Gebrauchte Luxusmode Der Kardashians alte Kleider

Die Kardashians verkaufen nun ihre alten Kleider im Netz. Alles im Sinne der Nachhaltigkeit. Vielleicht liegt es aber auch am Secondhandmarkt für Designermode. Der boomt nämlich.

Keine Rücknahme, Erstattung oder Stornierung: Willkommen bei den Kardashians

Keine Rücknahme, Erstattung oder Stornierung: Willkommen bei den Kardashians

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Keeping up with the Kardashians? Kein Problem. Jetzt kann jeder mit der TV-Sippe aus Beverly Hills mithalten, zumindest kleidertechnisch. Denn die nie um eine Vermarktungsidee verlegene Familie verkauft seit Neuestem ihre gebrauchte Kleidung im Netz.

"Mit dem Kardashian Kloset möchten wir einen Teil des Lebensstils der Kardashian-Jenner-Familie teilen, in dem wir dir die Möglichkeit geben, einmalige Teile zu besitzen, und gleichzeitig Nachhaltigkeit fördern", ist auf der Website zu lesen. Der kurze "Über uns"-Text endet mit dem Verweis auf Managerin-Mutter Kris Jenner. Der "Momager" gibt die Order aus: "Shop til you drop!"

Doch Vorsicht mit der Order: "ALL SALES ARE FINAL. NO RETURNS, REFUNDS, CANCELLATIONS OR EXCHANGES." Keine Rücknahme, Erstattung oder Stornierung. Du kaufst es, du behältst es.

Screenshot der von Kim Kardashian angebotenen Ware

Screenshot der von Kim Kardashian angebotenen Ware

Mit ihrem Shop liegen die Kardashians im Trend. Laut Boston Consulting Group ist der Secondhandmarkt "einer der am schnellsten wachsenden Bereiche im Luxussegment". Angebot und Nachfrage nehmen zu. In den USA habe bereits jeder zweite Luxuskunde schon einmal gebraucht gekauft oder verkauft. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage der Unternehmensberatung und des Onlinemarktplatzes Vestiaire Collective. Mit zwölftausend Menschen in zehn Ländern war die Stichprobe allerdings überschaubar.

Auch in Europa entwickle sich der Markt schnell, schreibt die Boston Consulting Group. China hinke indes noch hinterher, weil die entsprechende Infrastruktur und Onlineangebote fehlten. Die Berater prognostizieren einen Anstieg des weltweiten Handelsvolumens von 25 Milliarden Dollar 2018 auf 36 Milliarden im Jahr 2021. Das wäre fast ein Zehntel dessen, was jährlich mit Luxusgütern generell umgesetzt wird.

Gebrauchte Luxusmode ist ein Milliardengeschäft

Die Analysefirma GlobalData blickt noch weiter in die Zukunft. Für 2028 beziffert sie den Umsatz mit gebrauchter Luxusmode auf 64 Milliarden Dollar. Laut den Zahlen von GlobalData wuchs der Markt mit Secondhandklamotten in den vergangenen drei Jahren 21-mal schneller als das Geschäft mit Neuware.

Ein großer Kuchen, von dem viele ein Stück abhaben wollen, nicht nur die Kardashians. Die Secondhandseite "The RealReal" etwa wurde von ihren Investoren mit 350 Millionen Dollar ausgestattet und ist seit Juni 2019 an der Börse. Der Luxuskonzern LVMH wittert auch gute Geschäfte und sicherte sich Anteile an der Verkaufsplattform Stadium Goods, das Nobelkaufhaus Neiman Marcus setzt auf die Website Fashionpile und dem Uhrenhersteller Richemont gehört nun Watchfinder, ein Marktplatz für Luxusuhren aus zweiter Hand.

Die Rechnung der Kardashians könnte aufgehen. Die Familie hat bereits viel Geld gemacht mit Onlinegeschäften und verfügt über Millionen Fans, die sie über ihre Fernsehshow, Social Media und Apps erreichen und umwerben kann. Gleichzeitig handelt es sich hier ja nicht um irgendwelchen Secondhandfummel, sondern exklusive Starware, alles Einzelteile. Viele Stücke sind bereits als "sold out" gekennzeichnet. Das verstärkt den Kaufdruck.

Keine Wahnsinnsschnäppchen

Auch Nachschub dürfte jede Menge bereitliegen. Die Villen dieser Familie quellen über vor Kleidung und Accessoires. Wer eines der Videos aus Kylie Jenners Kleiderkammern gesehen hat, weiß, wovon die Rede ist. Die 22-jährige Kosmetik-Milliardärin hat jeweils eigene Zimmer für Schuhe, Handtaschen und alles, was sonst noch erhältlich ist, sponsorenvertraglich garantiert wurde oder verinfluenct werden musste.

Was davon nicht mehr gefällt oder rausmuss, wird nun verkauft. Zum Beispiel ein Balenciaga-Parka aus der Vorherbst-Kollektion 2016 für 3000 Dollar, zahlbar nur per Kreditkarte. Das ist kein Wahnsinnsschnäppchen, aber immerhin ein Drittel unterhalb des damaligen Neupreises.

Wer nun glaubt, dass im Kardashian-Schrank nur teure Designerstoffe hängen, liegt aber nur halb richtig. Bei Khloé Kardashian zum Beispiel geht es ganz human los mit Oberteilen für 25 Dollar oder Kleidchen für 40. Bestseller ist übrigens Kourtney Kardashian. Bis auf ein Paar Alexander-Wang-Sandalen, Größe 35, ist bei ihr bereits alles "ausverkauft".



insgesamt 2 Beiträge
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dasfred 22.11.2019
1. Wieder nix für mich dabei
Ich muss warten, bis Maike das Ankleidezimmer von Helmut Kohl auflöst, um ein halbwegs passendes Teil zu finden. Ich habe früher oft und gerne Second Hand gekauft, auch sehr hochwertig oder besonders freakig. Seit allerdings zur Länge noch der Umfang gekommen ist, gibt's fast nix passendes mehr für mich. Zum Glück sind Übergrößen heute überall als Neuware zu bekommen.
meresi 22.11.2019
2. Ich möchte nicht
im Klosett der Kardashians nach Kleidern wühlen die mir vielleicht passen könnten, da geh ich lieber zum second-hand-shop meines Vertrauens.
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