"Karl for Ever" Paris verneigt sich noch einmal vor Lagerfeld

Tilda Swinton, Claudia Schiffer, Pharrell Williams, Lang Lang: Rund 2000 Gäste haben sich in Paris versammelt, um an den verstorbenen Karl Lagerfeld zu erinnern. Es wurde ein pompöses Fest.

Francois Mori/ AP

Mit einer großen Gala haben die Modehäuser Chanel und Fendi ihren verstorbenen Kreativdirektor Karl Lagerfeld geehrt. An der Veranstaltung unter dem Motto "Karl for Ever" nahmen am Donnerstagabend im Pariser Grand Palais rund 2000 internationale Gäste teil. Dort hatte Lagerfeld zahlreiche seiner spektakulären Modeschauen ausgerichtet.

Bei der Gala wurden Videoaufnahmen Lagerfelds gezeigt sowie Fotografien und Zeichnungen. Daneben traten Musiker, Tänzer und Schauspieler auf.

Schauspielerin Tilda Swinton las einen Auszug aus dem Roman "Orlando" von Virginia Woolf über die verschwommenen Grenzen zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen vor. Ihre Schauspielkollegin Helen Mirren trug, begleitet von einem Geiger, bekannte Lagerfeld-Zitate vor. Der chinesische Starpianist Lang Lang spielte Chopin. Zum Abschluss kam Sänger Pharrell Williams für einen Song auf die Bühne.

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Gala für Lagerfeld: Karl, für immer

Lagerfeld war Mitte Februar gestorben. Der gebürtige Hamburger hatte die Modewelt jahrzehntelang geprägt und 36 Jahre lang als Kreativdirektor für Chanel gearbeitet. Er entwarf zudem für das italienische Modehaus Fendi, das zu LVMH gehört. Sein Tod löste über die Branche hinaus Betroffenheit aus.

aar/dpa/AFP



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dasfred 21.06.2019
1. Er verschwindet nicht so schnell, wie er selbst gehofft hat
Ich mochte Karl Lagerfeld, seit ich ihn zum ersten Mal gesehen habe. Sein Leben im hier und jetzt, seine Kompromisslosigkeit, seine Distanz und die Fähigkeit, trotzdem auf seine Gesprächspartner einzugehen. Wenn man vergleicht, wie er auf Gero von Böhm oder auf Markus Lanz reagiert hat, da liegen Welten zwischen, aber auf den Punkt auf die jeweilige Situation zugeschnitten. In seiner Art einfach einzigartig.
querdeutsch 21.06.2019
2. Ein Armutszeugnis
dass Merkel es nicht für nötig befunden hat und nicht die Grösse hatte, ihn zu würdigen. Nun ja, Frau M.war eben beleidigt, hatte KL doch in einem seiner letzten Interviews zum Ausdruck gebracht, dass er sie gar hasse, da sie mit ihrer Flüchtlingspolitik die Nazis wieder ins Parlament gebracht hat. So ist es auch, denn ohne sie und ihre irre Politik wäre die braune AfD eine von der Demokratie beherrschbare 1% Randerscheinung.
nadennmallos 21.06.2019
3. KL war eben eine Ausnahmeerscheinung, die nicht nur ...
.... In der Modebranche, sondern auch in anderen Bereichen Zeichen setzte. Ein Genie auf seinem Gebiet, fast auf Augenhöhe mit YSL, ausgestattet mit Wortwitz und einer "klaren Kante". Wo findet man sowas noch?
Hexavalentes Chrom 22.06.2019
4. Werbeveranstaltung
Der stets Spitzzüngige, in Summe aber eher dem Stumpfen Zugeneigte erhält zum Gedenken eine Werbeveranstaltung in exakt der Oberflächlichkeit, die seinem Stil entsprach. Nur jetzt eben ohne das, was er für Stil hielt. Er hatte wohl keine Freunde, die ihm das zu ersparen in der Lage waren. Nun, er war das Genie seiner Claqueure. Der Genius der Geistlosen. Ein Popfossil.
AttaTroll 09.07.2019
5.
Und genau dafür liebe ich die Franzosen! Die ehren die Großen ihrer Zunft auf mannigfache Art und Weise, sei es mit einem Platz im Panthéon oder eben wie bei KL mit großartigen Mode-Vernissagen. Aus Teutonien hat man ja die ganze Zeit nichts Vergleichbares vernommen, gerade auch nicht aus Berlin. Beschämend und peinlich, und das im Land der Dichter und Denker. Bin immer wieder froh, dass meine Familie mütterlicherseits aus Frankreich stammt.
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