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Maria Grazia Chiuri Die erste Frau

aus DER SPIEGEL 16/2021
Foto:

REUTERS / Charles Platiau / REUTERS

Als die Designerin Maria Grazia Chiuri, 57, bei ihrer ersten Modenschau für Dior Models auf den Laufsteg schickte, die T-Shirts mit der Aufschrift »We should all be feminists« trugen, schrieb sie Modegeschichte. 2016 war das, damals wurde spekuliert, ob diese Idee nicht nur ein populärer Gag gewesen sei. Doch Chiuri war es ernst mit der Botschaft. Seit sie Kreativchefin bei Dior ist, versucht sie, auch hinter den Kulissen Veränderungen durchzusetzen. In einem Interview mit der britischen »Vogue« berichtet Chiuri davon, wie schockiert sie gewesen sei, als sie am Anfang ihrer Zeit bei Dior eine Kampagne von einer Frau fotografieren lassen wollte – und zur Antwort bekam, es gebe keine gute Fotografin. Chiuri hat das inzwischen widerlegt und zum Beispiel mit Brigitte Niedermaier oder Brigitte Lacombe gearbeitet. »Immer wieder gibt es Situationen, in denen zum ersten Mal eine Frau eine Aufgabe übernimmt und die Leute damit überrascht. Das bedeutet, dass wir immer noch in einer patriarchalischen Welt leben«, sagt die Designerin. Auch Frauen hätten entsprechende Muster noch immer verinnerlicht, beobachtet Chiuri und nimmt sich davon selbst nicht aus. »Man muss daran arbeiten, die eigene Sichtweise zu verändern.« Sie versuche das jeden Tag.

clv
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