Kim Kardashian und Kanye West
Kim Kardashian und Kanye West
Foto: Harry How/ AFP

Haus von Kim Kardashian und Kanye West Himmlisch

Jeder Raum ein minimalistischer Traum: Kim Kardashian und Kanye West haben ihre renovierte Millionenvilla vorgezeigt. Allein der Umbau des Badezimmers dauerte acht Monate.
Von Philipp Löwe

Das hätte man den beiden gar nicht zugetraut: Kim Kardashian - berühmt für ihre lauten Auftritte - und Kanye West - bekannt unter anderem für seinen Größenwahn - residieren in einem fast schon klösterlich anmutenden Haus. Wie in der aktuellen Titelgeschichte  der Einrichtungszeitschrift "Architectural Digest" (AD) zu sehen ist, wohnen das Ehepaar und seine vier Kinder in einem optisch äußerst aufgeräumten Umfeld. Kein Protz, kein Bling, keine Schnörkel. Alles leer und clean. Jeder Raum wie ein Tempel - und damit die richtige Kulisse für Wests Neuinszenierung als Rap-Prediger.

Kanye West bei der Präsentation seiner zweiten Yeezy-Kollektion 2015 in New York

Kanye West bei der Präsentation seiner zweiten Yeezy-Kollektion 2015 in New York

Foto: Randy Brooke

Die Farbpalette des Hauses ähnelt der von Kanye Wests Modelinie Yeezy: Weiß, Braun und Grau. Hauptsächlich aber strahlt einem auf den Fotos Weiß entgegen. Die Böden, die Wände und die Decken haben alle denselben Ton einer speziellen Art Gipskalk. Durch den Putz verwischen die Übergänge zwischen Wand und Boden, was den ohnehin schon großen Räumen zusätzliche Weite gibt. Besonders deutlich wird dieser Effekt im langen, von mehreren Kreuzbögen überspannten Flur des Hauses.

Bis auf ein paar Skulpturen - zum Beispiel von Isabel Rower  - und Designobjekten lenkt nichts das Auge ab. Das Haus ist die Dekoration. Die Idee dazu stammt von Axel Vervoordt.

Der belgische Innenarchitekt und Kunsthändler ist seit mehr als fünfzig Jahren im Geschäft und bekannt für seinen minimalistischen Einrichtungsstil mit vielen Erdtönen und alten Hölzern. "Bei meiner Arbeit geht es um Ruhe und Kraft", sagte Vervoordt einmal in einem Interview. Er und West lernten sich kennen, weil der Musiker eine Arbeit des Designers gut fand: einen Couchtisch. Dessen Sockel platzierte Vervoordt so, dass die ellipsenförmige Tischplatte über dem Boden zu schweben scheint.

Ein Maybach für ein Sofa

Das Kalksteinmöbel steht heute in einem Kaminzimmer der Villa umgeben von zwei Sesseln und einem Sofa von Jean Royère. Originale aus dem Jahr 1947, "Polar Bear" genannt, wegen ihrer runden Form und der plüschigen Samtbezüge - in dem Fall in Cremeweiß. Nur rund 150 Eisbären-Sofas wurden je produziert. Eins kann bis zu 600.000 US-Dollar kosten, schreiben die Einrichtungsexperten von AD und zitieren West mit den Worten: "Ich habe meinen Maybach verkauft, um das Royère zu erwerben. Bei dem Preis, den ich dafür bezahlt habe, wurde ich für verrückt erklärt, aber ich musste es haben."

Die anderen Möbel sind größtenteils von Axel Vervoordt entworfen. Laut Kanye West ist das Haus: "90 Prozent Axel."

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Instagram, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Und der Rest? Von Pierre Jeanneret, der in Paris ein gemeinsames Architekturbüro mit seinem Vetter Le Corbusier betrieb, sind ein paar der Stühle. Vincent Van Duysen hat das Wohn- und die Kinderzimmer eingerichtet. Der Außenbereich war die Aufgabe von Peter Wirtz und seinen Landschaftsgärtnern. 1,4 Hektar, Platz genug für zwei Fußballfelder oder: zwei Spas, einen Weinberg und einen Pool.

Über das Schwimmbecken entspannt sich im Begleitvideo zur Coverstory dann auch ein interessanter Dialog  zwischen West und seiner Frau. Auf seine Frage "Wann hast du das letzte Mal den Pool benutzt?" antwortet sie: "Tatsächlich habe ich unseren Pool noch nie benutzt." Da ist sogar der Wortakrobat sprachlos.

Viel genutzt wird dagegen das Elternbadezimmer, zahlreiche Posts der Instagram-Diva belegen das. Es geriet auch größer als ursprünglich geplant. Allein dieses Projekt verlängerte die Umbaumaßnahmen in dem 2014 für 20 Millionen US-Dollar erworbenen Haus um acht Monate, ist zu lesen . Dafür ist das Badezimmer laut West nun der Raum, der seinen Vorstellungen von einem modernen Zuhause am nächsten kommt. Hier durfte sich Claudio Silvestrin austoben: Der Italiener mit britischem Pass ersetzte eine Außenwand durch eine Glasscheibe, sorgte für einen riesigen Duschraum und versenkte eine Granitwanne im Boden. Die komplette Decke ist abgehängt mit Leuchtpaneelen. Licht genug ist also vorhanden für den Erleuchteten und seine Familie.

Rasieren kann "Yeezus" sich hier aber vermutlich nicht so gut. Oder nur bei laufendem Wasserhahn. Denn Silvestrin designte ein futuristisches Waschbecken, das eher eine angeschrägte Fläche mit Abfluss ist. Doch immerhin löst der abgespacte Waschtisch ein anderes alltägliches Problem: Damit das Leitungswasser nicht jedes Mal die Wand dahinter einsaut, steht der Block im Raum. Nun kann die Hausherrin das Wasser so doll aufdrehen, wie sie mag, ohne sich dabei vor einer Sintflut fürchten zu müssen, das demonstrierte sie in einem Video  bei Instagram.

Vielleicht ist das aber auch nur das Showbad für die Fotografen von Architekturzeitschriften. Es gibt ja auch zwei Küchen in dem Haus: eine für die Haushälterin und eine für die Öffentlichkeit.

Bedienstete, feinste Materialien und nirgendwo liegt Krimskrams: der Himmel auf Erden. Doch wie vertragen sich eigentlich die vier Kinder - acht Monate sowie zwei, vier und sechs Jahre alt - mit den blütenweißen Flächen und sündhaft teuren Designerstücken? Ganz einfach: Zum einen gibt es ein Spielzimmer. Quasi eine Art Quarantänestation für die kleinen Teufel samt ihren Kreiden und Stiften. Für den Rest habe sie Handtücher, so Kardashian in einem anderen Interview . Angeblich wischt die Hausherrin damit sogar selbst. Ganz irdisch.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.