Neu aufgeteilt - Raumzonen definieren Mit Teppich, Sideboard, Lampenschirm

Die Wohnung ist zu klein für alle Bedürfnisse und Bewohner? Mit "Raum-Zonen" bekommt alles seinen Platz. Hier lernen Sie, wie man sie einrichtet.


SPIEGEL WISSEN hat ein achtwöchiges Coaching entwickelt, mit dem Sie das Beste aus Ihren vier Wänden machen. Dies ist der sechste Teil. Die anderen Teile finden Sie hier.

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Sie beschäftigen sich nun schon einige Wochen damit, Ihre Wohnung nach Ihren Bedürfnissen zu gestalten. Dieser Prozess zeigt nicht nur die Möglichkeiten, sondern auch die Grenzen: Einen Grundriss kann man kaum verändern. Die Anzahl der Quadratmeter und Zimmer erst recht nicht.

In vielen Stadtwohnungen und in Familienwohnungen entsteht schnell das Gefühl: Alles ist zu eng! Es ist nicht für alle Bedürfnisse Platz. Denn natürlich hat man auch in einer großen Fünf-Zimmer-Wohnung nicht jeweils für Essen, Schlafen, Ausruhen, Lesen, Kochen, Arbeiten, Trompete-Üben, Kinderspiele einen separaten Raum.

Auch viele Single- und Studentenapartments haben das Problem, dass alle Funktionen - Essen, Schlafen, Arbeiten, Kochen - in einem oder zwei Räumen stattfinden müssen. Eine neue Wohnung muss aber, wenn es einem eng wird, nicht zwingend her. Die Lösung liegt im Definieren und Gestalten von Raumzonen. Das heißt: Die Wohnung wird bewusst so gestaltet, dass bestimmte Teile der Räume ganz konkrete, sichtbar abgrenzte Funktionen haben. Wenn etwa ein Esszimmer gleichzeitig noch eine Arbeitsecke für ein Familienmitglied beherbergen soll, wird der Raum so gestaltet, dass man sehen kann, wo der Arbeitsbereich aufhört und der Essbereich anfängt.

In den folgenden Übungen näheren Sie sich in zwei Schritten der Raumzonen-Bildung in Ihrer Wohnung. In einem ersten Schritt geht es darum, sich klarzumachen, was für Zonen Sie überhaupt brauchen - im zweiten Schritt lernen Sie, diese optisch und nach wohnpsychologischen Kriterien so zu gestalten, dass sie auch abgegrenzt wirken. Also los:

Phase eins: Was brauchen Sie?

Überlegen Sie sich einmal in einer stillen Stunde, was Sie und Ihre "Mitbewohner" - meist Partner oder Kinder - überhaupt machen und welchen Platz wer wofür braucht. Trennen Sie sich dann, wenn Sie können, einmal von den tatsächlichen Gegebenheiten, und spinnen Sie herum.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten alles unterbringen. So könnten Sie zum Beispiel sagen: Jedes Kind soll ein Zimmer haben, ich brauche einen Arbeitsplatz für mich, wir brauchen ein Gästezimmer, mein Partner braucht einen Lesesessel. Nun schauen Sie sich diese Wunschliste an und überlegen Sie, welche Bereiche unverzichtbar sind. Dann kommt der zweite Schritt dieses Gedankenexperiments: Entscheiden Sie, für welche dieser Funktionen ein abgeschlossenes Zimmer nötig ist z.B. "jedes Kind ein Zimmer" oder "Schlafzimmer" und denken Sie dann darüber nach, welches Bedürfnis man auch mit einer Raum-Zone, einer Ecke, einem abgeteilten Bereich abdecken könnte.

Arbeitsplätze, Rückzugsecken, Gästecouch, Essecken müssen für viele Menschen nicht zwingend abgeschlossene Räume sein. Also überlegen Sie konkret - dieses Mal mit Blick auf Ihre eigene Wohnung, Ihr eigenes Haus - wo ein Raum z.B. Wohnzimmer noch mit einer zusätzlichen Funktionszone ausgestattet werden könnte. Um ein paar Klassiker zu nennen:

  • Im Wohnzimmer gibt es eine Sesselecke für eine Person als Rückzugsraum.
  • Die Gästecouch im Wohnzimmer ersetzt das Gästezimmer.
  • Im Flur gibt es Stauraumlösungen oder einen Sekretär, der die Privatsachen einer Person enthält, die in der Wohnung lebt.
  • Das Esszimmer wird aufgelöst und "frei" für eine andere Funktion. Gegessen wird in der Küche.
  • In sehr großen und offenen Räumen werden Essbereich, Wohnzimmerbereich und Küche klar definiert und optisch abgetrennt.
  • In einem kleinen Single-Apartment werden alle Bereiche ebenfalls klar definiert - und optisch zu "Zonen" gemacht.

Haben Sie sich in irgendeiner Lösung schon wiedergefunden? Oder noch nicht? Dann überlegen Sie, welche konkrete Möglichkeiten es für Ihre Wohnung, Ihr Haus geben könnte. Je ungewöhnlicher die Lösung klingt, desto eher kann sie das Platz-Problem kreativ lösen.

Wichtig: An dieser Stelle regt sich möglicherweise Widerstand bei Ihnen. Denn natürlich ruinieren einige dieser Vorschläge die optische, repräsentative Wirkung der Räume. Zu diesem Zeitpunkt des Coachings ist es deshalb wichtig, sich einmal zu fragen, wie wichtig es für Sie ist, dass die Wohnung nach außen hin stilvoll und perfekt aussieht. Es ist legitim, das wichtig zu finden. Dann sollten Sie natürlich nicht die wildesten Kombinationen von Raumzonen probieren. Mit den Gestaltungstipps, die Sie im nächsten Schritt bekommen, kann es aber auch gelingen, dass die Räume trotz der Zonen gut aussehen.

Unsere Expertin
    Dr. Barbara Perfahl hat dieses Wohn-Wohlfühl-Coaching gemeinsam mit dem Team von SPIEGEL WISSEN entwickelt. Sie ist Wohnpsychologin, Beraterin und hat eine eigene Home-Staging-Firma. In ihrem Buch "Ein Zuhause für die Seele. In fünf Schritten zum Wohlfühl-Zuhause" macht sie zahlreiche Angebote, wie Menschen ihre Wohnbedürfnisse besser verstehen und sich danach einrichten. Gleichzeitig hat sie auch einen Onlinekurs zum Thema Einrichten auf ihrer Website.

Phase zwei: Raumzonen einrichten

Nun geht es konkret darum, die Raumzonen zu gestalten. Wichtig ist, dass die Bereiche, die funktional getrennt sind - z.B. Essen und Arbeiten in einem Zimmer - auch optisch sehr klar voneinander abgegrenzt sind. Das gilt auch - und erst recht - für sehr große, offene Räume, in denen Wohnen, Essen, Kochen auf einer großen Fläche stattfinden. Auch in solchen oft schönen Grundrissen wird man sich erst zu Hause fühlen, wenn man die Raumzonen deutlicher gestaltet hat. Die folgende Liste gibt Ihnen praktische Möglichkeiten. Lesen Sie diese einmal gut durch und entscheiden Sie sich dann dafür, mindestens eine Sache davon in dieser Woche auszuprobieren. Wie immer können Sie auch erst einmal probeweise mit Gegenständen arbeiten, die Sie bereits vor Ort haben:

  • Beleuchtung: Mit Licht lassen sich Bereiche optisch gut trennen: Eine Lampe mit warmem Lichtkegel direkt über dem Esstisch zeigt den Bereich an. Eine Stehlampe mit einem Leselicht oder Arbeitslicht definiert den Sessel (Rückzugsort) oder den Schreibtisch (Arbeitsort) im gleichen Zimmer als "andere Insel".
  • Teppiche: Wenn unter dem Esstisch ein Teppich liegt und unter dem Arbeitsbereich im gleichen Raum keiner, ergibt sich so eine klare optische Trennung. Auch in Wohnungen mit moderner Architektur, in denen Wohnen, Essen und Küche in einem Raum stattfinden, können Teppiche - egal ob in unterschiedlichen Farben oder in ähnlichen Tönen - wohnliche Inseln entstehen lassen. Wenn nicht mehr alles auf der großen Fläche zu "schwimmen" scheint, liegen Sie richtig.
  • Pflanzen: Ist eine der Raumzonen mit Pflanzen abgeteilt oder dekoriert und die andere nicht, entsteht ebenfalls ein Eindruck von Trennung.
  • Farben und Stile: Die Essecke ist eher in hellen Tönen eingerichtet, der im gleichen Zimmer stehende Sessel oder Schreibplatz ist mit dunklerem Holz oder mit einem antiken Stück eingerichtet. Auch das grenzt ab.
  • Regale: Optisch trennen auch kleine Sideboards, am besten solche, die ca. 60 cm hoch sind und so einen kleinen optischen Stopp einbauen. Höhere Regale oder Schränke zerschneiden den Raum und lassen ihn "rumpelig" wirken.
  • Ordnung im Kleinkram: Halten Sie in "Ihrer" Arbeitsecke, in "Ihrer" Rückzugsecke Ordnung und lassen Sie nicht zu viel Zeug liegen. Verteilen Sie Ihre Sachen auf keinen Fall auf andere Räume oder Ablageflächen. Sonst wird der Eindruck einer "Zone" zerstört. Also: Weder Spielsachen noch Arbeitsunterlagen und Bücher, noch Hobbykram, noch Koch- und Essutensilien sollten sich durch alle Zimmer ziehen. Trennen Sie die Lebensbereiche!
Zu jeder Ausgabe bietet SPIEGEL WISSEN ein praktisches, leicht im Alltag umsetzbares Online-Coaching passend zu seinem jeweiligen Heftthema an. Jedes Coaching dauert acht Wochen. Während dieser Zeit erhalten Sie immer freitags per E-Mail eine Übungseinheit, die Ihnen helfen kann, Ihr Leben besser zu gestalten. Hier den Newsletter bestellen:

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