Kochen ohne Kohle Japanische Soufflé-Pancakes am Morgen danach – für nur einen Euro

Auf Wolke sieben durch den Frühling schweben? Wird noch schöner, wenn Sie dem oder der Angebeteten diese fluffigen Pfannkuchen servieren. Leicht, lecker, Liebe!
Eine Kolumne von Sebastian Maas
Weicher als ein gutes Kopfkissen: Fluffige Pancakes aus Japan

Weicher als ein gutes Kopfkissen: Fluffige Pancakes aus Japan

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Ich bin schon häufiger am Wochenende aufgewacht und hatte weder Brot noch Brötchen im Haus – dafür aber Besuch. Glücklicherweise lässt sich auch aus Vorratszutaten ein leckeres Frühstück zaubern, Pfannkuchen zum Beispiel. Für mich allein richte ich mich normalerweise nach dem 1-1-1-1-1-Prinzip: eine Tasse Mehl, eine Tasse Milch, ein Ei, ein Esslöffel Zucker und eine Prise Salz. Das alles wird ohne viel Kunst verrührt und anschließend in viel Öl ausgebacken. Nicht gerade beeindruckend, aber es macht satt und ist wirklich extrem einfach.

Doch was, wenn man jemanden so richtig beeindrucken möchte? Wenn man jemanden davon überzeugen möchte, dass man der absolute Traumpartner ist? Zum Abendessen würde ich dafür wahrscheinlich Scarlett-Johannson-Pasta machen. Und zum Frühstück am nächsten Morgen gibt es die leichtesten Wolke-Sieben-Pancakes der Welt. Aus den zuvor genannten Basiszutaten kann man mit ein wenig Angeberei und zwei, drei Arbeitsschritten mehr nämlich kleine Gaumenschmeichler zaubern.

Kochen ohne Kohle

Bafög oder Azubi-Gehalt sind schon wieder fast aufgebraucht? Der Obstkorb beim unbezahlten Agentur-Praktikum war geräubert? Und bitte nicht schon wieder Pizza-Toast? Alles kein Problem: In dieser Kolumne zeigt SPIEGEL-Redakteur und Hobbykoch Sebastian Maas, wie man trotz Flaute auf dem Konto leckere und besondere Gerichte zaubern kann. Dabei gibt es nur zwei Regeln:

  • Eine Portion darf maximal so viel kosten wie ein Essen in der Mensa, also 3 Euro.

  • Teure Spezialgeräte sind tabu.

Regelmäßig schreiben mir Leser:innen, um sich Pfannkuchen-, Eierkuchen- oder Palatschinken-Rezepte zu wünschen. Bisher habe ich ihnen immer freundlich geantwortet, dass da wahrscheinlich jede:r sein eigenes Lieblingsrezept hat, selbst die Anfänger:innen. Doch dann habe ich neulich natürliche Geschmacksverstärker vorgestellt – und dabei fiel eine Menge Eiweiß an, das irgendwie verkocht werden wollte.

Zum Glück habe ich mich an dieses tolle Rezept aus Japan erinnert. Besonders schön in diesen Zeiten: Man benötigt verhältnismäßig wenig Mehl und kaum Öl. Statt in Fett gebraten zu werden, dämpft man die japanischen Pancakes nämlich in der Pfanne, wodurch sie weich und wolkig werden. Der perfekte Mix aus Verspieltheit und Präzision, wie in so vielen japanischen Gerichten.

Das benötigt man für zwei Portionen (ergibt sechs kleine Pfannkuchen):

Sirup ist kein Muss, macht aber Eindruck

Sirup ist kein Muss, macht aber Eindruck

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL
  • 60 g Weizenmehl

  • 50 ml Milch

  • 30 g Zucker

  • 1/2 TL Backpulver

  • 2 Eigelbe

  • 2 bis 4 Eiweiße

  • 1 TL Öl

Wichtig: eine Pfanne mit Deckel.

Optional: Puderzucker, Sirup, Eiscreme, frische Früchte.

Was kostet das?

Etwa einen Euro pro Person, mit guten Eiern auch 1,50 Euro.

Wie lange dauert das?

Etwa 20 Minuten.

So macht man japanische Soufflé-Pancakes

Das Rezept steht und fällt mit dem Eischnee, im wahrsten Sinne. Gut wird der, wenn die Schüssel und das Rührgerät absolut fettfrei sind, wenn kein Eigelb enthalten und das Eiweiß kalt ist. Zuerst also die Eier sorgfältig trennen und das Eiweiß für zehn Minuten samt sauberer Schale in die Tiefkühltruhe stellen.

Das Eigelb derweil in der Milch leicht schaumig schlagen und dann das Mehl und Backpulver hinzugeben, am besten durch ein Sieb, um Klümpchen zu vermeiden. Danach zu einem glatten Teig verrühren.

Das Eiweiß aus der Kühlung holen und für circa zwei Minuten mit dem Handrührgerät fluffig aufschlagen, es soll aber nicht komplett steif werden. Wer mit dem Schneebesen arbeitet, verdoppelt grob alle Zeiten. Beim Rühren in 30-Sekunden-Intervallen je ein Drittel des Zuckers hinzugeben. Also zehn Gramm nach 30 Sekunden, zehn Gramm nach einer Minute und zehn weitere Gramm nach eineinhalb Minuten. Eine kleine Prise Salz, ein Spritzer Zitronensaft oder etwas Weinstein (die Backzutat, nicht der verurteilte Triebtäter) können helfen, den Eischnee zu stabilisieren, sind aber kein Muss.

Den Schnee nun vorsichtig mit einem Löffel oder Spatel unter den Teig heben, dabei aber nicht stark rühren.

Einen Teelöffel Öl in eine Antihaft-Pfanne geben und mit einem Küchentuch darin verteilen. Die Pfanne auf mittlere Hitze oder leicht darunter bringen.

Den Teig in kleinen Kreisen möglichst hoch und in die Mitte spritzen

Den Teig in kleinen Kreisen möglichst hoch und in die Mitte spritzen

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Den Teigmix könnte man nun vorsichtig mit einer Kelle in die Pfanne heben, Bonuspunkte gibt es aber für einen Spritzbeutel. Die Masse dafür einfach in einen Gefrierbeutel umfüllen und an einer der Ecken ein kleines Loch einschneiden. Mit dem Beutel möglichst hohe Türmchen in die Pfanne spritzen und dabei viel Platz zwischen den Pancakes lassen. In die Breite gehen sie von allein. In meine 26-Zentimeter-Pfanne passten jeweils drei zur selben Zeit.

Zwei Esslöffel Wasser in die Pfanne geben und den Deckel auflegen. Nach zwei Minuten den Deckel abnehmen und noch einmal eine weitere Schicht Teig auf die Pancakes geben. Den Deckel wieder auflegen und die Pancakes noch einmal drei Minuten in der Pfanne dämpfen lassen. Dann wenden, noch einmal etwas Wasser zugeben, bei aufgelegtem Deckel weitere vier bis fünf Minuten vorsichtig durchgaren lassen. Wichtig: Nicht häufiger wenden, dabei geht jedes Mal etwas Luft und Volumen verloren!

Nach insgesamt etwa zehn Minuten auf kleiner Flamme im Dampf sollten die fluffigen Wolke-Sieben-Pancakes fertig sein. Nun vielleicht noch etwas Eis, Früchte oder Sirup dazugeben und den Traummenschen damit und mit einem gehauchten »Ohayōgozaimasu, ich habe Frühstück gemacht« aufwecken. Man sollte sich allerdings beeilen, denn wenn man zu lange wartet, geht den japanischen Pfannkuchen die Luft aus. So wie der einen oder anderen überstürzten Romanze.

Die Pancakes fallen nach dem Backen noch etwas ein, daher ist Beeilung angesagt

Die Pancakes fallen nach dem Backen noch etwas ein, daher ist Beeilung angesagt

Foto: Sebastian Maas / DER SPIEGEL

Ich wünsche einen tollen Frühling und guten Appetit!

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Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes wurde die Milch aus der Zutatenliste nie verwendet. Wir haben das Rezept nun entsprechend korrigiert.