Neue Daten vom Statistischen Bundesamt Junge Menschen leben heute meist auf Kosten der Angehörigen

In der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen kann nur jeder Dritte seinen Lebensunterhalt allein finanzieren. Vor 30 Jahren war das noch anders.
Junge Frau bei der Arbeit: Nur wenige 15- bis 24-Jährige können vom eigenen Lohn leben

Junge Frau bei der Arbeit: Nur wenige 15- bis 24-Jährige können vom eigenen Lohn leben

Foto: Franziska & Tom Werner / Getty Images

Junge Menschen zwischen 15 bis 24 Jahren leben in Deutschland mehrheitlich (51 Prozent) auf Kosten ihrer Eltern oder anderer Angehöriger: So verdienten nur 38 Prozent von ihnen im vergangenen Jahr ihr Geld überwiegend selbst, bezogen ihr Haupteinkommen also aus eigener Erwerbstätigkeit.

30 Jahre zuvor war das Verhältnis umgekehrt: Im Jahr 1991 lebte mehr als die Hälfte der 15- bis 24-Jährigen (52 Prozent) von ihrem eigenen Erwerbseinkommen. Nur 40 Prozent waren finanziell von ihren Angehörigen abhängig. Das berichtet das Statistische Bundesamt.

Der Grund ist naheliegend: Die meisten 15- bis 24-Jährigen befinden sich heutzutage noch in Schule, Studium oder Ausbildung.

Mehr junge Menschen auf öffentliche Leistungen angewiesen

Jeder Zehnte in der untersuchten Altersgruppe bezog sein Haupteinkommen 2021 aus öffentlichen Leistungen. Im ersten Coronajahr 2020 war es sogar fast jeder achte junge Mensch – der höchste Stand seit der Wiedervereinigung.

In der Gruppe der Leistungsbezieher finden sich auch viele, die weder in Schul- oder Berufsausbildung waren noch einer Erwerbsarbeit nachgingen. Ihr Anteil stieg während der Coronapandemie auf 7,5 Prozent, nachdem 2019 ein Zehnjahrestief von 5,7 Prozent erreicht worden war.

Im europäischen Vergleich sind die Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt für junge Leute überdurchschnittlich gut: Nur 6,9 Prozent der Erwerbspersonen zwischen 15 und 24 Jahren waren 2021 hierzulande ohne Job, während in der EU die Quote 16,6 Prozent betrug.

Allerdings arbeitet hierzulande fast ein Drittel der jungen Beschäftigten (29,2 Prozent) in einem atypischen Vertragsverhältnis: entweder befristet, in Teilzeit mit weniger als 21 Wochenstunden, geringfügig beschäftigt oder in Zeitarbeit. Dieser Anteil ist in der jungen Altersgruppe dabei deutlich höher als in anderen Altersgruppen.

asr/dpa
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