Dreimal drei Sterne: Christopher Coutanceau (v.l.), Kei Kobayashi und Glenn Viel
Dreimal drei Sterne: Christopher Coutanceau (v.l.), Kei Kobayashi und Glenn Viel
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CHARLES PLATIAU/ REUTERS

Neue "Guide Michelin"-Sterne Das sind Frankreichs beste Restaurants

Frankreichs Feinschmeckerbibel lässt Sterne regnen. Ein Toprestaurant des Landes wurde jedoch herabgestuft.

Der Gastronomieführer Guide Michelin hat im Stammland Frankreich drei Toprestaurants mit einem dritten Stern ausgezeichnet. Unter anderem stieg der für Fisch- und Meeresspezialitäten bekannte Christopher Coutanceau aus der Hafenstadt La Rochelle in die Spitzenliga der französischen Gastronomie auf. Das teilte der Chef der Feinschmecker-Bibel, Gwendal Poullennec, am Montag in Paris mit.

Drei Sterne sind seit Jahrzehnten die Bestnote von Michelin und der Traum zahlreicher Spitzenköche. Die Topauszeichnung erhielten auch Kei Kobayashi aus Paris und Glenn Viel vom "L'Oustau de Baumanière" in der südfranzösischen Provence.

Kobayashi bezeichnete sich einmal als einen "Japaner, der französische Küche macht". Laut Michelin ist er der erste Japaner, der die Spitzenauszeichnung in Frankreich erhalten hat. 29 Spitzenlokale tragen in Frankreich die Topnote, in Deutschland sind es 10. Insgesamt tragen in Frankreich 628 Restaurants entweder einen, zwei oder drei Sterne. Erstmals zeichnete Michelin "Chefs", wie Spitzenköche in Frankreich heißen, für ihre Anstrengungen für eine nachhaltige Gastronomie aus.

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"Guide Michelin" 2020 - Eindrücke aus der französischen Spitzenküche

Foto: FRANCOIS GUILLOT/ AFP

Michelin hatte bereits vor dem Branchenspektakel mitgeteilt, dass die "Auberge du Pont de Collonges" des 2018 gestorbenen Küchenpapstes Paul Bocuse ihren dritten Stern verliert und künftig nur noch zwei Sterne hat. Das hat zu großen Debatten geführt, denn das Stammhaus von Bocuse in der Nähe von Lyon trug seit 1965 ununterbrochen die Bestnote, zudem galt Bocuse lange als Inkarnation der französischen Spitzenküche.

Einzigartige Küche, die eine Reise wert ist

"Michelin-Sterne werden nicht vererbt, man muss sie sich verdienen", lautet ein oft wiederholtes Motto vom Guide-Michelin-Chef Poullennec. Er leitet den "Guide rouge", wie der Führer in Frankreich auch genannt wird, seit September 2018. Michelin entzog schon im vergangenen Jahr drei Edelrestaurants die Topnote. Der Restaurantführer blickt auf eine 120-jährige Tradition zurück.

Bocuse starb vor zwei Jahren im Alter von 91 Jahren. Er gehörte zu den Vertretern der "Nouvelle Cuisine", einer Bewegung damals junger Köche, die die französische Küche entstauben wollten. Sein Kollege Marc Haeberlin berichtete einmal, dass auch Bocuse vor dem Erscheinen des Gourmetführers bis ins hohe Alter hinein stets unruhig gewesen sei.

Das Unternehmen Michelin ist vor allem als Reifenhersteller bekannt. Beim "Guide Michelin" handelt es sich um einen Reiseführer für Autofahrer, in dem Hotels und Restaurants bewertet werden. Um es Reisenden einfach zu machen, gute Adressen zu finden, werden die Einträge mit Sternen versehen, die Folgendes bedeuten:

  • Ein Stern steht für eine sehr gute Küche, die einen Stopp wert ist.

  • Zwei Sterne stehen für eine hervorragende Küche, die einen Umweg wert ist.

  • Drei Sterne stehen für eine einzigartige Küche, die eine Reise wert ist.

mkl/dpa