Verena Lugerts baskischer Thunfisch-Kartoffeltopf
Verena Lugerts baskischer Thunfisch-Kartoffeltopf
Foto: Helga Lugert

Nervennahrung Heute gibt es baskischen Thunfisch-Kartoffeltopf

Was sich Fischer auf dem Atlantik kochen, wenn sie von Stürmen geschüttelt werden, ist jetzt auch an Land genau das Richtige: Unsere Köchin Verena Lugert verrät das Rezept für einen kräftigen, wärmenden Eintopf.

Heulender Sturm, Windstöße wie Ohrfeigen, Böen, die Bäume wie Streichhölzer knicken, ein Rasen und Brüllen, ein Rütteln und Rauschen: »Ylenia«, »Zeynep« und »Antonia« haben in den vergangenen Tagen und Nächten ganze Arbeit geleistet, man wollte und sollte sich kaum nach draußen trauen aus Angst davor, weggeweht zu werden. Und auch Montag soll es noch bis in den Abend hinein weiter mit dem Toben und Fauchen des Sturmes gehen.

Was könnte an einem solchen Tag tröstlicher, wärmender und erdender sein als ein großer Topf, gefüllt mit einem heißen, köstlichen und kräftigen Eintopf aus Thunfisch und Kartoffeln, auf den schon die Fischer aus dem Baskenland schworen? Die baskischen Fischer wissen, wie man dem Unwetter Paroli bietet, ist doch der wilde Atlantik und mit seinen darüber hinweg dröhnenden Stürmen ihr Arbeitsplatz. Auf ihren Booten hatten sie immer ein paar Kartoffeln und Paprikaschoten dabei. Und eine Marmita, wie dieser typische Topf mit Deckel auf baskisch genannt wird, der auf jedes Boot gehört.

In dieser bauchigen Marmita kochten sie an Bord in stürmischer See aus Kartoffeln, Paprika und frisch gefangenem Thunfisch in Meerwasser auf Holzkohle-, später auf Gasfeuern ihren Marmitako, ihren Eintopf, der so herrlich wärmte, dass sie nach dem Essen wieder gestärkt den Elementen trotzen konnten.

Und auch ohne Atlantik passt dieses herzhafte baskische Fischgericht sehr gut in die Zeiten von Aufruhr und Sturm: Wie um ein Feuer kann man sich um den Topf versammeln. Und aus ihm süßherbe Paprika, tröstliche Kartoffeln und die großen Stücke vom weichen Thunfisch schöpfen, kräftig abgeschmeckt mit Cayennepfeffer und einem Schuss Wein, sämig gebunden durch ein wenig altbackenes Brötchen. So genährt, gewärmt und gesättigt ist man dann hoffentlich wieder bereit, sich gegen die Stürme des Lebens zu stemmen.

Nervennahrung

Unsere Köchin begleitet Sie durch die Pandemie: Jeden Montag präsentieren wir hier eines von Verena Lugerts Rezepten – nicht aufwendig, aber raffiniert. Ihr Credo: Gutes Essen macht nicht nur satt, sondern auch glücklich. Hier finden Sie alle bisher erschienenen Rezepte.

Rezept für baskischen Thunfisch-Kartoffeltopf

Für vier Personen

  • 1 Zwiebel

  • 2 Knoblauchzehen

  • 1 Paprikaschote, gelb oder rot

  • 3 EL Olivenöl

  • 4 bis 5 Kartoffeln (500 g), vorwiegend festkochend

  • 125 ml Weißwein

  • 200 ml Fischfond (aus dem Glas)

  • 2 Lorbeerblätter

  • 5 schwarze Pfefferkörner

  • 400 g Thunfischfilet, frisch oder aus der Tiefkühltruhe (auftauen lassen)

  • 2 rote Paprikaschoten in Öl aus dem Glas, gern geräuchert

  • ½ altbackenes Brötchen, wenn Sie keines haben oder bekommen, einfach im Backofen etwas anrösten

  • Salz, Cayennepfeffer

  1. Zwiebel und eine Knoblauchzehe schälen, Zwiebel würfeln, Knoblauch fein hacken oder raspeln. Paprikaschote in mundgerechte Stücke schneiden.

  2. In einem Topf das Öl erhitzen und Zwiebel, Knoblauch und Paprikastücke circa vier Minuten sanft anbraten, nicht bräunen.

  3. In der Zwischenzeit die Kartoffeln schälen und in mundgerechte Würfel schneiden.

  4. Kartoffeln in den Topf geben, circa vier Minuten mitbraten, dann alles mit Wein und Fischfond ablöschen, Lorbeerblätter und Pfefferkörner zugeben, circa zehn Minuten abgedeckt köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind.

  5. In der Zwischenzeit den frischen oder aufgetauten Thunfisch in mundgerechte Würfel schneiden.

  6. Die eingelegten Paprikaschoten, die zweite geschälte Knoblauchzehe und das in Stücke gezupfte halbe Brötchen mit einer Prise Salz mit dem Stabmixer pürieren. Die Masse zum Eintopf geben, verrühren.

  7. Thunfischwürfel zugeben, in circa fünf bis acht Minuten bei geringer Hitze gar ziehen lassen. Eintopf mit Salz und Cayennepfeffer würzen. Lassen Sie es sich schmecken!