Grilltipps für mehr BBQ-Spaß So wird es gesund und gut

Wie die meisten schönen Dinge im Leben kann Grillen auch dick oder krankmachen. Das muss aber nicht fürchten, wer fünf Grilltipps beachtet. Dazu gibt es einen herzhaften Auberginensalat.

Peter Wagner/ Foodbild

Von Hobbykoch


Kühlen und kochen. Je wärmer der frühsommerliche Grillabend, umso schneller vermehren sich Keime und Erreger auf dem noch rohen Grillgut oder den Salatbeilagen. Deshalb gilt striktes Roh-Ei-Verbot für alle Saucen und Mayos. Das (frisch gekaufte) Fleisch nach Möglichkeit in einer Kühlbox neben dem Grill aufbewahren. Alle benutzten Marinaden vorher mindestens eine Minute aufkochen und gut abkühlen lassen. Gegrilltes nicht auf den Tellern servieren, auf denen das Rohe lag. Übrig gebliebenes Grillgut, das nicht in der Kühlbox gelagert wurde, am Ende der Party nicht wiederverwenden oder einfrieren, sondern entsorgen.

Glut tut gut. Fett macht krank. Aber nicht, wenn man es isst, sondern, wenn man es verbrennt: Grillmarinaden enthalten meist viel Öl, das in Stichflammen aufgeht, wenn es in die Glut oder auf die Brennerbleche tropft. Bei der Fettverbrennung entstehen krebserregende PAKs (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) wie das Benzpyren. Deshalb das marinierte Grillgut immer vorher mit Küchenkrepp abtupfen, und Marinadenreste nie in die Glut schütten. Verbrannte Stellen besser abschneiden. Gesünder grillt man nicht nur ohne Flammen, sondern auch mit möglichst wenig Rauch. Deshalb bei Holzkohle und Briketts immer warten, bis die Glut von einer hellen Ascheschicht bedeckt ist - dann qualmt nichts mehr und es glüht nur noch der reine, gesundheitlich unbedenkliche Kohlenstoff.

Leichter ist besser. Fett ist zwar ein super Geschmacksträger, hat aber auch die höchste Energiedichte. Wer also nicht auf gut durchwachsenes Grillfleisch oder Würstchen verzichten mag, kann mit den Beilagen gegensteuern: Gemüse- oder Krautsalate mit Quinoa, Linsen oder Kichererbsen ersetzen problemlos jeden noch so mayoschweren Kartoffel- oder Nudelsalat. Statt Kräuterbutter passt auch Sour Creme zum Steak, am besten in einer aufgeschnittenen Grillkartoffel. Wenn es unbedingt Ketchup oder der Mayo sein muss, sind zucker- und fettreduzierte Varianten die bessere Wahl. Im Zweifelsfall einfach die Saucen selber machen. Dann weiß man, was drin ist.

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Fotostrecke: Rezept für BBQ-Auberginensalat

Alu ist Gift. "Giftiges Aluminium kann aus Folien oder Grillschalen auf säure- und salzhaltige Lebensmittel übergehen. Durch die hohen Temperaturen beim Grillen verstärkt sich dieser Effekt", warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Deshalb besser Schalen aus Edelstahl oder BBQ-Planks aus Salz oder Holz benutzen und statt Folie auf weniger gefährliche Umhüllungen wie ungepökelten Speck (z.B. Lardo), Mais- oder Bananenblätter ausweichen.

Es muss nicht immer Schwenknacken sein. Viele Alternativen zu Bratwurst und Entrecôte sind nicht nur bekömmlicher, sie bringen vor allem Abwechslung auf den Grill: Einfach ein paar Stücke Grillgemüse (Zwiebeln, Paprika, Fenchel, Zucchini) zu den Fleischwürfeln auf das Schaschlik stecken. Auch mit Geflügelhack gefüllte Paprikaschoten oder Riesenchampignons lassen sich prima grillen, ebenso Halloumikäse, Austernpilze, bardierte Hühnerbrust, Maiskolben im Naturblattmantel, marinierter Seitan, Chicken-Saté, Garnelen, vorgekochter Pulpo - oder gleich einen ganzen Fisch wie Zander, Forelle, Makrele oder Saibling in einer Grillzange auf den Rost legen. Aber Achtung: Fisch nicht zu heiß grillen und die Zeit im Auge behalten, je nach Dicke reichen oft schon weniger als zehn Minuten.

Zu den kulinarisch spannendsten Alternativen gehört unser "BBQ-Auberginensalat". Man kann diese durch die kernigen Grillaromen der Auberginen herzhaft schmeckende Speise nur mit Brot essen als frühsommerlich-vegane Hauptspeise. Der Salat schmeckt aber auch hervorragend als Beilage zu Grillkäse, Fleisch (besonders Lamm und Iberico-Schwein) und mediterran gewürzten Fischen (Dorade oder Wolfsbarsch).



insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
grabenkaempfer 18.05.2019
1.
schon interessant was die Leute beim Grillen noch so alles essen. Nicht einmal ein amerikanisches Barbecue artet so aus. Bei uns gibt es Fleisch/Wurst, dazu Gurken/Tomaten und dazu Brot/Brötchen.
cranberry 18.05.2019
2.
...mein Gott ist das wieder aufwendig, da verliert man gleich die Lust
dasfred 18.05.2019
3. Ist mal was anderes
Gerade wenn es wärmer wird, esse ich mittags lieber mal einen Salat. Diese Kombination auf Basis von Auberginen scheint ganz lecker zu sein. Nur dir Dörrtomaten würde ich wohl durch Grilltomaten ersetzen.
angst+money 18.05.2019
4.
Der Hardcore-Griller jault auf. "Gemüse" - dass die Ehefrauen ein paar Scheibchen Zucchini dazu legen dürfen wird ja noch großzügig geduldet. Aber als Hauptgang? Und auch noch ohne Marinade auf die Kohle zu kippen?? Sie machen Witze. (danke ich werd's probieren)
queensie 18.05.2019
5. Geht es noch
veganer Salat. habe vor kurzen veganen Rotwein gesehen, was soll das sein bitte? ich habe ein Zoelikie, manchmal habe ich von Kichererbsen und Co die Nase voll. Die Mayo mach ich selber. Mein Kartoffelsalat geht weg ruck zuck, das Fleisch was ich auf dem Grill habe auch. Auch Fisch. Gemuese grill ich nicht, davon esse ich genug,oft auch roh, geraspelt oder so.
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