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Fotostrecke: Inspirierende Architektur von Kanada bis Südafrika

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Architekturpreis A+ 98 beste Bauten

Bei diesem Wettbewerb ist nichts bescheiden: 5000 Einsendungen, 400 Juroren plus 400.000 Leser-Votes. Die Veranstalter nennen das Ergebnis "die beste Architektur der Welt". Schick sind die Bauten allemal.

Der Name Architizer dürfte vielen Architekturfreunden ein Begriff sein: Die New Yorker Onlineplattform für Architekturbüros und -liebhaber mauserte sich binnen weniger Jahre zu einer der größten Datenbanken für realisierte und noch in Planung befindliche Bauprojekte. Potenziell können sich Kreative und Geldgeber hier mit Menschen aus aller Welt vernetzen, ihre Entwürfe präsentieren und Ideen austauschen.

Vor sechs Jahren lobten die Macher der Website erstmals einen eigenen Architekturpreis aus: A+. Im Gegensatz zu der sonst üblichen Vergabepraxis sollte bei diesem aber jeder mitbestimmen dürfen, zumindest ein bisschen. Die Auszeichnung wird in mehreren Kategorien und in zwei Schritten vergeben: Zunächst wählt eine Expertenjury für jeden Bereich fünf Finalisten aus. Deren Projekte werden dann online zur Abstimmung gestellt. Bei der jüngsten Ausgabe gingen 400.000 Publikumsstimmen ein.

Der Bildband mit dem unbescheidenen Titel "The World's Best Architecture" versammelt nun die Gewinnerprojekte der jüngsten Ausgabe dieses gigantomanischen Architekturwettbewerbs: 98 Bauten, ausgesucht aus 5000 Einsendungen von einer rund 400-köpfigen Jury. Die auf 280 Seiten gezeigte Bandbreite ist riesig: Wohnhäuser, Bürotürme, Universitäten, Denkmäler, Parks, sogar riesige Ökofarmen werden vorgestellt. Auch geografisch lässt sich die Auswahl kaum eingrenzen, von China über Vietnam bis Australien, die USA oder Mexiko und Ruanda ist alles dabei.

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In der Endauswahl war zum Beispiel The Beehive aus Sydney. Ein Bürogebäude, das mit seiner auffälligen Wabenfassade aus Terrakottaziegeln bereits mehrere Preise eingeheimst hat. Oder die leuchtend rote Fakultät für Architektur und Umweltdesign in Kigali, Ruanda. Inspiriert von den vier Elementen, entwarfen die Architekten von Patrick Schweitzer & Associés einen Gebäudekomplex, der dank eines ausgeklügelten Systems zur Luftzirkulation keine Klimaanlange braucht. Dazu bedienten sie sich lokaler Baumaterialien und -techniken. Die markante Form der Gebäude ist angelehnt an örtliche Baustile.

Gestaltung sozialer Räume

Gläserne Wolkenkratzer gehören längst zum globalen Repertoire von Abu Dhabi bis Taipeh, umso wichtiger wird die Gestaltung sozialer Räume. So versammelt der Architizer-Band auch Projekte wie Maggie's Centre im britischen Barts, das mit seiner offenen, geschwungenen Betonlobby kaum an ein Zentrum für Krebspatienten erinnert und wohl auch nicht erinnern soll. Die geschwungene Glasfassade umschließt einen hohen, lichtdurchfluteten Raum. An der Außenseite windet sich eine Holztreppe hoch bis auf einen Dachgarten.

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Architizer: The World's Best Architecture: The World's Best Architecture, 2018

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An dieser Stelle einen Gesamtüberblick über das prämierte Portfolio zu geben, ist unmöglich: Zu breit gefächert sind die Kategorien, zu verschieden die Bauwerke, Ansätze und Dimensionen. Hierin liegen sowohl die Stärke als auch die Schwäche des Buchs, das in seiner Fülle schnell überfordern kann. Denn "Architizer: The World's Best Architecture" bietet kaum zusätzliche Orientierung. Eine Einführung in die jeweiligen Kategorien oder Kriterien bekommt der Leser nicht, Überwältigungsarchitektur in Buchform.

Im Vorwort werden lediglich einige Tendenzen und Beobachtungen aufgegriffen, die einen roten Faden spinnen sollen. Alle Bauten eine die Liebe zum Material, ein Sinn für die handwerklichen Künste und die Fähigkeit zum Teamwork zwischen Architekten, Projektentwicklern, Bauarbeitern, heißt es dort etwas schwülstig.

So oder so: Mit seinem gewollt etwas großmäuligen Ansatz macht der Bildband fantastische Architektur in wirklich jedem Winkel der Welt sichtbar. Etliche der hier präsentierten Bauwerke hätte man früher vermutlich nur mit einschlägiger Expertise entdecken können - oder im Zweifel gar nicht. Nebenbei ist das Buch aber auch ein Beleg dafür, dass Schwarmintelligenz und Expertenwissen gar nicht unbedingt weit auseinanderliegen müssen: Etliche Gewinnerbauwerke haben sowohl in der Jury- wie auch in der Publikumsabstimmung gepunktet.

Wer die Gewinner des A+ 2019  mit auswählen möchte, kann noch bis zum 5. Juli abstimmen.

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