Treffen ist mies, aber das Buffet ist immer recht brauchbar.

Um der Schwermut etwas gegenzusteuern, gibt es heute ein Gericht, das gegen alle oben genannten Krisen hilft. Erstens kann man Freunde und Familie einladen, um gemeinsam etwas weniger verzweifelt zu sein. Zweitens ist es ressourcenschonend und günstig. Drittens ist es fleischlos, was man ihm aber nicht anmerkt. Die Rede ist von selbst gemachten Weizentortillas mit Blumenkohl-»Wings«. Diese Art von knusprig paniertem Ofen-Blumenkohl wurde eigentlich erfunden, um ein beliebtes Partygericht aus Hühnchen zu imitieren – Chickenwings, wie sie US-Amerikaner:innen gern beim Super Bowl oder anderen Großereignissen vor dem Fernseher servieren.

»Kochen ohne Kohle«

Bafög oder Azubi-Gehalt sind schon wieder fast aufgebraucht? Der Obstkorb beim unbezahlten Agenturpraktikum war geräubert? Und bitte nicht schon wieder Pizzatoast? Alles kein Problem: In dieser Kolumne zeigt SPIEGEL-Redakteur und Hobbykoch Sebastian Maas, wie man trotz Flaute auf dem Konto leckere und besondere Gerichte zaubern kann. Dabei gibt es nur zwei Regeln:

  • Eine Portion darf maximal so viel kosten wie ein Essen in der Mensa, also drei Euro.

  • Teure Spezialgeräte sind tabu.

Alle Rezepte

Der Vergleich wird dem Blumenkohl allerdings nicht gerecht. Anders als die oft matschigen Chickenwings kommt der Kohl knusprig und mit Biss aus dem Ofen. Die knochenlosen Flügel werden nämlich nach einem Bad in würzigem Backteig noch in Cornflakes gewendet. Ich finde dieses Rezept toll, weil man es je nach Lust und Laune ergänzen oder einkürzen kann. Wer allein die Blumenkohl-Wings als Couch-Snack vor dem Fernseher haben möchte, spart sich einfach den Rest.

Noch eine Schippe drauf kann man aber legen, indem man die Wings zum Star von selbst gebackenen Tortillas macht. Am Ende ist eine Tortilla ja bloß ein flaches Fladenbrot, und das können wir aus günstigen Zutaten einfach zu Hause zaubern. Wer sich auch diese Arbeit und Zeit sparen möchte, überspringt die extra Schritte unten im Rezept einfach, kauft fertige Wraps und widmet sich gleich den Toppings. Das sind heute neben knackigem Salat fix marinierte rote Zwiebeln (wie im Weihnachtsrezept) und angebratene Blumenkohlblätter – eine unverhoffte Delikatesse, die man viel zu oft wegwirft.

Das benötigt man für 4 Portionen

Für die Blumenkohl-»Wings«

  • 1 großer Blumenkohl

  • 100 g Weizenmehl

  • 100 ml (Pflanzen-)Milch

  • 1 TL Cayennepfeffer

  • je 1/2 TL Knoblauch- und Zwiebelpulver

  • 2-3 Tassen Cornflakes

Für die Tortillas

  • 200 g Weizenmehl

  • 1/2 TL (gestrichen) Salz

  • 130 ml heißes Wasser

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Sebastian Maas

Gar es ohne Bares!

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Preisabfragezeitpunkt

06.02.2023 07.20 Uhr

Keine Gewähr

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Als Toppings

  • die schöneren Blätter des Blumenkohls

  • 1-2 rote Zwiebeln

  • 30 ml Essig

  • 80 ml kochendes Wasser

  • je 1 TL Salz und Zucker

  • etwas Blattsalat

  • Öl zum Anbraten

Als Soße

  • 75 ml (vegane) Mayo/Joghurt und 25 ml Chilisoße (Sriracha oder andere)

  • Oder: 100 ml Naturjoghurt mit 1 TL getrockneter Minze

  • Oder: 100 ml Curry-/Cocktail-Soße

  • Oder: 100 g Kräuterquark

Was kostet das? Alles zusammen etwa 2 Euro pro Portion.
Wie lange dauert das? Für alle Komponenten zusammen etwa 45 Minuten.

So einfach macht man Blumenkohl-»Wings« und Tacos selbst

Die inneren Blumenkohlblätter sind köstlich und sollten nicht weggeworfen werden. In der Pfanne gebraten schmecken sie wie herzhafterer Pak Choi

Die inneren Blumenkohlblätter sind köstlich und sollten nicht weggeworfen werden. In der Pfanne gebraten schmecken sie wie herzhafterer Pak Choi

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL
  • Den Ofen auf 220 Grad (Ober-/Unterhitze, 200 Grad Umluft) vorheizen – ausnahmsweise ist das wirklich mal nötig, weil der Blumenkohl so bei der kurzen Backzeit seinen Biss behält und die Panade knusprig wird. Ein Airfryer tut hier ebenfalls gute Dienste, vor allem, wenn man kleinere Portionen kochen möchte.

  • Den Blumenkohl putzen und in Röschen aufteilen, etwas kleiner als mundgerecht. Die schöneren Blätter aufbewahren. Blätter und Röschen gründlich waschen.

  • Mehl und Milch mit den Gewürzen in einer großen Schüssel verrühren. Die Cornflakes grob mit der Hand zerbröseln und in einer zweiten Schale bereitstellen. Den Blumenkohl zuerst vollständig in den flüssigen Teig tauchen, dann in den Cornflakes wenden. Wenn der Teig zu dünn ist und die Cornflakes nicht kleben bleiben, kann man noch etwas Mehl einrühren. Die Röschen auf ein mit Backpapier geschütztes Backblech legen und dabei auf Abstand achten. Bei 220 Grad etwa 15 bis 20 Minuten goldbraun backen.

  • In der Zeit die Tortillas zubereiten. Dafür einfach Mehl, Salz und heißes Wasser verkneten, bis ein glatter Teig ohne Klümpchen entstanden ist. Löffelweise mehr Mehl zugeben, falls er zu stark klebt. Den Teig zu einer Kugel formen und fünf Minuten ruhen lassen. Dann die Kugel mit einem Messer in acht gleich große Teile schneiden.

  • Die Teigfladen platt drücken und mit den Händen, einem Nudelholz oder einer Flasche zu halbwegs runden und flachen Tortillas formen. Diese in der Pfanne ohne Öl auf mittelhoher Hitze für ein bis zwei Minuten von jeder Seite aufbacken. In einem Geschirrhandtuch oder Plastikbeutel (Vorsicht mit der Hitze) bleiben sie geschmeidig.

Knusprige Blumenkohl-»Wings« und selbst gemachtes Fladenbrot mit günstigen, aber luxuriös schmeckenden Toppings. Wer sich etwas Arbeit sparen möchte, kauft fertige Tortillas.

Knusprige Blumenkohl-»Wings« und selbst gemachtes Fladenbrot mit günstigen, aber luxuriös schmeckenden Toppings. Wer sich etwas Arbeit sparen möchte, kauft fertige Tortillas.

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL
  • Für die Toppings die Zwiebel schälen und in feine Ringe schneiden. Mit Essig, Salz und Zucker vermengen und in ein hitzefestes Gefäß geben. Kochendes Wasser aufgießen, bis die Zwiebeln gerade bedeckt sind. Mindestens zehn Minuten ziehen lassen, dann die Flüssigkeit abgießen. Den Salat waschen und in Streifen schneiden.

  • Die Blumenkohlblätter entlang des Strunks halbieren, besonders dicke Exemplare noch einmal teilen. In die heiße Pfanne geben, kräftig salzen und mit etwas Öl zehn Minuten auf mittlerer Hitze goldbraun anbraten. Zartere Blätter nun bereits herausnehmen. Die Hitze ausstellen, 100 ml Wasser zugeben und einen Deckel auflegen. Im entstehenden Dampf der Resthitze garen die dicken Blätter zu Ende und bleiben bis zum Servieren warm.

  • Fehlt noch die Soße. Ich bin da eher der Typ »Was haben wir denn noch im Kühlschrank?« und würde Ihnen das auch empfehlen. Meist gehe ich mit einer Kombi aus Naturjoghurt oder Mayo mit einem großzügigen Schuss Sriracha. Zum Geschmacksprofil des Blumenkohls passen aber auch viele angebrochene Grill-, Curry- oder Cocktailsoßen, Kräuterquark, Sour Creme oder Teriyaki-Soße.

Reinhauen! Am besten isst man die Tortillas mit der Hand

Reinhauen! Am besten isst man die Tortillas mit der Hand

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Der Blumenkohl hat nach 20 Minuten im Ofen die perfekte Textur und ist noch nicht zu weich. Anders als Panaden mit Brotkrümeln werden die Cornflakes beim Abkühlen nicht gleich matschig. Man kann die »Wings« daher auch gut vorbereiten und lauwarm genießen – sie sollten dann immer noch knusprig sein.

Zum Ende der Klubsitzung gibt es laut Satzung nicht mehr zu sagen als: guten Appetit!

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