Taugenichtse und Trullas gesucht! – Das sind die skurrilsten Ausbildungs-Gesuche

Wir haben die witzigsten und verzweifeltsten Anzeigen zusammengestellt
Von Baha Kirlidokme

Dieser Beitrag wurde am 20.09.2018 auf bento.de veröffentlicht.

Es herrscht Fachkräftemangel in Deutschland. Vergangenes Jahr stiegen die Ausbildungszahlen zwar leicht an, vermutlich wegen der zunehmenden Ausbildung von Geflüchteten – sonst sinken sie seit 2012 aber stetig. (SPIEGEL

Viele Unternehmen klagen: über die verwöhnten Millenials, die nicht nur einen Job sondern auch gleich einen Sinn suchen und über diese jungen Leute, die ständig Selfies machen und nur auf sich bezogen sind. 

Andere ahnen, dass man so als Arbeitgeber auch nicht überzeugt – und manche lassen sich kreative, witzige oder skurrile Gesuche einfallen, um den Nachwuchs zu überzeugen.

Wir haben uns ein paar interessante Strategien herausgegriffen:

1 Übertreibungen

Gerne werden inspirierende Zitate genutzt. Beim Landgut Stoiber, einem Hotel bei Berlin, zitiert man Pu den Bär und fragt: "Du willst einen traumhaften Arbeitsplatz, aber du weißt, die Grenze zwischen Traum und Trauma ist fließend?"

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Außerdem gibt es vermeintliche Aufstiegschancen – und was für welche! "Du kennst den Unterschied zwischen Fanta und Sprite? Wenn du dann auch noch Cola kennst, hast Du bei uns schon das Zeug zum Bankettleiter."

Pragmatisch ist man auch: "Dich erwartet eine tolle Arbeitsatmosphäre: runtergefallenes Essen legst Du dem Gast freundlich wieder auf den Teller - Guten Appetit!"

Wer könnte da nein sagen?

2 Ironie

Jochen Kalz hat eine Brandschutz-Firma und sucht nach Grantlern (bayerisch für mürrische Menschen) und Taugenichtsen. Das stand zumindest in seiner Zeitungs-Anzeige. Da er jahrelang Schwierigkeiten hatte, neue Azubis zu finden, griff er irgendwann zur Ironie. Laut Anzeige dürfe man für Außendiensteinsätze ein Firmen-Bobby-Car benutzen.

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Mit etwa 25 Leuten hätten sich vier mal mehr Menschen beworben, als auf seine Standard-Anzeigen, so Firmenchef Kalz in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau ".

3 Klartext und viel Arbeit!

Eine Münchner PR-Agentur sucht hingegen lieber nach einem "PR-Fuzi" oder einer "PR-Trulla". Was man mitbringen soll? Mindestens 150 000 Insta-Follower, einen chilligen Lebenslauf und Erfahrung mit üblen Kantinen.

Die Kollegen stammen allesamt aus der Hölle, die Chefs sind unsympathisch und anstatt Tischkicker hat man bloß Murmeln.

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4 Es krachen lassen

Sven Sterz besitzt eine Glaserei und versucht es hingegen mit einem Video. In dem Film lässt er kurzerhand eine Scheibe fallen, die in tausend Teile zerspringt und erzählt, dass ihm Herkunft und Schulbildung der Bewerber egal seien.

Er zählt zudem auf, mit was für Leistungen seine zukünftigen Azubis rechnen können.

Bei einer Note Drei in der Zwischenprüfung bekommen sie zum Beispiel einen Bonus von 300 Euro und bei Problemen können sie jederzeit auf ihn zukommen. Die Strategie ist aufgegangen: Er erhielt mehr als vier Millionen Klicks und dazu fast 40 Bewerbungen.

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Die neuen Azubis wurden schnell gefunden. Natürlich wurden auch sie in einem Video vorgestellt.

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5 Super Titel für langweilige Arbeit

Wie interessiert man junge Leute für Berufe, die den Ruf haben, langweilig und eintönig zu sein? Ganz einfach: Man lässt sich coole Namen für die vermeintlich langweiligen Jobs einfallen.

Solche zum Beispiel: "SuperMasterSteuerzeug"! Hier findest du Perspektiven, Spannung und Abwechslung! Dahinter verbirgt sich natürlich der gute alte "Steuerfachangestellte", aber wie sagt man so schön, liebe Steuerberaterkammern Nürnberg und Köln:  

Nice try!

Und weil es nie genug von dem SuperMasterSteuerzeug geben kann, hat Datev eine Kampagne gestartet, die sich "Rock deine Zukunft!" nennt. Dafür hat der IT-Dienstleister für Steuerberater sogar eine Webserie mit drei Folgen produziert, um den Beruf des Steuerberaters schmackhaft zu machen.

6 Der Klassiker

Ehrliche Jobanzeigen sind übrigens kein Phänomen der Neuzeit: 

“Es werden Männer gesucht für eine gefährliche Reise. Kleines Gehalt, bittere Kälte, lange Monate in kompletter Dunkelheit, dauernd in Gefahr, sichere Heimkehr zweifelhaft. Ehre und Anerkennung im Fall der Rückkehr.”

Diese Anzeige soll laut "spektrum.de " Ernest Shackleton 1914 in die Times gestellt haben.

Er wollte die Antarktis als erster Mensch überqueren und suchte Mitstreiter. 5 000 Männer sollen sich beworben haben, aus denen er sich seine Crew zusammengestellt hat.

Mit Ruhm und Ehre wurde es allerdings nichts: Das Schiff fror in der Antarktis über Monate fest. Nach vielen Unglücken scheiterte das Unterfangen.

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