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Schwarze Häuser: Schön dunkel

Foto: MXMA Architecture & Design/ Adrien Williams

Einfarbige Architektur Die schönsten Schwarzbauten

Es gibt schwarze Kassen, schwarze Nullen, schwarze Löcher. Und es gibt schwarze Häuser. Dass die nicht furchteinflößend, sondern sehr elegant aussehen, zeigt ein neuer Bildband.

Wenn jemand schwarz baut, dann bedeutet das in der Regel, er hat nicht die dafür erforderlichen Bauanträge gestellt und besitzt damit auch keine Genehmigung für sein architektonisches Vorhaben. Die 155 Architekten, deren Werke in einem neuen Bildband über einfarbige Häuser vorgestellt werden, haben sicher vor dem Spatenstich mit der Bauaufsicht gesprochen. Zumindest die meisten von ihnen, immerhin ist ein Teil der in "Black: Architecture in Monochrome" gezeigten Häuser fast ein Jahrtausend alt.

Zum Beispiel der Königsbauernhof im Südwesten der Färöer, eines der ältesten ununterbrochen bewohnten Holzhäuser weltweit. Durch eine in der Gegend gebräuchliche Oberflächenversiegelung mit Teer wurde das Holz schwarz. Das alte Bauernhaus wurde im 11. Jahrhundert erbaut und war rund fünfhundert Jahre Sitz des Bistums Färöer. Heute lebt dort eine Bauernfamilie in der 17. Generation.

Die Geschichte der LeJeune Residence in Montreal reicht nicht ganz so weit zurück. Das ehemalige Kutscherhaus im Herzen von Montreal ist aber ebenfalls holzverkleidet und rabenschwarz. Doch im Gegensatz zum Königsbauernhof ist die Farbe hier verhältnismäßig frisch. Der aus dem Jahr 1890 stammende Bau wurde von seinen heutigen Besitzern angestrichen. Sie wollten ihrem Heim so eine moderne Optik verpassen.

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Schwarze Häuser: Schön dunkel

Foto: MXMA Architecture & Design/ Adrien Williams

Noch jünger ist der an Container erinnernde Bau im spanischen Pamplona. Javier Larraz verwendete - wie sollte es bei einem Buch über schwarze Architektur anders sein - ebenfalls jene Farbe, die eigentlich keine mehr ist, seitdem sie Isaac Newton mit seinem Spektral-Experiment aus der Farbskala verbannt hat. Durch den Einsatz von Schwarz hat Larraz dem zweistöckigen Aluminiumbau eine Ästhetik gegeben, die selten ist bei derartigen Gebäuden. Es handelt sich nämlich um ein Obdachlosenasyl.

Diese Wirkung zeigt sich bei allen auf 175 Fotos vorgestellten Häusern. Kirchen, Bibliotheken, Waldhütten, Wolkenkratzer - Schwarz ist stark, zeitlos, elegant. Es verleiht den Gebäuden eine fast mystische Ausstrahlung. Das wussten auch einige der besten Architekten des 20. Jahrhunderts: Mies van der Rohe, Philip Johnson Eero Saarinen bauten ebenso in Schwarz wie ihre Nachfolger Norman Foster, Peter Zumthor, John Pawson oder Jean Nouvel. Von ihnen allen finden sich Projekte in dem im Phaidon Verlag erschienenen Buch. Eingeleitet werden die 224 Seiten des Buchs mit einem lesenswerten Essay über die Kulturgeschichte der Farbe.

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Phaidon Editors

Black: Architecture in Monochrome

Verlag: Phaidon Press
Seitenzahl: 224
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