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Illustration: Konrad Adam Modrzejewski

Tipps für Weihnachtsgeschenke mit Sinn Fairschenken

Konsum zum Fest muss nicht schlecht sein. Wir haben 21 Aktivistinnen und Unternehmer, die sich für soziale und ökologische Belange engagieren, gefragt: Haben Sie einen Geschenktipp für uns?
Aufgezeichnet von Bianca Lang, Andreas Möller, Brigitte Steinmetz und Aïcha Reh aus S-Magazin 4/2021

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Riccardo Simonetti, LGBTQ*-Aktivist

Der 28-jährige Berliner ist LGBTQ*-Sonderbotschafter des EU-Parlaments. Bekannt wurde Simonetti über Social Media, heute arbeitet er als Moderator, Model und Autor. 2019 zählte er laut »Forbes«-Magazin zu den 30 einflussreichsten Menschen unter 30. Bei Penguin Random House erschien im Oktober sein Buch »Mama, ich bin schwul«.

»Ich verschenke gerne Bücher mit der Bitte, sie weiterzugeben, sobald sie ausgelesen sind! Ein Buch, das mir als schwuler Mann besonders geholfen hat, ist ›The Velvet Rage‹. Darin geht es darum, den Schmerz zu überwinden, den man hat, wenn man als Homosexueller in einer heterosexuellen Gesellschaft aufwächst. Mir hat es dabei geholfen, mich selbst noch besser zu verstehen.«

S-Magazin 4/2021

Gute Gaben

Muss Konsum immer schlecht sein? Die neue Ausgabe der SPIEGEL-Stilbeilage hat Ideen für Weihnachtsgeschenke gesammelt, die man mit gutem Gewissen unter den Baum legen kann.

Außerdem: Drei Restaurant-Initiativen, die Geflüchteten neue Jobs bieten – und den Gästen überraschenden Gaumenschmaus.

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Varena Junge, Klimaunternehmerin

Die Umweltwissenschaftlerin, 33, bringt Klimaschutz dorthin, wo täglich Millionen von Kaufentscheidungen getroffen werden: in Onlineshops. Ihr Start-up Yook entwickelt für den E-Commerce Klimaschutz-Software, die den CO-Fußabdruck von Produkten ermittelt und einen Ausgleich direkt über den Warenkorb ermöglicht.

Klimaschutzaktivistin ist Varena Junge seit ihrem 15. Lebensjahr, die Blockade von Kohlekraftwerken und Atommeilern hat ihr ein paar Vorstrafen eingebracht. Sie prognostiziert: »CO-Daten sind bald die neuen Kalorienangaben. Sie werden von Kunden gefordert und auf jedem Produkt zu finden sein.«

Illustration: Konrad Adam Modrzejewski

»Bekannte, die eigentlich schon alles haben und nichts mehr brauchen, bekommen liebevoll selbst gezogene Ableger meiner Zimmerpflanzen.«

Chris Hanley, Afrika-Aktivist

Chris Hanley

Chris Hanley

Foto: Frank Molnar

Der Hollywood-Produzent mit Vergangenheit als Digitalmusikpionier verwirklicht seine Visionen in Indie-Filmen wie »The Virgin Suicides« sowie als Hobbyarchitekt gewagter Bauten wie des voll verspiegelten »Invisible House« im kalifornischen Joshua Tree. Von einem Zweitwohnsitz aus, der kenianischen Insel Lamu, engagierte sich der 71-Jährige zuletzt erfolgreich gegen den Plan chinesischer Investoren, dort ein Kohlekraftwerk zu bauen. Außerdem unterstützt er Filmschaffende im Sudan.

»Ich verschenke gern praktische Sachen wie das Gläserset mit Dekanter von Kitengela, einem vorbildlichen Handwerksbetrieb bei Nairobi

Sara Nuru, Sozialunternehmerin

Vor drei Jahren wurde Nuru vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zur Botschafterin für fairen Handel ernannt. 2016 hatte die gebürtige Erdingerin mit einer ihrer Schwestern bereits das Sozialunternehmen nuruCoffee und den Verein nuruWomen gegründet. Mit dem Verkauf von fair produziertem Kaffee ermöglichen sie Mikrokredite und Fortbildungen für Frauen in Äthiopien. Bereits seit 2009 engagiert sich die 32-Jährige für Karlheinz Böhms Hilfswerk »Menschen für Menschen«. 2012 wurde die erste von mittlerweile drei Sara-Nuru-Schulen in Äthiopien eröffnet.

»Ich finde ein nachhaltiges und selbst gemachtes Geschenk am schönsten. Zum Beispiel einen selbst gestrickten Schal oder einen schön kuscheligen Pullover, der mit Liebe gefertigt wurde und einzigartig ist. Ich stricke selbst gern, wenn ich die Zeit dazu finde.«

Nico Rosberg, Nachhaltigkeitsunternehmer

Nico Rosberg

Nico Rosberg

Foto: Tom Ziora

Wenige Tage nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2016 beendete der Formel-1-Rennfahrer nach zehn Jahren seine Karriere. Der 36-jährige Deutschfinne ist einer der Macher des Greentech Festivals in Berlin, das in diesem Jahr in London gastierte, und gründete das Rennteam RXR, mit dem er in der vollelektrischen Rennserie Extreme E antritt. Darüber hinaus hat er in fast 30 Start-ups aus dem Bereich Mobilität, Ernährung, Gesundheit und Bauwesen investiert, die alle nachhaltige Innovation vorantreiben. Zu seinem Team gehören 18 Mitarbeiter und externe Berater.

»Dieses Jahr verschenke ich Bäume mit Treedom. Bei dieser Initiative, die ich unterstütze, geht es um die nachhaltige Bepflanzung und Bewirtschaftung von Waldflächen. Seit Gründung des Unternehmens wurden bereits mehr als eine Million Bäume in Afrika, Lateinamerika, Asien und Europa gepflanzt. Diese Bäume bieten Kleinbauern vor Ort eine Lebensgrundlage, was mindestens ebenso wichtig ist wie der Umweltfaktor.«

Franka Frei, Menstruationsaktivistin

Die 26-jährige Autorin studiert Gender Studies an der Humboldt-Universität in Berlin und setzt sich mit dem Verein Periodensystem dafür ein, dass sich auch arme Frauen Tampons, Binden oder Slipeinlagen leisten können. Sie hält Vorträge über die politische Dimension der Periode, seit sich ihre Bachelorarbeit über die »Enttabuisierung der Menstruation in Gesellschaft und Medien« über soziale Netzwerke verbreitete. 2020 veröffentlichte sie bei Heyne das populärwissenschaftliche Sachbuch »Periode ist politisch«. In diesem Jahr erschien ihr Debütroman »Krötensex«. Sie arbeitet für Fernsehen, Radio sowie Zeitungen und Magazine und moderiert den Podcast »Tabufrei«.

»Schon als Kind habe ich mich beim Skatspiel mit meiner Familie gefragt, wieso Buben und Könige alte weiße Männer sind. Verkrustete Hierarchien raus aus den Köpfen! Es ist längst Zeit für ein Kartendeck, das für Wandel steht, wie das von Spielköpfe.«

Insa Thiele-Eich, Klimaforscherin

Die promovierte Meteorologin ist wissenschaftliche Koordinatorin am Meteorologischen Institut der Universität Bonn und betreibt Grundlagenforschung für optimierte Wetter- und Klimavorhersagen. Um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Erde zu untersuchen, ist die 38-Jährige weltweit unterwegs. Im Rahmen der Initiative »Die Astronautin« trainiert sie außerdem, um als erste deutsche Frau ins All zu fliegen. Auf ihrem viel besuchten TikTok-Account lässt die dreifache Mutter User und Userinnen am Training teilhaben und versucht, in der männerdominierten Branche ein Vorbild zu sein für junge Frauen.

»Ich verschenke gerne Gutscheine. Zum Beispiel für eine gemeinsame Kanutour auf der Sieg. Damit die Gutscheine auch wirklich eingelöst werden und nicht in der Schublade schlummern, schreibe ich direkt konkrete Terminvorschläge mit auf die Karte.«

Felix Neureuther, Gesundheitsförderer

Der ehemalige deutsche Skirennläufer und neunfache Deutsche Meister hat sich schon früh für diverse Bewegungsinitiativen für Kinder eingesetzt. 2014 gründete der Sohn von Rosi Mittermaier und Christian Neureuther gemeinsam mit der TU München sein eigenes Trainings- und Aktionsprogramm: »Beweg dich schlau! mit Felix Neureuther«. 2020 folgte die nach ihm benannte Stiftung. Der 37-Jährige nutzt die Erlöse aus Galas, Alben und Büchern für seine Bildungszwecke und versucht so, nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn seine Erfahrung als Profisportler an Kinder weiterzugeben.

»Eine Slackline ist ein super Geschenk, man kann Gleichgewicht, Körpergefühl und Konzentration trainieren – und die ganze Familie hat Spaß.«

Kristina Lunz, feministische Aktivistin

Die Mitbegründerin und Deutschland-Direktorin des Centre for Feminist Foreign Policy setzt sich für eine feministische Außenpolitik ein. Bis Januar 2020 beriet die 32-Jährige das Auswärtige Amt und baute für das Ministerium das Frauennetzwerk Unidas auf. Davor war sie Gender and Coordination Officer des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen in Myanmar. Für ihre Kampagnen und Initiativen (»Nein heißt Nein«) wurde Lunz mehrfach ausgezeichnet. Regelmäßig hält sie Vorträge über soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung, unter anderem im Europäischen Parlament. Sie hat Internationale Politik am University College London und Global Governance and Diplomacy an der Universität Oxford studiert.

»Ich denke beim Verschenken an lokale, von Frauen geführte Unternehmen. Zum Beispiel an den Schmuck von Tyla Lato oder Kleidung von Kala Berlin.«

Boyan Slat, Erfinder

Boyan Slat

Boyan Slat

Foto: The Ocean Cleanup

Als 18-Jähriger gründete der ehemalige Student der Luft- und Raumfahrttechnik 2013 »The Ocean Cleanup« – mit einer Handvoll Helfern, 300 Euro und einer Vision: die Weltmeere vom Plastikmüll zu befreien. Es gab Rückschläge und Kritik an der Effizienz des Unterfangens. Heute fängt seine Anlage selbst einen Millimeter große Mikroplastikteile ein. Bis 2040 will der Niederländer 90 Prozent des Plastiks aus den Meeren geholt haben. Weil große Teile des Mülls aus Flüssen ins Meer gespült werden, greift er nun auch dort an. Mithilfe von Solarschiffen will er die schmutzigsten Flüsse der Welt reinigen. Slat wurde unter anderem mit dem Champions of the Earth Award der Vereinten Nationen ausgezeichnet.

»Ich verschenke immer wieder ein Buch, das Hoffnung macht: ›Aufklärung jetzt. Für Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt. Eine Verteidigung‹ von Steven Pinker. Er ist Psychologe in Harvard und widerspricht dem weitverbreiteten Gefühl, dass alles immer schlechter wird. Er belegt seine These mit vielen Beispielen aus 200 Jahren Menschheitsgeschichte und verweist auf die Fortschritte, was Wohlstand, Gesundheit, Bildung und Frieden angeht. Ich denke, es ist wichtig zu sehen, dass wir in der Lage sind, Probleme zu lösen. Das hilft uns weiterzukämpfen.«

Julia Watson, Innovationsdesignerin

Die 43-jährige Australierin leitet in New York ein nach ihr benanntes Designstudio an der Schnittstelle von Anthropologie, Ökologie und Innovation. Sie berät Unternehmen in Nachhaltigkeitsfragen und unterrichtet Städteplanung in Harvard sowie an der Columbia University in New York. Die von ihr mitgegründete Designbewegung Lo-Tek prangert die Entfremdung moderner Industriegesellschaften von der Natur an und plädiert für ein Umdenken: Über Jahrtausende bewährte Praktiken indigener Völker seien keineswegs rückständig, sondern lieferten vielmehr Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel. In ihrem Buch »Lo-Tek« liefert sie Beispiele, wie indigene Kulturen ihre Umwelt verstehen und welche Techniken sie nutzen, um sich zu ernähren, Wasser aufzubereiten und Gebäude zu errichten.

Illustration: Konrad Adam Modrzejewski

»Ich schenke meinen Lieben in diesem Jahr wieder Schmuck und Kunsthandwerk von meinen Reisen zu indigenen Völkern: Rosenkranzperlen aus der heiligen Stadt Varanasi in Indien und tibetische Gebetsperlen von den Märkten in Lhasa.«

August Bard-Bringéus und Jakob Dworsky, Modevordenker

Bard-Bringéus, 32, und Dworsky, 33, lernten sich an der Stockholm School of Economics kennen und gründeten nach Stationen bei Boston Consulting beziehungsweise Rocket Internet ihr Modelabel Asket, das sich mit nachhaltigen Basics wie weißen T-Shirts gegen schnellen Konsum wendet.

»Wir schlagen vor, Erfahrungen zu verschenken, die bereichern: Ein Handwerkskurs, in dem man lernt, einen Trockenblumenkranz zu binden, ist beispielsweise eine gute Alternative zu einem klassischen materiellen Geschenk.«

Natascha von Hirschhausen, Designerin

Als »radical mindful premium fashion« bezeichnet die 31-Jährige die Mode ihres 2016 gegründeten gleichnamigen Labels. Vor allem ihr Zero-Waste-Ansatz ist revolutionär: Durch optimierte Schnittmuster bleiben bei der Fertigung der Kleider, Blazer und Hosen aus organischer fairer Baumwolle in einer Berliner Manufaktur statt der üblichen 20 Prozent weniger als ein Prozent des Stoffs übrig. 2017 erhielt Hirschhausen den Bundespreis Ecodesign, die höchste staatliche Auszeichnung für ökologisches Design in Deutschland. Inzwischen produziert die Absolventin der Kunsthochschule Weißensee auch fairen Schmuck aus recyceltem Silber.

»Ich habe das Moor-Lavendel-Körperöl von Dr. Hauschka vor einigen Jahren zu Weihnachten geschenkt bekommen. Ich habe es immer wieder nachgekauft. Jetzt verschenke ich es selbst an gute Freundinnen.«

Karsten Bleymehl, Materialscout

Karsten Bleymehl

Karsten Bleymehl

Foto: privat

Der gelernte Industriemechaniker und Produktdesigner hat erkannt, dass Kleidung aus Biobaumwolle, Kaffeekapseln aus biologisch abbaubaren Holz-Kunststoffen und Einweggeschirr aus Maisstärke das globale Rohstoff- und Abfallproblem nicht beseitigen. Auch deshalb treibt der 46-Jährige mit seiner Firma »The Circular Materials« die Kreislaufwirtschaft voran. Beispiele: Seifenboxen aus recycelten Shampooflaschen und die ersten Kleiderbügel aus Alttextilien, beides für internationale Kunden.

»Der Hoodie des finnischen Labels Pure Waste wird zu 100 Prozent aus recycelten Materialien produziert. Und chic ist er auch noch.«

Orin Hardy, Nachhaltigkeitsaktivist

Orin Hardy

Orin Hardy

Foto: privat

Der 33-jährige Amerikaner lebt seit Kindheitstagen auf Bali. Er ist Gründer von »Bamboo U«, einer Initiative zur Förderung von Bambus als nachhaltigem Baumaterial, und einer Biofarm auf der indonesischen Insel. Der studierte Umweltforscher hält weltweit Vorträge und propagiert das Leben im Einklang mit der Natur. Er ist Botschafter und Gesicht des neuen Herrenduftes Kenzo Homme EDT Intense.

Illustration: Konrad Adam Modrzejewski

»Als Kind wollte ich anderen Geschenke machen, um ihnen meine Liebe zu zeigen. Mein Eindruck heute als Erwachsener ist, dass dieses ursprüngliche Bedürfnis in den Hintergrund rückt. Stattdessen gehen wir los und kaufen ein Produkt, um unsere Liebe zu zeigen. Ich schlage vor, stattdessen zum Beispiel einen Töpferkurs zu verschenken. Dann kreiert man etwas zusammen, lernt gemeinsam und hat Zeit mit- und füreinander verbracht.«

Sina Hanke, Tierschützerin

Sina Hanke

Sina Hanke

Foto: privat

Hauptberuflich arbeitet die 33-jährige Biologin beim Hamburger Tierschutzverein, privat kämpft sie gegen illegale Welpenhändler. Neben Waffen- und Drogenhandel gilt das Geschäft mit den Hundebabys als besonders lukrativ. Die Tiere werden über Ebay angeboten , verantwortungs- oder ahnungslose Käufer zahlen über tausend Euro. Mit einer Kollegin initiiert Sina Hanke immer wieder Fakekäufe unter Polizeischutz. Im Frühjahr wurde einer der Festgenommenen wegen Betrugs und Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren ohne Bewährung verurteilt.

»Ich verschenke Taschen, die auf Fuerteventura aus zurückgelassenen Luftmatratzen und Pooltieren hergestellt werden. Sie sind federleicht, logischerweise wasserfest – und nachhaltig.«

Jochen Smuda, Nachhaltigkeitsunternehmer

Der 40-Jährige aus dem Allgäu gründete Ucon Acrobatics bereits als Schüler zusammen mit dem Produktdesigner Martin Fussenegger. 20 Jahre ist das her. Das Label stellte zunächst Streetwear her, später vor allem Rucksäcke und Taschen – von Anfang an nach nachhaltigen Kriterien. Die Maxime des Unternehmens lautet: »Für die Produkte soll kein Mensch, kein Tier und auch nicht die Umwelt leiden.« Ucon Acrobatics war eine der ersten deutschen Marken, die Accessoires aus recyceltem PET produzierten.

»Das in Deutschland gefertigte Besteck aus der Kollaboration von Philipp Bree mit seiner Marke PB 0110 und Mono ist ein fantastisches Geschenk. Ich benutze es selbst gerne bei Picknicks mit meiner Familie.«

Illustration: Konrad Adam Modrzejewski

Sebastian Stricker, Sozialunternehmer

Der promovierte Politikwissenschaftler, 39, arbeitete zunächst für eine Unternehmensberatung, später für die Clinton-Stiftung und das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen in Tansania und Westafrika. 2017 gründete er die Social-Impact-Marke »Share«. Der Verkaufspreis jedes Share-Produkts beinhaltet eine Spende – ein QR-Code auf der Packung verrät, an welches soziale Projekt das Geld geht. Durch den Verkauf von Nussriegeln, Wasser oder Seife über Partner wie Rewe, Deutsche Bahn oder Ikea wurden schon mehr als 15 Millionen Mahlzeiten gespendet und 172 Brunnen in Afrika und Asien finanziert.

»Ich verschenke Apple Airtags, da ich ganz sicher nicht der einzige Mensch bin, der regelmäßig seine Schlüssel verlegt.«

Leonie Bremer, Klimaaktivistin

Leonie Bremer

Leonie Bremer

Foto: Robert Rieger

Die 24-Jährige studierte »Environment and Energy« an der Hochschule Rhein-Waal und macht derzeit ihren Master im Studiengang Erneuerbare Energien an der Technischen Hochschule Köln. Bremer ist eine der bekanntesten Sprecherinnen der Klimaschutzbewegung Fridays for Future. Neben der Pressearbeit beteiligt sie sich an Kampagnen der Bewegung und Protesten anderer Klimaaktivistinnen.

»Ich möchte das Buch ›Kolonialismus & Klimakrise – Über 500 Jahre Widerstand‹ verschenken. Für einen Systemwandel müssen wir die Geschichte verstehen, die zur Krise geführt hat. Ich selbst wünsche mir, dass meine Freunde und Freundinnen und meine Familie klimastreiken gehen.«

Gülsün Karamustafa, politische Künstlerin

Gülsün Karamustafa, politische Künstlerin

Gülsün Karamustafa, politische Künstlerin

Foto: Muhsin Akguen

Die 75-Jährige zählt zu den bedeutendsten Kunstschaffenden der Türkei. Ihre vielfach preisgekrönten Werke werden etwa in den Sammlungen der Tate Modern London und des Guggenheim-Museums in New York gezeigt. Karamustafas Werk beschäftigt sich seit den Neunzigerjahren mit Themen wie Migration, Feminismus oder Gender. Zudem setzt sie sich mit dem westlichen Blick auf die Länder des Nahen Ostens in Form von Malerei, Performance, Installation und Film auseinander. Sie gilt als eine der künstlerisch prägendsten türkischen Stimmen unserer Zeit und wurde in diesem Jahr mit dem bedeutenden europäischen Kunstpreis der Roswitha Haftmann Stiftung ausgezeichnet.

»Dieses Jahr werde ich meinen fünfjährigen Zwillingsenkeltöchtern einen selbst gemachten Film schenken. Er trägt den Titel ›What a Child Remembers‹ – was ein Kind erinnert. Dafür scanne ich Fotos unserer Familie von den 1920er-Jahren bis zu meiner Kindheit ein. In einer Welt, in der so schnell vergessen wird, sind meine Erinnerungen hoffentlich ein bedeutendes Geschenk für sie. Ich möchte den Film auch in meiner neuen Ausstellung in Eindhoven zeigen.«

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