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Verspielt und nostalgisch: Arbeiten von Luke Edward Hall

Foto: Luke Edward Hall/ Talisman London/ teNeues

Einrichtungstipps vom Stardesigner Einfach machen

Luke Edward Hall ist derzeit einer der angesagtesten Innenarchitekten Englands. Hier verrät er, wie man sich eine Designsammlung anlegt und kleine Wohnungen dekoriert, ohne dass sie überladen wirken.
Foto: Luke Edward Hall/ Billal Taright/ Richard Ginori

Luke Edward Hall, Jahrgang 1989, hat seinen privaten Einrichtungsstil zum Beruf gemacht. Rokoko, Midcentury, Romantik und Postmoderne kombiniert er zu eklektischen Einrichtungen. Der Innenarchitekt ist derzeit einer der gefragtesten Vertreter britischer Exzentrik. Hall studierte an der Londoner Kunstakademie Central Saint Martins. Neben Räumen gestaltet er auch Produkte.

SPIEGEL: Sie gestalten Räume üppig und exzentrisch. Deprimieren Orte Sie eigentlich, an denen es trister zugeht?

Hall: Viele Orte deprimieren mich, wenn ich eine Weile dort sein muss. Oft fehlen Dekoration, Farbe und - ganz wichtig - Vorstellungskraft. Funktion hat oberste Priorität. Jammerschade. Auf der anderen Seite macht dies die besonderen Orte sogar noch besonderer.

SPIEGEL: Verraten Sie uns einen dieser besonderen, über-dekorierten Orte?

Hall: Ganz klar "Annabel's" in London, gestaltet von meinem Freund Martin Brudnizki! (Ein legendärer Privatclub, der 2018 komplett neu gestaltet wurde, Anm. d. Red.) Dieser Ort ist so übervoll an Ideen und Spaß - es ist ein absoluter Tumult an Farben, Mustern und Wundern.

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SPIEGEL: Sie gestalten gern Räume, in die eine zweidimensionale Welt hereinbricht, durch Kunstwerke und eigene Illustrationen, die Sie auffällig flach zeichnen. So wirken die dreidimensionalen Räume immer ein wenig bühnenhaft. Was soll das?

Hall: Ich denke, dass meine Arbeit sehr viel mit Eskapismus zu tun hat. Es ist nicht so, dass ich die echte Welt ignorieren möchte, aber ich mag die Vorstellung, dass meine Dinge Menschen an einen romantischeren, bunteren und spielerischeren Ort transportieren. Mir gefällt Ihre Bemerkung, dass sich meine Arbeit bühnenhaft anfühlt! Ich liebe die Idee der Bühne, wo nichts wirklich ist, wie es scheint.

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Verspielt und nostalgisch: Arbeiten von Luke Edward Hall

Foto: Luke Edward Hall/ Talisman London/ teNeues

SPIEGEL: Sie und Ihr Partner leben in einer winzigen, umfangreich dekorierten Wohnung in London. Verraten Sie uns, wie man auch auf kleinem Raum hemmungslos eklektisch sein und zugleich den Überblick behalten kann?

Hall: Es gibt eigentlich kein Geheimnis um den eklektischen Look: Man muss einfach sammeln, was man mag, Dinge, die zu einem sprechen. Ich persönlich liebe einen aufgeputzten Rokoko-Wandleuchter ebenso wie einen Marmor-Esstisch aus den Fünfzigern. Warum können diese Dinge nicht direkt nebeneinanderstehen? Meiner Meinung nach sorgen sich viele Menschen manchmal zu sehr darüber, ob bestimmte Dinge zusammenpassen, dabei wird sich das für gewöhnlich schon irgendwie ergeben, wenn du sie liebst.

SPIEGEL: Eines gehört aber sicherlich dazu: jede Menge Staubwischen….

Hall: Wir haben zum Glück Unterstützung in Sachen Staub.

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Luke Edward Hall

Greco Disco, The Art & Design of Luke Edward Hall (Englisch, 25x32 cm)

Verlag: teNeues Media
Seitenzahl: 224
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29.01.2023 06.22 Uhr

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SPIEGEL: Dinge schnell auszusortieren und sich nicht an materielle Dinge, insbesondere Kleinkram, zu heften, ist ziemlich beliebt derzeit. Es gibt Ratgeber wie Marie Kondo, die viel Geld damit machen, andere zum Ausmisten zu animieren. Was halten Sie davon?

Hall: Ich denke, dass es gut ist, nur mit Dingen zu leben, die dir Freude bereiten. Es scheint nur so zu sein, dass ich sehr viele dieser Dinge habe! Ich lebe nicht aus einem Selbstzweck heraus mit vielen Dingen. Sie bedeuten mir wirklich etwas. Ich habe sie im Laufe der Zeit gesammelt - sie alle haben Geschichten, die untrennbar mit ihnen verbunden sind. Sagen wir so: Wir misten regelmäßig aus. …Unser Apartment ist so klein, dass wir nicht ständig über irgendwelchen Kram stolpern können. Wenn wir uns nicht länger mit irgendetwas verbunden fühlen, dann spenden wir es für einen gemeinnützigen Zweck oder verkaufen es auf Ebay.

SPIEGEL: Haben Sie einen Wunschauftrag? Oder gab es den schon einmal?

Hall: Aktuell arbeite ich an einem Projekt in Paris, einer Kombination aus Hotel und Café. Das macht mir besonders viel Spaß, weil ich sowohl die Innenarchitektur als auch die Art-Direktion übernehme - also das Branding gestalte, die Arbeitsuniformen der Mitarbeiter, die Schreibwaren und Briefköpfe und so weiter. Es wird eine komplette Welt werden.

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