Käsekuchen mit Gemüse Vielen Dank für die Blumen

Eine zart schmelzende Creme auf krossem Keksboden - Cheesecake ist ein gern gesehener Klassiker zu Brunch und Kaffee. Doch auch ein würziger Blumenkohl-Käsekuchen kann begeistern.

Peter Wagner

Von Hobbykoch


Freunde des gebackenen Frischkäses erfreuen sich seit Jahren an einer Vielzahl verschiedener Cheesecake-Varianten. Besonders gut werden diese von der Autorin und Food-Stylistin Sophie Dupuis-Gaulier in ihrem kleinen Büchlein "Cheesecakes"* zusammengetragen. Das hat zwar nur 70 Seiten, aber Cheesecake-Fans kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Dupuis-Gaulier erklärt auf nur einer Seite, warum der Käsekuchen in seiner Einfachheit und Effizienz so gut ankommt.

Danach folgen Rezepte, die selbst alten Käsekuchenhasen den Bürzel vibrieren lassen, wie zum Beispiel für Bananen-Toffee-Käsekuchen, Ananas-Kokos-Käsekuchen, Oreo-Kekse-Käsekuchen, Erdnussbutter-Birne-Nougat-Käsekuchen, Spekulatius-Käsekuchen, Matcha-Tee-Johannisbeeren-Käsekuchen, Karotten-Käsekuchen, Curry-Aprikosen-Käsekuchen oder Kürbis-Käsekuchen.

Fast noch interessanter sind die Rezepte zu herzhaften Cheesecakes, bei denen Grissini, TUC-Kekse und anderes Salzgebäck zum hauchdünnen Boden gebröselt werden. Die Käsecreme und das Topping wird dann bestückt mit Zutaten wie Lachs, Zucchini & Fetakäse, Paprikaschoten & Kreuzkümmel, Rucola-Pesto, Hummer, Tsatsiki, oder Rote Bete mit frischem Ingwer - allesamt mit überschaubarem Aufwand nachkochbar und eine echte Erweiterung des Käsekuchenhorizontes.

Beifall für Blumenkohl

Auf dieser kulinarischen Klaviatur spielt auch unsere aktuelle Vorspeise: Für den "Cauliflower-Cheesecake" kommt der Rest des von der Low-Carb-Pizza der letzten Woche übrig gebliebenen Blumenkohls zum Einsatz. Hierbei allerdings nicht wirklich zur Kalorienreduzierung, denn mit Butter, Sahne, Eiern und Frischkäse erspart einem dieses Gericht garantiert keine morgendliche Joggingrunde im Stadtpark.

Soll es auch nicht, denn erstens teilen wir uns das Essen zu sechst, und zweitens ist es der Kohl wert, wenn er denn so geschmackserhaltend zubereitet wird wie in diesem Rezept. Spielentscheidend ist, die Röschen auf keinen Fall in Wasser zu kochen, sondern mit Salz und frisch geriebener Muskatnuss aromaschonend im Kombidämpfer oder Dampfeinsatz im Kochtopf weich zu garen.

In der Zwischenzeit kann der dünne Kuchenboden im New-York-Style, also ohne Backen, vorbereitet werden - in diesem Fall aus salzigen Crackern, Panko (grobes asiatisches Paniermehl), Parmesan und ein bisschen Butter gestampft. Eigentlich allesamt Zutaten, die man sowieso im Hause hat, denn das Panko lässt sich problemlos durch Semmelbrösel ersetzen.

Anschließend wird der leicht abgekühlte Blumenkohl mit Parmesan, weißem Pfeffer und den üblichen Käsekuchenverdächtigen (Frischkäse, Eier, etwas Sahne) in einem starken Mixer minutenlang zu einer homogenen Masse püriert und vor dem Backen auch noch durch ein Feinsieb passiert. Das alles macht ein bisschen Arbeit, Hobbykoch und Hobbyköchin werden aber am Ende mit einer göttlich zart auf der Zunge schmelzenden Vorspeise belohnt. Hand aufs Herz - wer will nicht ab und zu mal im Beifall untergehen?


*Buchhinweis
Sophie Dupuis-Gaulier: "Cheesecakes"; Fackelträger Verlag; 72 Seiten; 12,99 Euro; ISBN: 978-3-7716-4621-9



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FrieFie 30.09.2015
1.
Vielleicht ist das das traurigste Urteil über ein Rezept in den Zeiten des interaktiven Internets: Überhaupt keine Reaktion hervorzurufen. Sieht so aus, als wäre da ein kulinarischer Sack Reis umgefallen, der einem nichtmal ein "nette Anregung" entlocken kann. Eine mächtige, fettige Vorspeise, die irgendwie auch vegetarisch sein könnte, und bei allem Aufwand für´s Kochen doch irgendwie hausbacken daher kommt. Vielleicht irritieren mich daher die Rezepte dieser Kolumne immer wieder, weil es keinen Stil, keine Richtung, keine Handschrift gibt. Auf Fleischorgie folgt veganes, auf streng regionales folgen exotische Extravaganzen, auf die Hymne auf saisonale Produkte gibt´s prompt Salat mit Blüten ... im Winter. Und angerichtet wird mal minimalistisch, mal wie ein Teller bunte Knete. Insofern ist auch dieses Rezept konsequent zwischen alle Stühle platziert. Schade, dass ein solch prominenter "Sendeplatz" nicht sinnvoller genutzt wird. Viel mehr Lust auf Kochen macht da schon Ottolenghi, bei dem man bei aller Vielfalt eine Handschrift findet, und oft nichtmal auffiele, ob es nun ein vegetarisches, veganes Rezept ist oder nicht, stünde es nicht in der Überschrift. So lange man aber in jedem Einleitungstext ein Riesen-Bohei darum macht, und sich doch nie entscheiden kann, bleibt es eben Attitüde und dem Zeitgeist hinterher gelaufen. Denn warum sollte jemand, der Kobe-Rind geradezu verehrt, in anderen Rezepten vegane Ersatzprodukte für irgendwas verwenden? Vegan sind auch Spaghetti mit Tomatensauce, die kulinarisch ein Gedicht sein können, ohne dass man "Veggie-Pasta" dranschreibt, Mehl aus Timbuktu verwendet und Kräuter darüber streut, die erst in 6 Monaten auf dem Markt zu bekommen sind. So, jetzt gibt es wenigstens einen Kommentar. ;)
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