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Fotostrecke: Happy-Bowl mit Lachs-Tataki

Foto: Peter Wagner

"Happy-Bowl mit Lachs-Tataki" Eine runde Sache

Der Trend, Speisen nur noch aus einer Schüssel zu essen, muss nicht zu schusseligen Ergebnissen führen. Dieses Rezept für Lachs mit Yakitori-Sauce und japanischem Gewürzpulver macht Bowler glücklich.

Wenige Foodtrends dieses Jahres sind so hartnäckig wie der Spleen, plötzlich hippes Essen aus Schüsseln aller Art löffeln zu wollen. Wobei die Gefäße in diesem Fall nicht Schüsseln genannt werden, nein, Experten sprechen von "Buddha Bowls". Das klingt asiatisch und damit für viele nach Glück. Eigentlich kommt diese Mode aber aus den USA, wo sie sich bekanntlich auskennen in der Kunst, Dinge und Lebensstile verheißungsvoll zu benennen. "Buddha Bowls" sind also der Foodtrend 2017. Dementsprechend viele Kochbücher über das Buddhabowling finden in diesen Monaten ihren Weg in den Handel.

Nicht alle davon sind schlecht, keineswegs, doch keines ist so unbrauchbar wie ausgerechnet das "Buddha Bowls" getaufte Werk der Karlsruher Foodbloggerin Annelina Waller, die für gerade mal 50 Rezepte sage und schreibe 160 Buchseiten braucht. Nicht, weil die Speisen so raffiniert sind, sondern weil so viele atmosphärisch wirken wollende Fotos, die die Autorin auf ihrer Forschungsreise durch das kalifornische Mutterland des Bowl-Fimmels zeigen, eingeschoben sind.

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Waller, Annelina

Buddha Bowls: Eine Schüssel voller Glück: Eine Schüssel voll Glück

Verlag: Callwey
Seitenzahl: 160
Für 22,00 € kaufen

Preisabfragezeitpunkt

07.02.2023 23.32 Uhr

Keine Gewähr

Produktbesprechungen erfolgen rein redaktionell und unabhängig. Über die sogenannten Affiliate-Links oben erhalten wir beim Kauf in der Regel eine Provision vom Händler. Mehr Informationen dazu hier

Leider werden dadurch die eigentlichen Bowl-Inhalte nicht wertiger, denn Waller macht den in diesem Genre gern begangenen Fehler, planlos alles Mögliche, was irgendwie nach - wir begrüßen den zweiten Trend - "Superfood" aussieht, in eine Schüssel zu schusseln. Typisches Beispiel: fünf farblich verschiedene Rettich- und Bete-Sorten mit Sprossen, Erdnüssen und glibbrigen Glasnudeln, alles zusammen ohne die nötigen liquiden Verbindungskomponenten - und dann auf dem Foto auch noch mit Stäbchen dekoriert. An so einem Gematsche freut sich nur noch die Hemdenreinigung nach den vergeblichen Versuchen, diesen Quatsch mit hashi essen zu wollen.

Zum Glück gibt es auch ein paar Bowl-Bücher, die nicht überall einen Sprung in der Schüssel zu haben scheinen. Der Kochbuch-Profi Martin Kintrup zum Beispiel schafft trotz des auch hier hirnerweichenden Titels "Just delicious - Super Bowls: Die Schüsseln zum Glück" auf weniger als der Hälfte der Waller-Seiten 48 Bowls zu rezeptieren, von denen selbst notorische Mehrschüsselesser locker zwei Drittel sofort in den Napf gelegt haben möchten.

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Kintrup, Martin

Just delicious – Super Bowls: Die Schüsseln zum Glück

Verlag: ZS - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Seitenzahl: 60
Für 9,99 € kaufen

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Hype-Samen von Hanf bis Chia kommen in diesem perfekten kleinen Einstieg ins Bowl-Thema nur am Rande vor, dafür auch mal Fleisch, Fisch oder Eier als Proteinquellen. Jedes Rezept ist erwähnenswert knackig fotografiert, übersichtlich und illustrativ erläutert - und etliche Saucen, Dips und Chutneys bewahren den Mund vor buddhistischer Austrocknung.

So weit lässt es die schwedische Designerin, Fotografin und Artdirektorin Nina Olsson, die in Amsterdam die auf Food-Themen spezialisierte Agentur Nourish Atelier  betreibt, erst gar nicht kommen: Ihr 192-Seiten-Buch "Vegetarische Bowls - Schüsseln zum Glück" strotzt nur so von Opulenz und Saftigkeit. Hier gibt es Bowls für jede Gelegenheit von Frühstück über Suppe, Salate, Hauptmahlzeiten (auch für kalte Tage) und Desserts. Alles modern-matt und appetitanregend (von Olsson selbst) fotografiert.

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Olsson, Nina

Vegetarische Bowls - Schüsseln zum Glück

Verlag: Edel Books - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Seitenzahl: 192
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Die größte Stärke des Buches aber ist seine undogmatische Internationalität: Eine leckere Variante des arabischen Eierfrühstücks Schakschuka steht hier völlig selbstverständlich neben einer japanischen Soba-Suppe, Cesar- und Thai-Salaten, Mezze, italienischer Farro-Schüssel (Emmer), indonesischem Gado-Gado-Kokosreis, indischem Korma, einer marokkanischen Auberginen-Tajine und einem Birnen-Dessert nach Chai-Art. Und am Ende wundert man sich, dass tatsächlich alles komplett ohne Fleisch und Fisch kulinarisch sinnvoll funktioniert.

Ähnlich unbefangen ist die Zutatenkombination unseres heutigen Rezeptes "Happy-Bowl mit Lachs-Tataki": Mango und Avocado sorgen für Süße und Cremigkeit, Zwiebeln und Chili für Schärfe, Gurken und Radieschen für knackige Texturen, der nach Tataki-Art marinierte und ultrakurz gebratene Lachs liefert Proteine, und die gerösteten Kichererbsen geben eine solide Grundlage.

Rezept für Happy-Bowl mit Lachs-Tataki (Hauptgericht für 2 Personen)

Vorbereitungszeit: 40 Minuten
Zubereitungszeit: 10 Minuten
Schwierigkeitsgrad: einfach

Zutaten

Bowl & Dressing

1 Mango
1 Avocado
1 Prise Togarashi (Gewürzmischung; Asia-Shop)
1 EL Limettensaft
1 TL Knoblauchsalz
200 g Kichererbsen (gekocht oder aus dem Glas)
2 EL Olivenöl
1 Prise Salz
150 g Thaispargel
1 kleine Gartengurke
1 rote Zwiebel
4 Radieschen
1 Prise Salz
2 Stangen Frühlingslauch
1 rote und grüne Chili (nach Geschmack)
300 ml Kokosmilch
1 Bio-Limette, Saft und Schale davon
0,5 TL Togarashi
0,5 TL Limettenblattpulver
1 TL Ingwerpulver
1 EL geröstetes Sesamöl
2 EL Mirin (Reis-Süßungsmittel, Asia-Shop)
3 EL Sojasauce

Tataki

300 g Mittelfilets vom Lachs
3 EL Yakitori-Sauce
2 EL Sojasauce
0,5 TL Togarashi
2 EL heller und dunkler Sesam
4 EL Erdnussöl

Zubereitung

Bowl & Dressing

Mango schälen, Fruchtfleisch vom Kern entfernen und in lange Spalten schneiden. Avocado ringsherum bis zum Kern einschneiden, Hälften auseinanderdrehen, Kern entfernen. Fruchtfleisch mit Esslöffel herausheben, in Längsspalten schneiden, mit Limettensaft benetzen und mit Togarashi und Knoblauchsalz würzen.

Kichererbsen häuten, auf Krepp trocknen und mit Olivenöl und etwas Salz in beschichteter Pfanne goldgelb braten. Das Häuten von gekochten Kichererbsen geht ganz einfach: in einer Schüssel mit warmem Wasser und einem Esslöffel Backpulver die Erbsen vorsichtig zwischen den Handflächen reiben - die Häutchen steigen nach oben und können abgeschöpft werden. Bei Rezepten wie Hummus oder Falafel kann man sich den Aufwand sparen. Wenn die Kichererbsen wie hier im Ganzen verspeist werden, stören aber die dünnen Häutchen, die sich bevorzugt in den Zahnzwischenräumen festsetzen.

Thaispargel an den Enden etwas abschneiden, waschen und kurz in Salzwasser bissfest kochen. Gurken abwaschen, längs halbieren, Kerne herauskratzen und in Halbmonde schneiden. Zwiebel häuten, halbieren und in feine Streifen schneiden. Radieschen waschen, achteln und mit dem Salz bestreuen. Frühlingslauch häuten und in diagonale Scheiben schneiden. Chili nach Belieben entkernen und in feine Ringe schneiden.

Für das Dressing die Kokosmilch auf 75 ml reduzieren, restliche Zutaten einrühren und auf Zimmertemperatur abkühlen.

Tataki

Lachs häuten und mit den Saucen und dem Togarashi 10 Min. marinieren. Mit dem gemischten Sesam panieren.

Fertigstellen & anrichten

Die einzelnen Bowl-Komponenten dekorativ in zwei passende Servierschalen füllen und mit dem Dressing beträufeln. Erdnussöl in Pfanne bis knapp unter den Rauchpunkt erhitzen und den Lachs pro Seite 45 Sekunden darin anbraten. Lachs als Tatakischeiben aufschneiden, auf die Bowl-Zutaten legen und sofort servieren.

Getränketipp

Üblicherweise werden ja eher Mango-Lassi oder Grünkohl-Banane-Smoothies zu solch gesunden Schüsseln getrunken, aber ein eiskalter Rosé sorgt für nicht minder erhellte Stimmung - vor allem, wenn es einer ist wie der 2017 The Pavillion Shiraz Rosé vom südafrikanischen Winemaker Boschendal, der ja auf der Südhalbkugel bereits in unserem Frühjahr gekeltert werden kann. Mit seiner jugendlich-knackigen Frische und einer nur zart angedeuteten Beerigkeit macht er Happy-Bowl-Esser noch glücklicher, zumal er sehr preiswert ist.

Anmerkung: In einer früheren Version des Textes wurde das japanische Gewürzpulver fälschlicherweise als "Tgarashi" bezeichnet. Das hat mit einem Darstellungsproblem bei Sonderzeichen zu tun. Die Schreibweise wurde deshalb in "Togarashi" geändert. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.


*Bezugsquellen

2017 The Pavillion Shiraz Rosé 

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