Koks Couture Frau von "El Chapo" will Modelabel gründen

Cowboystiefel aus Krokodilleder? Blutige T-Shirts? Die Frau des einst mächtigsten Drogenbarons der Welt möchte Mode, also Kasse machen. Der Name der Linie steht schon fest.

"Ich will meinen und Joaquíns Stil voranbringen", sagt die Frau des inhaftierten "El Chapo"
Henry Romero/ REUTERS

"Ich will meinen und Joaquíns Stil voranbringen", sagt die Frau des inhaftierten "El Chapo"


Der weltweite Kokainhandel lässt sich zwar auch aus dem Gefängnis heraus steuern, wie Pablo Escobar einst bewiesen hat. Aber im Falle der Inhaftierung in einem US-Staatsgefängnis sind die Erfolgsaussichten doch eher gering. Vielleicht ist das der Grund, warum Emma Coronel - Frau des inhaftierten mexikanischen Drogenbarons Joaquín Guzman - nun unter dem Namen ihres Gatten Mode respektive Geld machen möchte. Immerhin ist "El Chapo" ("der Kurze") eine weltweit bekannte Marke, und bei den Escobar-Nachfahren hat es schließlich auch funktioniert.

"Ich habe ein Projekt für eine Modelinie. Ich will meinen und Joaquíns Stil voranbringen", kündigte Coronel laut Nachrichtenagentur AFP bei Instagram an. Sehr viel mehr als den Namen scheint die 29-Jährige aber nicht mitzubringen. Ihre rund 100.000 Follower bat sie um Ideen für die geplante Marke mit den Initialen "JGL" (für Joaquín Guzmán Loera). Interessierte Designer mögen sich bitte mit ihren Anwälten in Verbindung setzen.

Emma Coronel, Ehefrau von "El Chapo"
EPA/ EFE

Emma Coronel, Ehefrau von "El Chapo"

"El Chapo" wartet derzeit auf die Verkündung des Strafmaßes, nachdem er in einem dreimonatigen Mammutverfahren am 12. Februar seinen Schuldspruch gehört hatte. Laut der New Yorker Staatsanwaltschaft sollen er und sein Sinaloa-Kartell zwischen 1989 und 2014 fast 155 Tonnen Kokain und große Mengen anderer illegaler Drogen in die USA geschmuggelt haben. Nicht Teil der Anklage waren die unzähligen Toten in Mexikos Drogenkrieg. Zeitweise gab es 68 Morde am Tag.

Die mächtigste Drogenorganisation der Welt

Die Nachrichtendienste nannten Guzmans Kartell 2010 die mächtigste Drogenorganisation der Welt. "El Chapo" entkam mehrfach unter fragwürdigen Umständen aus mexikanischen Hochsicherheitsgefängnissen. Das Wirtschaftsmagazin "Forbes" führte ihn 2009 auf Platz 41 der mächtigsten Personen der Welt , vor dem damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und Steve Jobs.

"El Chapo" hat in der Tat auch eine gewisse modische Relevanz. Ein Hemd, das er 2016 bei einem Treffen mit dem Schauspieler Sean Penn trug (das ihm letztlich zum Verhängnis wurde), wurde zum Bestseller des Modeunternehmens Barabas aus Los Angeles. Es wird seitdem als "El Chapo"-Shirt vermarktet. Neben bunten Hemden trug Guzman häufig Baseballmützen und Turnschuhe. Zumindest legen das die wenigen Fotos nahe, die ihn in Freiheit zeigen. Seine Frau zeigte sich während der Gerichtsverhandlungen meistens in Schwarz: enge Hosen, Blazer und High Heels.

löw/AFP



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
aschu0959 02.04.2019
1. Soll sie doch!
Das müssen die Käufer mit ihrem Gewissen abmachen.
stolte-privat 04.04.2019
2. Zeitgemäss
Geschmacklos, geldgierig, gewissenlos, publicitygeil...........passt genau in unsere Zeit und Gesellschaft. Der Erlös kommt auch sicherlich nicht den Opfern der Drogenkriege zugute. Alles richtig gemacht Frau Coronel und schlafen Sie nachts gut....
fatherted98 04.04.2019
3. wird sicher ein Erfolg...
...so wie ich die Konsumenten von Kardashian und Co. einschätze, werden die auch bei solchen Leuten kaufen und ihnen huldigen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.