Kanye West als Designer "Ich wurde diskriminiert, weil ich nicht schwul bin"

Kanye West fühlt sich schlecht von der Modewelt behandelt. In einem Interview mit einem Fashionportal beklagte sich der US-Rapper darüber, er werde als heterosexueller Modedesigner diskriminiert.

Getty Images

Kanye West trägt ein übergroßes T-Shirt in grünen Tarnfarben und spielt mit seinem Ehering. Der US-Rapper schaut ernst in diesem Interview, das er dem Modeportal Showstudio.com gegeben hat. Darin geht es um die Themen Musik, um Genies und Mode, denn seit einigen Jahren entwirft der Musiker auch Kleidungsstücke. Erst im September hatte er mit seiner zweiten Kollektion Yeezy auf der New York Fashion Week für Aufsehen gesorgt. Dabei ließ er seine Models (in Schlappershirts und Leggings) Militärübungen vorführen.

In dem Interview mit dem Modeportal geht es aber auch um das Thema Homosexualität - und ob es in der Musik noch eine Rolle spiele, zu welchem Geschlecht man sich hingezogen fühle. Ja, das sei noch ein Thema, sagt West. In der Musikbranche sei Schwulsein "ohne Zweifel ein Diskriminierungsgrund". Aber in der Welt der Mode sei alles noch viel schlimmer.

West sagte, er selbst sei Opfer von Diskriminierungen im Modemilieu geworden, weil er nicht homosexuell sei. "Ich wurde diskriminiert, weil ich nicht schwul bin." Hier herrsche eine "umgedrehte Diskriminierung".

In der Modewelt gebe es bislang keine Menschen wie Eminem, der als weißer Rapper gegen Vorurteile ankämpfte, oder den Musiker Frank Ocean, der seine Homosexualität öffentlich machte. "Jeder dachte, dies sei nicht gut für seine Karriere, aber jetzt liebt jeder seine Musik." In dieser Branche gebe es Menschen, die etwas gegen Stereotype unternähmen. Nur im Fashionbusiness sei das anders.

Es ist nicht das erste Mal, dass West mit seinen Äußerungen für Aufsehen sorgt: Erst auf den MTV Video Music Awards Ende August sagte er, er wolle in fünf Jahren US-Präsident werden. "Ich habe mich entschieden, 2020 bei den Präsidentenwahlen anzutreten." Bei der Verleihung der Awards im Jahr 2009 hatte er ebenfalls für Verwunderung gesorgt, als er grölte, nicht Taylor Swift hätte den Preis für das beste Video verdient, sondern Beyoncé.

kha/AFP

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