Primark: Der Mode-Discounter hat eine spezielle Menopausen-Kollektion herausgebracht
Primark: Der Mode-Discounter hat eine spezielle Menopausen-Kollektion herausgebracht
Foto:

Primark

Stil-Highlights der Woche Alter!

Ein Modediscounter entdeckt die Menopause, Möbel vertreiben Autos und über den Köpfen schweben Holzzotteln. Drei Trends, an denen wir diese Woche hängen geblieben sind.
Von Maren Keller, Kristin Haug und Sebastian Späth

Menopausen-Kollektion

Primark-Kollektion: Das Unternehmen hat die Menopause für sich entdeckt

Primark-Kollektion: Das Unternehmen hat die Menopause für sich entdeckt

Foto: Primark

Dass es ein lang tabuisiertes Thema endgültig aus dem toten Winkel der Gesellschaft herausgeschafft hat, merkt man ziemlich zuverlässig daran, dass irgendjemand einen Weg gefunden hat, damit Geld zu verdienen. So neulich beim Thema »Menopause« geschehen.

Der Mode-Discounter »Primark« hat nämlich eine spezielle Menopausen-Kollektion herausgebracht. Die Kollektion besteht aus 14 Teilen, darunter sind formende Leggings, nicht scheuernde Shorts, Bralettes, Trägertops, T-Shirts und Nachthemden in Schwarz, Weiß, Rosa. Alles – so wird die Kollektion beworben – aus einem Spezialmaterial, das entwickelt wurde, um eines der häufigsten Symptome der Wechseljahre zu bekämpfen: Hitzewallungen.

Die Menopause, das ist das Interessante daran, galt lange als der Zeitpunkt, an dem Frauen für die Gesellschaft unsichtbar wurden. Schauspielerinnen in diesem Alter klagten darüber, dass es keine Rollen mehr für sie gab. Karrierefrauen in diesem Alter machten Bekanntschaft mit der gläsernen Decke. Und Kolumnistinnen beschwerten sich in ihren Kolumnen darüber, dass ihnen Männer die Tür vor der Nase zufallen ließen, die ihnen einige Jahre früher noch hinterhergeschaut hätten. Und Primark, das ist ebenfalls interessant, galt ursprünglich ähnlich wie Hollister oder Abercrombie als Marke für junge Menschen. Das Durchschnittsalter der Käuferinnen und Käufer dort lag 2015 bei 22 Jahren.

Viel hat sich seitdem verändert. Die Umsätze von Primark sind zum Beispiel eingebrochen, an einigen Orten schließt die Marke Filialen. Während gleichzeitig das Wechseljahre-Aufklärungsbuch »Woman on Fire« der Gynäkologin Sheila de Liz zum Beispiel zum Bestseller geworden ist und heute viel mehr und ganz anders über die Menopause geredet werden kann. Man könnte sich natürlich nun fragen, ob mit dem Wunsch nach mehr Sichtbarkeit unbedingt gemeint gewesen ist, von den Marketingspezialisten eines schwächelnden Modediscounters als neue Zielgruppe definiert zu werden. Es kann einen aber auch ganz einfach kaltlassen, ohne dass man dafür Wäsche aus Spezialmaterialien braucht. Maren Keller

Licht in Wölkchen

Holzzotteln-Lampen: Ein Kindheitstraum

Holzzotteln-Lampen: Ein Kindheitstraum

Foto: Nanako Kume

Krrrcht, krrrcht, krrrcht. Mit viel Glück bricht der Buntstift beim Anspitzen nicht ab und ist wunderbar spitz. Man kann ihn stumpf malen und wieder anspitzen. Und stumpf malen und wieder anspitzen.

Doch was passiert dann mit den Schnipseln, Spänen? Wie nennt man sie eigentlich? Hier  heißen sie liebevoll Holzzotteln und Bleistiftwölkchen. Ein großes Schreibwarenunternehmen soll auch mal zu dem, was vom Bleistift übrig bleibt, Minenstaub gesagt haben.

Das fällt alles auf den Schreibtisch, auf den Boden oder in einen eigenen Behälter, in dem der Anspitzer verankert ist. Irgendwann entsorgt es dann einer in den Papierkorb. Und vergessen sind sie, die kleinen kringeligen Holzwölkchen.

Doch die japanische Designerin Nanako Kume hat sich gedacht, dass die Wölkchen wohl auch schöne Lämpchen abgeben würden. Natürlich in groß.

Also nahm Kume ein großes Stück Holz, ließ es in einem Dampfgarer weicher werden und drehte es durch einen riesigen Spitzer. Heraus kamen gigantische Buntstiftwölkchen. Kume fertigte daraus Lampenschirme, von denen jeder ein Unikat ist. Sharpener nennt sie ihr Projekt schlicht. Anspitzer. Wenn man die Lampenschirme jetzt noch mit Minenstaub bezahlen könnte, das wäre ja was. Fast wie ein Kindheitstraum, der in Erfüllung ginge. Wer könnte es sich schöner ausmalen? Kristin Haug

Design-Garagen

Kant-Garagen: Ein architektonisches Kleinod

Kant-Garagen: Ein architektonisches Kleinod

Foto: stilwerk

Bei ihrer Eröffnung 1930 galten sie als architektonisches Wunder: die Kant-Garagen im Berliner Stadtteil Charlottenburg. Dank zweier gegenläufiger Rampen, einer bis dato einzigartigen Doppelhelix, konnten Autofahrer die Parkebenen rauf- und runterfahren, ohne sich zu begegnen. Bis zu 300 Autos fanden darin Platz; es gab nicht nur Tankstelle und Werkstatt, sondern auch Waschplätze, eine hydraulische Hebebühne für den Schmierdienst, und das gesamte Gebäude inklusive der Garagenboxen war mit einer Zentralheizung ausgestattet.

Nun zieht die Designmarke Stilwerk in das Architekturdenkmal ein, das Eigentümer Dirk Gädeke in den vergangenen zwei Jahren umfangreich und denkmalschutzgemäß saniert hat. Verteilt auf vier Stockwerken, auf offenen Flächen und in den historischen Parkboxen werden Möbelhersteller und -händler, Inneneinrichter und Dienstleistungsunternehmen aus dem Interior-Design ihr Angebot zeigen.

Wer jedoch einkaufen will, muss das online tun über einen QR-Code. In den Kant-Garagen sollen sich die Leute inspirieren lassen. Vor allem vom architektonischen Kleinod selbst. Sebastian Späth

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.