Halloumisticks mit Süßkartoffeldip Dip, Dip, Hurra

Wenn wie in diesen Tagen der Hochsommer eine kalte Dusche nimmt, ist das der perfekte Zeitpunkt, eine ganz heiße Kartoffel anzufassen. In der Form eines kalten Dips, den wir aus der Süßkartoffel zubereiten.

Peter Wagner/ Foodbild

Von Hobbykoch


Der Hype um die Süßkartoffel ist ein wenig abgeebbt, doch mittlerweile hat sich die orange Knolle einen Platz im Gemüseregal jedes halbwegs gut sortieren Supermarkt erobert. Völlig zu Recht, denn die Bataten, früher auch "spanische Kartoffeln" genannt, sind ein echtes Superfood im Gegensatz zu Linda & Co - mit denen sie botanisch nur sehr weitläufig verwandt sind.

Anders als viele zum vermeintlichen Heilsbringer hochgejazzten Lebensmittel sind Süßkartoffeln nicht bloß gesund, sondern auch vielseitig einsetzbar - noch dazu schmecken sie saulecker. Da nimmt man doch gern in Kauf, sich gleichzeitig die Vitamine E, C und K (jeweils ca. 30 Prozent des Tagesbedarfs), Entzündungshemmer wie das Antioxidans Anthocyan und bis zu drei Prozent Ballaststoffe reinpfeifen zu können. Darüber freut sich auch unser "Superorgan Darm".

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Fotostrecke: Garen, mehlieren, panieren

Es wird noch besser: Bataten enthalten den hochgesunden Pflanzenstoff Caiapo. Dieser - in Form vieler (roh) verzehrter Süßkartoffeln - ist der Grund dafür, weshalb die Menschen in der japanischen Region Kagawa seltener an Krankheiten leiden wie Blutarmut, Bluthochdruck und Diabetes. Und wer 100 Gramm rohe Süßkartoffel isst, kann sich vier Tage lang Möhren sparen, so viel Beta-Karotin ist darin.

Die Knollen sind außerdem wahre Effizienzmeister. Sie brauchen so wenig Wasser und können derart effizient Nährstoffe speichern, dass die NASA sie auf die Liste der idealen Versorgungspflanzen für extrem lange bemannte Raumflüge aufgenommen hat. Sollte irgendwann mal ein Mensch zum Mars fliegen, hat er wahrscheinlich Süßkartoffeln im Gepäck. Auf unserem Planeten wachsen die meisten davon in China (72 Millionen Tonnen), gefolgt von Malawi, Tansania und Nigeria. In Europa werden sie in Spanien und Italien angebaut.

Leichte Creme statt zäher Schleim

Kulinarisch gesehen ist die Süßkartoffel ein Tausendsassa. Neben den typischen Kartoffelzubereitungen wie Pommes, Stampf, Wedges, Püree oder einfach nur gekocht, eignen sich die Bataten wegen ihres Zuckergehalts auch gut für Kuchen und Süßspeisen. Sie lassen sich wie Knollensellerie in Scheiben geschnitten panieren und zu veganen Schnitzeln ausbraten, die noch dazu viel edler schmecken. Im Gegensatz zu den normalen Kartoffeln, die sich beim Pürieren im Mixer in einen zähen Schleim verwandeln, überstehen die andersartigen Kohlehydratstrukturen der Bataten diese Prozedur problemlos. Die Textur wird dadurch eher cremig.

Diese Eigenschaft nutzen wir auch für unsere "Halloumisticks mit Batatendip". Diese leichte Kochfingerübung beschert uns neben kross ausgebackenen Sticks mit feinem griechischen Käsekern einen herrlich cremigen Dip. Wegen seiner 80 Prozent Kartoffelmasse hat er weniger Kalorien als die meisten Stippen und erzeugt dennoch ein cremigeres Mundgefühl als Hummus. Dank seines natürlichen Fruchtzuckergehalts schmeckt er auch deutlich runder.

Luftdicht verpackt hält der Dip gut eine Woche im Kühlschrank. Er schmeckt auch zu Paprika- und Stangenselleriestäbchen, als Creme zu Falafel, Chicken Wings oder Frikadellen, als Beilage für gegrillte Gemüse oder Lammkoteletts. Tomaten können damit gefüllt werden oder ausgehöhlte Mairübchen. Aufs Brot geschmiert schmeckt er am besten mit Gurkenscheiben, oder süß mit zartbitterer Orangenmarmelade.

Die Kombination mit Halloumisticks ist prima für Sommerpicknicks geeignet, weil der panierte Käse sogar kalt eine gute Figur macht.



insgesamt 17 Beiträge
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dasfred 13.07.2019
1. Süsskartoffeln könnte ich in Erwägung ziehen
Mal eine Anregung, was neues auszuprobieren. Bei den Gewürzen verlasse ich mich natürlich wie gewohnt auf meinen Vorrat und meinen Tagesgeschmack. Damit macht man viele Wagner Rezepte auch für breite Schichten zugänglich. Der Käse ist mir, wie vorgestellt, zuviel Akt. Da findet sich sicher was, dass trotzdem geeignet ist.
#besserwisser 13.07.2019
2. ... sind Süßkartoffeln nicht bloß gesund, sondern auch ...
... matschig und geschmacksarm. Lasst uns doch die Linda! Muss man denn einen solchen Hype machen?! Wenn das Gemüse was taugt, dann setzt es sich durch - im Umkehrschluss ..... Und Halumi subsummiere ich (!) ganz klar unter "Umkehrschluss"!!! Ich finde, das Zeug braucht niemand ...
FrieFie 13.07.2019
3.
Ist Halloumi nicht dieser geschmacksarme Gummikäse, der überhaupt nur frittiert genießbar ist? Dann doch lieber Gemüsesticks marinieren und grillen oder frittieren, das bringt mehr Geschmack. Süßkartoffeln finde ich in allen Aggregatzuständen gut, meinetwegen auch als Dip. Aber wenn die sowieso so cremig zu pürieren sind, braucht es dann außer Sahne und Frischkäse auch noch Joghurt-Salatcreme - und warum dann nicht gleich einen Löffel Joghurt nehmen? Griechischer Sahnejoghurt würde auch noch Frischkäse und Sahne ersetzen, also drei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Dafür hätte man einen schönen Säure-Ausgleich zur Süße der Kartoffel. Ist einem das zu flüssig, presst man den Joghurt in einem Tüchentuch aus, dann wird er fester. Das Backen in der Schale mit auskühlen und auslöffeln ist auch überflüssig. Man kann Süßkartoffeln prima schälen, in Scheiben schneiden und backen, am besten mit dem Öl und den scharfen Gewürzen vorher in einer Schüssel mischen (dann können die Gewürze sich besser entfalten als wenn man sie in die kalte Creme mixt). Das vergrößert außerdem die Oberfläche, die karamellisiert, und bringt dadurch mehr Geschmack. Weil es Sommer ist, könnte man auch noch eine Handvoll frische Kräuter verwenden: Petersilie, Minze, Koriander, Thymian,...
thomas387 13.07.2019
4. Ich liebe die Wagnerschen Rezepte,
ich lese sie und überlege: Soll ich mir die Arbeit machen? Nur wegen eines Geschmackseindruckes? Meistens nämlich fahre ich da zu drei Supermärkten, bis ich das alles beieinander habe. Süßkartoffel ist ja ganz nett, aber ich bin da - verwandtschaftsbedingt - ziemlich gesättigt. Also bin ich raus und habe mir Salbeiblätter geholt, 5 Gramm Steinpilze eingeweicht, der Rest stand seit zwei Jahren noch im Regal und habe mir damit ein Omelette gemacht und mit Tomaten zwischen zwei Toastscheiben gepackt, ala Indian StreetFood. Mann, war das gut. Deshalb lese ich so gerne die Wagnerschen Rezepte: Was bleibt mir da alles erspart! Man kann sich das Leben, und zwar ein gutes, so viel leichter machen, einfach indem man würdigt, was man hat. Das vermeidet einen Haufen Herumfahrerei; und ein Essensglück, das von 3 Gramm Kurkuma abhängt kann gar kein Glück sein, sondern nur enttäuschen. Ich finde, die Wagnerschen Rezepte schärfen die Wahrnehmung, auch und gerade, wenn man sie nicht oder nicht so exakt nachkocht.
ikswolsok 13.07.2019
5. Diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht
Zitat von FrieFieIst Halloumi nicht dieser geschmacksarme Gummikäse, der überhaupt nur frittiert genießbar ist? Dann doch lieber Gemüsesticks marinieren und grillen oder frittieren, das bringt mehr Geschmack. Süßkartoffeln finde ich in allen Aggregatzuständen gut, meinetwegen auch als Dip. Aber wenn die sowieso so cremig zu pürieren sind, braucht es dann außer Sahne und Frischkäse auch noch Joghurt-Salatcreme - und warum dann nicht gleich einen Löffel Joghurt nehmen? Griechischer Sahnejoghurt würde auch noch Frischkäse und Sahne ersetzen, also drei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Dafür hätte man einen schönen Säure-Ausgleich zur Süße der Kartoffel. Ist einem das zu flüssig, presst man den Joghurt in einem Tüchentuch aus, dann wird er fester. Das Backen in der Schale mit auskühlen und auslöffeln ist auch überflüssig. Man kann Süßkartoffeln prima schälen, in Scheiben schneiden und backen, am besten mit dem Öl und den scharfen Gewürzen vorher in einer Schüssel mischen (dann können die Gewürze sich besser entfalten als wenn man sie in die kalte Creme mixt). Das vergrößert außerdem die Oberfläche, die karamellisiert, und bringt dadurch mehr Geschmack. Weil es Sommer ist, könnte man auch noch eine Handvoll frische Kräuter verwenden: Petersilie, Minze, Koriander, Thymian,...
Halloumi in den verschiedensten Preisklassen probiert, auch sog. Premiumprodukte. Das Ergbnis wie Sie beschrieben haben! @ besserwisser, Ihr Nomen scheint ja nicht gerade Omen zu sein! Die Süßkartoffeln, die ich bisher genossen habe, waren weder "matschig" noch "geschmacksarm". Vielleicht kochen Sie 'mal al dente und nicht eine Stunde und würzen entsprechend Ihrer Vorlieben. Ansonsten war ich bei der "Pro Linda" Kampagne von Anfang an dabei, mit Erfolg (also nicht meiner) wie man sieht, 'Linda' ist als Pflanzkartoffel in der EU zugelassen. Und ist übrigens eine Kartoffel und hat mit dem Sujet "Süßkartoffel" nix zu tun.
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