Parkhäuser von Aston Martin Garagenwagenträume

In einem Aston Martin wohnen? Das ist jetzt möglich. Der britische Luxuswagenhersteller will künftig Garagen und sogar Häuser bauen. Das Besondere: Nicht der Mensch steht im Mittelpunkt, sondern das Auto.

Aston Martin

Die Monterey Car Week in Pebble Beach ist der Ort, wo Blech zu Gold wird. Supersportwagen, Prototypen, Oldtimer und andere Sammlerstücke auf vier Rädern werden hier für Millionenbeträge versteigert. Das ideale Werbeumfeld für ein neues Angebot aus dem Hause Aston Martin. Der britische Autobauer hat auf der Automesse in Kalifornien keinen Wagen präsentiert, sondern eine Dienstleistung. Die Sparte Aston Martin Automotive Galleries and Lairs soll Garagen und Häuser für Autos bauen. "Den perfekten Raum für wunderschöne Autos", wie es auf der Unternehmenswebseite heißt.

"Ein Haus oder ein luxuriöser Rückzugsort um Ihr Auto herum gebaut", beschreibt Aston Martins Kreativchef, Marek Reichman, die Idee. Er und sein Team kennen sich aus mit der Gestaltung von Räumen. Von ihnen stammt auch die Innenarchitektur für einen 66 Stockwerke hohen Luxuswohnturm, der gerade in Miami entsteht. Gebaut wird das Haus von einem Projektentwickler, vermarktet werden die 391 Wohneinheiten aber unter dem Namen der Sportwagenschmiede. Laut "Forbes" ist fast die Hälfte bereits verkauft.

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James Bond lässt grüßen: Garagenträume von Aston Martin

Für Reichman ist die Garage für einen Autoliebhaber mindestens genauso wichtig wie dessen Zuhause. Bei dem Projekt gehe es darum, Autos als Kunstwerke zu inszenieren. Sei es in Solobauten für einzelne Wagen und Sammlungen, oder als Teil eines kompletten Anwesens. Wie das aussehen kann, zeigen etwa die Entwürfe von Obermoser Arch-Omo aus Innsbruck, eines von mehreren Architekturbüros, mit denen Aston Martin zusammenarbeiten will.

Garagen unter Wasser

Architekt Johann Obermoser und seine Planer sehen die Autos vor allem unter der Erde. Auf allen Zeichnungen steht der Wagen im Mittelpunkt: geparkt unter einem Oberlicht, umkreist von einer spiralförmigen Ausfahrt, unter dem Glasboden eines Swimmingpools oder wie bei Batman hinter einer Wand aus Wasser auf einem Podest in einer Höhle.

"Aston Martin hat jahrzehntelange Erfahrung in der Präsentation von Autos und weiß, wie wichtig die Unterbringung und Pflege dieser Maschinen ist", wird der Chef des Aston-Martin-Partnerprogramms, Sebastien Delmaire, in einer Pressemitteilung zitiert. Die Möglichkeiten seien unendlich. Für die Fantasie der Planer mag das gelten. Inwieweit sich die kühnen Garagenfantasien aber genauso in die Realität umsetzen lassen, ist zunächst einmal eine Frage der Statik. Danach entscheidet das Geld.

Davon hatten sie bei Aston Martin Chart zeigenschon einmal mehr in der Kasse, was auch die ungewöhnliche Geschäftsidee erklären würde. Die Nachfrage nach den Autos ist schwach und die Aufträge gehen zurück, der Aktienkurs ist im Keller. Vielleicht verkaufen die Briten in Zukunft zwar weniger Autos, bauen dafür aber mehr Garagen.

löw

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