Kürbisgericht zu Halloween Endlich mal keine Suppe!

Alle reden von Nachhaltigkeit - und schmeißen dann doch das leckere Fruchtfleisch des Halloween-Kürbisses in die Tonne. Wir kochen lieber ein leckeres Herbstgericht daraus.

Peter Wagner/ Foodbild

Von Hobbykoch


Nicht genug, dass in diesen Tagen wieder Tonnen von Verpackungsmüll der "Süßes oder Saures!"-Plage in den Wertstofftonnen landen. Sogar das Fleisch der ausgehöhlten Kürbisse, das in seiner Schale perfekt und absolut nachhaltig verpackt ist, landet meist schnöde in der Biotonne.

Damit wollen wir jetzt nicht die Küchenverwertung in Form der uns allen längst aus dem Halse hängenden Kürbissuppe propagieren. Denn für die vergleichsweise geschmacksschwachen Kürbis-Innereien gibt es weitaus spannendere Verwendungsmöglichkeiten.

So nimmt das Fruchtfleisch gern würzende Begleiter geschmacklich auf - vor allem, wenn es unter hohen Backofentemperaturen mit Hilfe von zugegebenen Pflanzenölen wunderbare Maillard-Röstaromen entwickelt. Der Ofenkürbis ist eine Zubereitungsstrategie, die sich nicht erst seit Jamie Oliver weltweit wachsender Beliebtheit erfreut. Auch im heutigen Hobbyküchenrezept für "Ofenkäse mit Kürbis und Karamellbirnen" spielt er eine zentrale Rolle: Er schmeckt köstlich und sättigt, ohne dabei den Hüftspeck über Gebühr zu vermehren.

Ein weiterer Protagonist dieses fleischfreien Gerichts ist ein rasser Rohmilch-Camembert, den wir auf dem Backblech zwischen den Kürbisscheiben schmelzen lassen. Keine neue Idee - vor allem in Frankreich gibt es Hunderte von Rezepten dazu. Einige der interessantesten stammen von Guillaume Marinette.

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Halloween-Rezept: Ofenkäse mit Kürbis und Karamellbirnen

Der Absolvent der Pariser Kochschule "Ferrandi", bei unseren westlichen Nachbarn auch als TV-Koch bekannt, hat sich ein ganzes Buch über gebackenen Käse ausgedacht: "Ofenkäse - Genial einfache Käse-Ideen aus dem Backofen" heißt das im Vergleich zum schlanken französischen Original "Fromage au four" ziemlich sperrig betitelte Werk, das auf angenehm entspannte Weise überraschend viel aus diesem kleinen Themenansatz herausholt.

Wenn Camembert zum Dauerläufer wird

Marinette ordnet die Rezepte nicht nach Gang, sondern nach den verwendeten Käsesorten: Camembert, der ausschließlich im Spankörbchen verkaufte Mont d'Or aus dem französischen und Schweizer Jura sowie weitere halbfeste Schnittkäse wie Reblochon oder Bries. Allesamt im reifen Zustand schon bei Zimmertemperaturen aus der Verpackung laufend, gewinnen sie im Backofen erheblich an Aroma und fließender Textur. Wer also beim Nachkochen nicht den Käse über das Backblech laufen sehen will (was im Hobbyküchenrezept genau so gewollt ist), sollte den Spandeckel als untere Begrenzung aufstecken. Oder bei behälterfrei gekauftem Camembert, Bries und Reblochon eine ofenfeste Schüssel benutzen.

Preisabfragezeitpunkt:
24.10.2019, 09:38 Uhr
Ohne Gewähr

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Guillaume Marinette
Ofenkäse - Genial einfache Käse-Ideen aus dem Backofen

Verlag:
Jan Thorbecke Verlag
Seiten:
72
Preis:
EUR 12,00

Die Geschmacks-Kombinationen im Buch reichen von fruchtig wie Apfel/Armagnac, Feigen oder Schattenmorellen über herzhaft mit Schinken, Pesto, Würstchen, Pilzen, Speck/Zwiebeln und Chorizo bis hin zu überraschenden Paarungen wie Spargel, Tacos, Entenbrust, Rosinen oder Trockentomaten mit Haselnüssen.

Unsere Verbindung von geschmolzenem Camembert mit Kürbis und Birne fehlt im Buch, wirkt am Gaumen aber ebenso schlüssig, weil die zurückhaltend mürbe Süße der karamellisierten Birnenwürfel (auch Quitten wären denkbar) einen perfekten Kontrast zu der leicht bitteren Kopfnote des Käses bildet. Der Kürbis erhält, wenn er wie hier auf dem Blech liegend zubereitet wird, eine leicht cremige Textur, die sich mit der Gabel sehr schön in den Laufkäse quetschen lässt. Wer das Gericht lieber krosser haben und den Kürbis eher zum Dippen einsetzen möchte, schneidet die Spalten einfach ein bisschen dicker und backt sie hochkant stehend.



insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
grätscher 26.10.2019
1.
Sehr geehrter kochbuchlesender Hobbykoch, aus welchen Teilen des Kürbis kochen Sie denn eine Suppe ?Mit der Schale oder mit den Kernen? Also hier zu behaupten man schmeißt das Innere des Kürbis weg wenn man eine Suppe damit kocht grenzt einfach nur an Ahnungslosigkeit, aber auch Sie dürfen weiterhin ihr bitteres Süppchen aus der pürierten Schale und Kernen des Kürbis in sich reinlöffeln und sich wundern, warum es so bitter schmeckt. Andere verwenden zur Zubereitung das Fruchtfleisch, manch ambitionierter Hobbykoch schmeißt es weg... Kleine Frage : Wenn Sie das Süppchen mit Ingwer und Orangen verfeinern, kommt dann bei ihrem Rezept auch nur die Schale dieser Produkte zum Einsatz? Ihr Süppchen dürfen Sie getrost alleine auslöffeln.
biba_123 26.10.2019
2. Selbst bei der Rezeptvermittlung kommt man also ohne den erhobenen Zeifefinger nicht mehr aus?
Ich frage, wegen der einleitenden Behauptung, dass Teile des Kürbisses weggeworfen werden. Wenn der Autor dies bislang so hielt, gut, dieselbe Dummheit anderen zu unterstellen, ist eine Frechheit.
Augustusrex 26.10.2019
3. Verstehendes lesen
Zitat von grätscherSehr geehrter kochbuchlesender Hobbykoch, aus welchen Teilen des Kürbis kochen Sie denn eine Suppe ?Mit der Schale oder mit den Kernen? Also hier zu behaupten man schmeißt das Innere des Kürbis weg wenn man eine Suppe damit kocht grenzt einfach nur an Ahnungslosigkeit, aber auch Sie dürfen weiterhin ihr bitteres Süppchen aus der pürierten Schale und Kernen des Kürbis in sich reinlöffeln und sich wundern, warum es so bitter schmeckt. Andere verwenden zur Zubereitung das Fruchtfleisch, manch ambitionierter Hobbykoch schmeißt es weg... Kleine Frage : Wenn Sie das Süppchen mit Ingwer und Orangen verfeinern, kommt dann bei ihrem Rezept auch nur die Schale dieser Produkte zum Einsatz? Ihr Süppchen dürfen Sie getrost alleine auslöffeln.
ist wohl nicht Ihre Sache? Sonst hätten Sie nämlich gewusst, aus welchen Teilen des Kürbisses die Suppe gemacht wird.
horstenporst 26.10.2019
4.
Mit der Empfehlung die Halloween Deko zu verspeisen sollte man vorsichtig sein. Diese besteht nämlich oft aus Zierkürbissen, die nicht zum Verzehr geeignet sind.
akiron 26.10.2019
5. richtig lesen bitte!
"Also hier zu behaupten man schmeißt das Innere des Kürbis weg wenn man eine Suppe damit kocht grenzt einfach nur an Ahnungslosigkeit," - das wurde im Beitrag gar nicht behauptet . Es wurde im Artikel aber bedauert, dass bei den Halloween Kürbissen , die zur "Zierde " geschnitzt und aufgestellt werden , das Innere leider weggeschmissen wird. Und er eben keine Suppe draus machen würde .
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