Tanzlehrer im Gespräch »Die wenigsten gehen in die Tanzschule, um wirklich tanzen zu lernen«

Seit er ein Teenager ist, bringt Rafael Krause Menschen das Tanzen bei. Warum das nicht der wichtigste Teil seines Jobs ist und wann er auch mal Paartherapeut spielen muss, erzählt der 23-Jährige im Podcast.

Rafael Krause war 15 Jahre alt, als er zum ersten Mal einen Tanzkurs besuchte. Eine Freundin habe ihn gefragt, ob er Lust hätte, sie als ihr Tanzpartner zu begleiten, erzählt er heute. Schnell habe sich gezeigt, dass er sehr viel mehr Freude an den Tanzstunden hatte als sie: Er trainierte fast täglich, tanzte Discofox, Cha-Cha-Cha, Walzer, fing an, auf Turniere zu gehen.

Heute, mit 23 Jahren, hat Rafael Krause sein Hobby zum Beruf gemacht: Er arbeitet als Lehrer für Paartanz in einer Tanzschule in Bergisch Gladbach .

Auch Buchhaltung und Veranstaltungsplanung gehören zum Job

Für manche Menschen, etwa seine Großmutter, sei »Tanzlehrer« kein richtiger Beruf, sagt Krause. Ihr erzähle er dann, er sei kaufmännischer Angestellter an einer Tanzschule. Ganz unwahr ist das nicht: Krauses Job besteht nicht nur darin, seinen Schülerinnen und Schülern das Tanzen beizubringen. Er hilft auch bei der Buchhaltung, beantwortet Kundenanfragen, konzipiert Veranstaltungen und führt sie durch, etwa die Abschlussbälle der Tanzschule. In der Corona-Pandemie produziert er außerdem Videos, damit den Schülerinnen und Schülern die Tanzschritte auch im Shutdown im Gedächtnis bleiben.

Wie wird man Tanzlehrer?

Zum Tanzlehrer kann man sich in drei Jahren ausbilden lassen . Es handelt sich um eine schulische Ausbildung, das heißt, der Unterricht findet in einer Bildungseinrichtung statt, gegebenenfalls werden Praktika in Betrieben absolviert.

Ein großer Teil der Ausbildung ist natürlich das Erlernen von Tänzen – oft spezialisiert man sich schon in der Ausbildung auf einen Stil, etwa Gesellschaftstanz oder HipHop. Darüber hinaus lernt man einiges in den Bereichen Pädagogik, Veranstaltungsplanung, Moderation und kreatives Arbeiten .

Tanzlehrer arbeiten aber nicht nur an Tanzschulen , sie können auch im Leistungssport tätig sein, also etwa in Sportvereinen, oder im sozialpädagogischen oder sozialtherapeutischen Bereich. Das Gehalt von ausgebildeten Tanzlehrerinnen ist nicht einheitlich geregelt, es liegt an den Betrieben und Tanzschulen, wie sie ihre Angestellten vergüten. Als »Tanzsporttrainer« etwa kann man im Monat laut Arbeitsagentur  zwischen 1800 und 2400 Euro brutto verdienen.

Weitere Informationen gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit, zum Beispiel hier  oder hier .

Sein Hauptziel, sagt Krause, sei aber ein anderes: Die Menschen, die in seine Kurse kommen, sollen eine gute Zeit haben. Er will sie »entertainen«, wie er selbst sagt. Denn Krause ist überzeugt: »Die wenigsten Leute gehen in die Tanzschule, um wirklich tanzen zu lernen.« Vielmehr gehe es ihnen darum, eine gute Zeit mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin zu haben, Menschen kennenzulernen, den Alltag zu vergessen.

Wie schafft er es, dass seine Schülerinnen und Schüler sich bei ihm und in der Gruppe wohlfühlen? Was macht er, wenn sich Paare in seinen Tanzstunden streiten? Und wie schwierig ist es, das richtige Maß an körperlicher Nähe zu finden?

Über diese und weitere Fragen haben wir mit Rafael Krause gesprochen.

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