Schuhregal aus Holzleisten und Plastikgitterkisten
Schuhregal aus Holzleisten und Plastikgitterkisten
Foto: Kip Dawkins/ Shoe Heel Factory

Do-it-yourself Das ist der Hammer

Sie wollen etwas in Ihrer Wohnung verändern, mit wenig Geld und von eigener Hand geschaffen? Wir haben ein paar DIY-Ideen zusammengetragen - für Anfänger und Fortgeschrittene.
Von Isabel Barragán

Auf YouTube, Instagram, Blogs, aber auch in zahlreichen Büchern kursieren zahllose Do-it-yourself-Anleitungen: vom gepimpten Sperrholz-Billy-Regal bis hin zur selbst geschmolzenen Blumenvase. Einige Tipps sind fragwürdig, bringen gefühlt eher noch mehr Müll in die Wohnung, als vorher schon drin war. Oder hat jemand zufällig noch ein paar Liter Zement übrig, um sich daraus einen Stuhl zu gießen?

Ein paar Plattformen aber bieten durchaus hilfreiche Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie sich aus der Wohnung und aus Restposten im Keller mehr herausholen lässt, ohne besondere Design- oder Handwerksvorkenntnisse. Der Aufwand und die Schwierigkeitsgrade unterscheiden sich trotzdem:

Level 1: Vom Fließband-Stuhl zum Makramee-Thron

Für einige dürfte er der Inbegriff für bewegungslose Quarantänewochen geworden sein: der Stuhl im eigenen Wohnzimmer. Wer seinen Anblick leid geworden ist, der kann ihn durch Kombination neuer Materialien aufwerten. YouTuber Drew Scott webt dazu mit einer Makramee-Kordel in die Stuhllehne. Klingt billig, ist es auch – Kostenpunkt: 10 bis 20 Euro –, sieht aber nicht so aus. Die Fläche bekommt so eine neue Struktur, die sich bei Bedarf schnell abändern und durch andere Materialien variieren lässt.

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Das braucht man: Stuhl, Makramee-Kordel, Schere

Bauanleitung hier 

Kosten: 10 bis 20 Euro

Dauer: 15 Minuten

Level 2: Cycle me up, Schrotti - Aus Weinflaschen mache Kerzengläser

Fotostrecke

Schöne Alternative zum Altglascontainer

Foto: Sven und Sigrid Weil

Müll ist nicht gleich Müll. Vieles lässt sich mit wenigen Schritten upcyceln. Dazu gehören auch Weinflaschen und Karaffen. Umgebaut zu Lampen stehen sie mittlerweile auf verschiedenen Plattformen zum Verkauf. Das führt allerdings dazu, dass Do-it-yourself-Produkte aus Flaschen eher zum "Buy-it-yourself"-Objekt werden. Wie sich leere Flaschen zu Kerzengläsern schneiden lassen, zeigen die beiden Blogger und selbst erklärten "Teilzeit-Vanlifer" Sven und Sigrid Weil: Je nach Größe sind die geschliffenen Gläser auch als Vasen oder Schalen nutzbar.

Bauanleitung hier  

Was man braucht: leere Weinflaschen, Glasflaschen-Schneider (ausleihbar im Baumarkt), heißes Wasser, Schüssel mit Eiswürfeln, Schleifpapier, Gesichtsschutz

Kosten: 15 Euro

Dauer: 1 Stunde

Level 3: Heller Pappenheimer

Foto: Kip Dawkins, © Shoe Heel Factory

Guerilla-Design ist so etwas wie die politische Do-it-yourself-Variante. Selbermachen wird hier zum Statement: Ressourcen sparen, mehr Nachhaltigkeit. Selbst Mülleimer und Plastikbecher lassen sich damit zum ästhetischen Wohnaccessoire umfunktionieren. Guerilla-Designer Will Holman verklebt beispielsweise Pappreste zu einer Tischlampe. Das sieht rustikal aus - steht damit aber auch im Einklang mit dem Gesamtkonzept: Guerilla-Design soll in erster Linie praktisch sein.

Das braucht man: Wellpappe, Holzleim, Klemmleuchte, Halogenlampe, Cutter, Zirkel, Bolzenschneider, Drahtschere, Zange

Bauanleitung in dem Buch von Will Holman "Guerilla-Möbel"

Kosten: ab 20 Euro (nur Material, ohne Werkzeug)

Dauer: ein Nachmittag

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Titel: Guerilla-Möbel: selbstgebaute Möbel aus gebrauchtem Material
Label: Haupt Verlag AG
ca. 19,90 €

Preisabfragezeitpunkt

02.02.2023 22.33 Uhr

Keine Gewähr

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Level 4: Der Lack ist ab

Im Laufe der Jahre verkratzen Möbel oft. Kleine Schrammen lassen sich noch mit Lackstiften reparieren. Bei größeren Flächen aber bleibt meist nichts anders übrig, als die Oberfläche abzuschmirgeln und neu zu lackieren. DIY-Bloggerin Susanne Fürstenberger hat sich überlegt, wie sich bei der Gelegenheit einem alten Möbelstück mehr Struktur geben lässt. Auf die angeschliffene Oberfläche ihres Wandschranks streicht sie Kreidefarbe: "So kann man ihm eine zweite Chance geben." Kreide sieht zunächst einmal nach Shabby Chic aus. Dafür hat die Farbe Tiefe, neue Kratzer sind dadurch weniger sichtbar.

Fotostrecke

Feinschliff für den Wandschrank

Foto: Susanne Fürstenberger

Das braucht man: Heißluftföhn, Spachtel, Abbeizer, Schleifgerät oder -papier, Staubmaske, Sperrgrund, Kreidefarbe (z.B. weiß), Pinsel oder Lackrolle, Möbellack, Lappen, Einweghandschuhe

Bauanleitung hier 

Kosten: 60 bis 70 Euro (nur Material, ohne Werkzeuge)

Dauer: ein Tag

Level 5: Massivholztisch mit optischer Täuschung

Foto: Frank Krüger

Möbel aus Einrichtungsdiscountern scheinen zwar billig und unkompliziert. Dafür aber bestehen sie oft aus Sperrholz, überleben selten mehr als einen Umzug. Und, seien wir mal ehrlich: Die Anleitung zum Aufbau eines Smågöra-Kleiderschranks erschließt sich auch nicht jedem problemlos. Warum also nicht einfach aus Massivholz selbst bauen? Eines der simpelsten Möbelstücke ist der Esstisch: ein Brett mit Fuß, so die Grundstruktur. Klingt nicht sehr aufregend? Heimwerker Frank Krüger zeigt auf seinem YouTube-Kanal "Frank's Shed": Es kommt auf den (Blick)winkel an. Die vier Tischbeine sägt er so zu, dass jedes um 45 Grad zur Platte geneigt ist. Versetzt an die Platte geschraubt wirken sie so, als würden sie unter dem Gewicht nachgeben. Eine optische Täuschung natürlich nur - zumindest, solange alles korrekt montiert ist.

Das braucht man: Akkuschrauber, Handsäge, wenn möglich Stichsäge, Holz, Maßband, Schleifpapier, Schmiege oder Geodreieck, Schrauben, Holzleim

Bauanleitung hier 

Kosten: ab 80 bis 100 Euro (wenn keine Holzreste vorhanden sind - nur Material, ohne Werkzeuge)

Dauer: ein Wochenende

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