First Lady Fashion Melania Trump anziehen? No.

Die ebenso populäre wie elegante Michelle Obama wollte jeder Designer ausstatten. Doch was ist mit Melania Trump? Ein Ausflug in die Fashionwelt jetziger und ehemaliger First Ladys - von denen eine ihre Mode sogar selbst entwirft.

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Von Katharina Pfannkuch


"Natürlich würde ich es tun", antwortete Calvin Klein auf die Frage, ob er die neue First Lady der USA einkleiden würde. Sein Kollege Marc Jacobs hingegen ist daran "nicht im Geringsten interessiert". An Melania Trump scheiden sich die Geister. Einige Designer halten sie nicht gerade für das ideale Aushängeschild ihrer Mode.

Ihrer Vorgängerin stellten die Designer nur zu gern komplette Outfits zusammen und hofften auf den "Michelle-Effekt", Melania Trump hingegen erntet Skepsis. Nicht nur von Marc Jacobs: Tom Ford lehnte schon vor Jahren ab, sie einzukleiden. "Niemand sollte das tun", schrieb Humberto Leon, einer der kreativen Köpfe hinter Open Ceremony und Kenzo, auf Facebook.

Christian Siriano, einer der Favoriten von Michelle Obama und leidenschaftlicher Kämpfer für Homosexuellenrechte, ist noch unentschlossen: "Wir haben nicht dieselben Werte." Der Stars-and-Stripes-Designer Tommy Hilfiger hingegen findet, dass jeder Modeschaffende stolz sein sollte, das ehemalige Model einkleiden zu dürfen.

Ähnlicher Meinung ist auch Diane von Fürstenberg. Im Wahlkampf hatte sie noch fleißig die Werbetrommel für Hillary Clinton gerührt, zeigte sich hernach aber als faire Verliererin: Donald Trump sei nun mal gewählt und darum verdiene First Lady Trump denselben Respekt wie ihre Vorgängerinnen, sagte sie "Women's Wear Daily".

Dass die First Lady auch Entwürfe ihrer erbittertsten Gegner trägt, können diese sowieso nicht verhindern: Statt aus bereitgestellten Outfits zu wählen, kann sie schließlich auch einfach shoppen gehen. Zeit dafür hat sie genug, wenn ihr Mann ab Januar in Washington beschäftigt ist und sie weiterhin im Trump Tower in New York residiert. Direkt gegenüber, bei Bergdorf Goodman, gibt es auch Mode von Marc Jacobs und Kenzo.

Großer Auftritt nach dem Rücktritt

Den genauen Blick der Öffentlichkeit auf die eigene Garderobe kennt Samantha Cameron nur zu gut. Die Frau des ehemaligen britischen Premierministers manövrierte sich so stilsicher durch die sechsjährige Amtszeit ihres Mannes, dass die "Vanity Fair" sie 2015 auf die Liste der bestangezogenen Frauen der Welt wählte. Kein Wunder, schließlich kommt Cameron aus der Modebranche, bis 2010 war sie Kreativdirektorin der britischen Accessoires-Marke Smythson.

Tipps für das perfekte Outfit bekommt sie auch noch aus einer ganz besonders zuverlässigen Quelle: Ihre Schwester ist stellvertretende Chefredakteurin der britischen "Vogue". Genau da gab Cameron nun auch Details zu ihrer schon lange geplanten eigenen Modelinie bekannt, die sie im Frühjahr 2017 präsentieren wird. Cefinn wird sie heißen und 40 Teile umfassen, die zwischen 100 bis 300 Pfund kosten sollen.

Als ihr Mann noch im Amt war, unterstützte Cameron britische Nachwuchsdesigner und saß bei der Londoner Fashion Week stets in der ersten Reihe. Nun wechselt sie die Seiten, nutzt ihr Netzwerk und will ihren ehemaligen Schützlingen Konkurrenz machen. Zum ersten Mal geht eine ehemalige First Lady ganz offiziell unter die Designer - fast zeitgleich mit dem Filmstart von "Jackie", der der Mutter aller First Fashion Ladies huldigt.

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Einfache Formen, leuchtende Farben: Das ist der "Jackie Style"

Samantha Cameron dürfte sehr erfreut sein, dass pünktlich zum Kollektionsstart noch einmal so deutlich darauf hingewiesen wird, wie stilprägend die Frau an der Seite eines mächtigen Mannes sein kann.



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