Und was machst du? Der Job-Podcast Der Osteopath David Wenkel macht Sportler fit für den Olympiasieg

Als Osteopath hat David Wenkel die Beachvolleyballer Julius Brink und Jonas Reckermann auf Olympia vorbereitet. Warum er an seine Disziplin glaubt und trotzdem die Kritik daran versteht, erzählt er im Podcast.
Ein Podcast von Florian Gontek

Für David Wenkel , 42, war Olympia immer weit weg. In seiner Jugend spielte er Fußball und Tennis, Letzteres sogar im Leistungssportbereich, aber zum Profi reichte es nicht. Olympia? Blieb für Wenkel lange ein Traum.

Osteopath David Wenkel

Osteopath David Wenkel

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privat

»Eine sensationelle Zeit«

2012 dann war er sogar an einem Olympiasieg beteiligt, ein bisschen zumindest. Als Osteopath hatte David Wenkel in den Wochen und Monaten vor dem Turnier die beiden Beachvolleyballer Julius Brink und Jonas Reckermann im Trainingslager betreut und sie fit für das Turnier in London gemacht. »Eine sensationelle Zeit«, sagt er noch heute.

Olympiasieger Jonas Reckermann (l.) und Julius Brink

Olympiasieger Jonas Reckermann (l.) und Julius Brink

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HochZwei / imago

Das Duo Brink/Reckermann spielte ein großes Turnier, schlug im Finale  die Brasilianer Alison Cerutti und Emanuel Rego mit 2:1. Erstmals seit Beachvolleyball 1996  olympisch wurde, gewann kein Team aus den USA oder Brasilien.

Mehr als acht Millionen  Menschen saßen damals vor den Fernsehern – auch David Wenkel. Die Regularien des Deutschen Olympischen Sportbunds hätten es ihm nicht erlaubt, auch während des Turniers dabei zu sein, so erzählt er es. »Das Spiel habe ich auch zu Hause auf der Couch extrem genossen. Ich war dann halt Fan mit einem Ruhepuls von 140.«

Eine Verletzung führte Wenkel zu seinem Beruf

Nach dem Abitur beschloss Wenkel zunächst, Physiotherapeut zu werden. Das hatte auch mit seiner eigenen Verletzungshistorie zu tun: Als Teenager hatte er sich eine Fraktur im Beckenbereich zugezogen und daraufhin das erste Mal Physiotherapie bekommen. »Das Arbeiten mit dem menschlichen Körper hat mich fasziniert«, sagt er heute.

Wie wird man Osteopath:in?

Eine gesetzlich geregelte Ausbildung für Osteopath:innen gibt es in Deutschland nicht . Wer Osteopath:in werden möchte, kann sich hierzulande an privaten Osteopathie-Schulen in Vollzeit oder begleitend zum Beruf ausbilden lassen. Wie umfangreich die Ausbildung ist, variiert  je nach Ausbildungsweg – zwischen weniger als 400 und mehr als 1700 Unterrichtsstunden ist alles möglich.

Rechtlich  darf Osteopathie in Deutschland derzeit nur von Ärzt:innen oder Heilpraktiker:innen ohne Einschränkungen ausgeübt werden. Die entsprechende Ausbildung muss also zusätzlich absolviert werden. Da Osteopath:innen in Deutschland nicht zentral registriert sind, ist schwer zu sagen, wie viele es gibt. Schätzungen  gehen von etwa 10.000 praktizierenden Osteopath:innen aus.

Die Verdienstmöglichkeiten von Osteopath:innen unterscheiden  sich deutlich. Eine osteopathische Behandlungssitzung kostet in der Regel zwischen 80 und 180 Euro. Laut Entgeltatlas  der Bundesagentur für Arbeit liegt der Bruttomonatslohn für Osteopath:innen im Mittel bei 2373 Euro.

Während der Ausbildung an einer Physiotherapieschule in Münster kam Wenkel mit Osteopathie in Berührung. Um sich in der noch recht jungen Disziplin ausbilden zu lassen, ging er nach Gent und London – und schlug damit einen umstrittenen  Karriereweg ein: Der Osteopath:innen-Beruf ist in Deutschland nicht klar definiert , auch die Ausbildung nicht. Die Wirksamkeit von Osteopathie belegen Studien derzeit allenfalls bei Rückenschmerzen .

Warum er die Kritik an seiner Profession verstehen kann, aber dennoch von seinem Beruf überzeugt ist – und was die Behandlung von Leistungs- und Hobbysportler:innen unterscheidet, darüber spricht David Wenkel im Podcast.

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