Luxusartikel für Dutzende Millionen Euro zerstört Burberry stoppt Verbrennen unverkaufter Ware

Lieber vernichten als Preise senken - damit soll bei Burberry Schluss sein. Das britische Luxuslabel will Ladenhüter künftig recyceln oder spenden. Zuletzt hatte die Firma Ware im Wert von 32 Millionen Euro zerstört.
Burberry-Tasche

Burberry-Tasche

Foto: Toby Melville/ REUTERS

Das britische Luxuslabel Burberry reagiert auf Kritik und stoppt die Vernichtung unverkaufter Ware. Das Unternehmen will stattdessen verstärkt unverkäufliche Ware weiterverwerten, spenden oder recyceln, teilte Burberry mit. Das Traditionshaus hatte im Juli für negative Schlagzeilen gesorgt, weil es allein im Geschäftsjahr 2017/18 nicht verkaufte Kleidung im Wert von etwa 32 Millionen Euro verbrannt hatte. Das ging aus dem eigenen Geschäftsbericht  hervor.

In der Luxusbranche ist es bislang durchaus üblich, Ladenhüter lieber zu zerstören als die Preise dafür zu senken. Die Unternehmen befürchten, das exklusive Image könnte Schaden nehmen, wenn ihre Produkte mit Rabatten verkauft würden. Burberry betrieb diese Methode, seine Marke zu schützen, zuletzt in großem Stil. Einem "Fortune"-Artikel zufolge summierte sich der Wert der verbrannten oder anderweitig zerstörten Ware in den vergangenen fünf Jahren auf etwa hundert Millionen Euro .

Burberry will sein Image zudem noch durch eine weitere Maßnahme aufpolieren: Künftig werde man keinen echten Pelz mehr verarbeiten, teilte das Unternehmen weiter mit. "Moderner Luxus bedeutet, sozial und ökologisch verantwortlich zu sein," sagte Firmenchef Marco Gobbetti. Dies sei für Burberry von zentraler Bedeutung und der Schlüssel zu langfristigem Erfolg. Auch andere Luxusmodefirmen wie Gucci, Versace und Stella McCartney haben Pelz bereits aus ihrem Angebot gestrichen.

Schon seit einiger Zeit stagniert das Geschäft von Burberry. Gobetti, seit Mitte 2016 Chef des Labels, versucht, Burberry neu zu positionieren. Er hofft auch auf den Designer Riccardo Tisci, der früher für Givenchy Mode etwa für Beyonce oder Madonna kreierte.

fdi/Reuters
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