Modedesigner verkaufen Luxusanwesen Dolce Villa

Sie ist so bunt wie ihre Mode, nur wird es hier garantiert nicht zu eng: Die Designer Domenico Dolce und Stefano Gabbana verkaufen ihre Villa. Ein entscheidendes Detail verschweigt der Makler aber.

Lionard

Unverbaubarer Meerblick, erreichbar nur per Schiff oder Hubschrauber, ein riesiger Garten sowie sieben Suiten: Auf der Vulkaninsel Stromboli vor der Küste Siziliens haben sich die beiden italienischen Modemacher Domenico Dolce und Stefano Gabbana ein Heim der Superlative geschaffen - das sie nun verkaufen wollen. Die entsprechende Anzeige veröffentlichte der Immobilienmakler Lionard Luxury Real Estate am Dienstag.

Bereits nach wenigen Stunden seien "Dutzende Mails und Anrufe" eingegangen mit der Bitte nach mehr Informationen, heißt es von den Maklern. Wichtige Details werden in dem Inserat aber nicht genannt - etwa der Preis.

Die weiße Villa, umgeben von Gärten, erstreckt sich auf mehr als 500 Quadratmetern und verfügt über einen unverbaubaren Blick auf den Vulkan Stromboli. Die Wohnfläche beträgt 235 Quadratmeter. Die beiden sizilianischen Modedesigner haben sie mit antiken Möbeln und lokalen Kunstgegenständen ausstaffiert. Die sieben Suiten sind von ihnen persönlich gestaltet. Jede in einer anderen Farbe.

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Rundgang durch die Designer-Villa: Schöner Wohnen mit D&G

"Ab Anfang der Neunziger haben Dolce und Gabbana alle ihre Sommer in dieser Ecke des Paradieses verbracht", heißt es in der Immobilienanzeige. Die "bedingungslose Liebe" der beiden zu ihrer Heimat Sizilien sei eine "Quelle der Inspiration" für ihre Kollektionen. Wer die Entwürfe der beiden kennt, weiß, das ist keine Werbephrase: Dolce und Gabbana sind bekannt für bunte, verspielte Kollektionen. Sie arbeiten oft mit folkloristischen Motiven. Spaghetti dienen ihnen genauso als Verzierung wie Marienbilder oder goldene Kreuze.

Zuletzt griffen sie aber zu tief in die Klischeekiste, weswegen ihr Modehaus eine schwierige Phase durchläuft: In China, wo die Firma normalerweise ein Drittel des Umsatzes macht, boykottieren viele Onlinehändler die Produkte. In Werbespots von Dolce & Gabbana auf Instagram war Ende 2018 eine chinesisch aussehende Frau zu sehen, wie sie versucht, Pizza, Spaghetti oder Baguette mit Stäbchen zu essen. Die Clips empfanden viele Chinesen als rassistisch. Das Model sah deswegen seine Karriere ruiniert. Für Ärger sorgte zudem das Bild eines Chats, in dem Stefano Gabbana sich abfällig über Land und Leute äußert.

Eine Sprecherin des Modehauses Dolce & Gabbana sagte auf Anfrage, mit dieser Geschichte habe der Verkauf der Villa nichts zu tun - er sei "Teil des Privatlebens der Modeschöpfer". Dolce und Gabbana waren früher ein Paar, sind aber seit einigen Jahren nur noch Geschäftspartner, wenngleich nach eigenen Angaben "sehr eng verbunden". Im vergangenen Jahr hatten sie versichert, sie würden ihr Unternehmen nicht verkaufen. Nach ihrem Tode solle auch niemand die Firma weiterführen.

löw/AFP



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