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Nordafrikanische Küche Heute gibt es Couscous

Geht leicht, kostet wenig und ist eine gute Basis für viele Gerichte: Couscous ist eine Küchenallzweckwaffe – und neuerdings auch Weltkulturerbe. Vier Rezepte für Fans und solche, die es werden möchten.

Allein der Name ist eine Wohltat. Erinnert der Couscous – von Berberisch kuskus oder arabisch kuskusū – zumindest im Deutschen doch an zwischenmenschliche Lippenbekenntnisse, die in Zeiten des Maskentragens und Abstandhaltens zu kurz kommen. Wobei das bestimmt nicht der Grund ist, warum die Unesco die kleinen Kügelchen aus Hartweizengrieß, das traditionelle und allgegenwärtige Gericht der nordafrikanischen Küche, jetzt zum Weltkulturerbe ernannt hat.

Der Legende nach war der (oder das) Couscous eine himmlische Nothilfe für darbende Berber. Denn als die Engel sahen, wie die Menschen hungerten, fingen sie an zu weinen – und aus ihren Tränen wurden dann die kleinen schmack- und nahrhaften Getreidekörner.

Auf der Erde werden sie aber traditionell aus mit Salzwasser besprenkeltem Grieß gemacht. Hierzulande greifen Couscous-Fans allerdings meist auf Fertigprodukte zurück. Dann entfällt auch das Garen, für das in Maghrebstaaten eine Couscousière verwendet wird. Diese Verbindung aus Topf und Garaufsatz erlaubt das gleichzeitige Kochen der Gemüse- und Fleisch- oder Fischbeigaben sowie das Dämpfen der Grießkörner. Zum Schluss wird der Couscous noch mit Olivenöl oder Butter verfeinert. Gegessen wird er mit der Hand und gemeinschaftlich.

Couscous symbolisiere das »Zusammenleben«, hieß es denn auch im Antrag von Algerien, Marokko, Mauretanien und Tunesien, ihrer traditionsreichen Speise den Status eines Weltkulturerbes zu verleihen. Es war das erste Mal, dass sich vier Maghreb-Staaten für ein gemeinsames Vorhaben zusammenschließen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Die Initiative weckt deshalb auch Hoffnungen auf eine politische Annäherung. »Frauen und Männer, Junge und Alte, Sesshafte und Nomaden, Menschen vom Land und aus der Stadt sowie Emigrierte« – jeder identifiziere sich mit dem Gericht, erklärten die Antragsteller.

Wenn Sie dazugehören oder nun auf den Geschmack kommen möchten, empfehlen wir Ihnen diese Rezepte:

Ein Couscous-Salat ist auch eine perfekte Basis und kann mit fast allem ergänzt werden, was die Küche hergibt. Etwa mit Würstchen, Ei, Gurke und Tomate. Unter anderem deswegen schätzt Sarah Wiener Couscous als Grundzutat vieler Gerichte. Probieren Sie es! Couscous hat das Zeug, zu einem Ihrer Küchenjoker zu werden: macht wenig Aufwand, kostet wenig, die meisten Zutaten kann man gut vorrätig halten. Und er schmeckt köstlich.

löw/dpa
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