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Sarah Jessica Parker Carries neue Kleider

aus DER SPIEGEL 32/2021

Wie alle guten Kunstfiguren führte Carrie Bradshaw, die Heldin der über 20 Jahre alten Serie »Sex and the City«, ein Eigenleben: Fans empfanden sie als echten Menschen. Ihre Sorgen, Freuden, Vorlieben wurden genau beobachtet, geteilt und kommentiert. Vor allem ihre Garderobe, ihr Stil, ihre Schuhleidenschaft waren immer Ausdruck von Carries Persönlichkeit und Anlass für Bewunderung, Inspiration, manchmal Neid. Jetzt erlebt die von Sarah Jessica Parker, 56, dargestellte modebewusste New Yorkerin ein Comeback in der Serienwiederaufnahme »And Just Like That« – und sorgt für eine neue Art der Aufregung wegen des Inhalts ihres Kleiderschranks. Ein Foto von den Dreharbeiten zeigt Carrie in einem Kleid, das von einer Billigmarke stammen soll. »Skandal«, titelte die »Vogue«, die beobachtet haben will, dass Fans »tief bestürzt« über diese Entdeckung gewesen seien. Zwar kombinierte Carrie das Maxikleid mit teuren Accessoires. Aber die Frage, warum die Frau mit Designer-Obsession so ein Kleid wählte, bewege Carrie-Jüngerinnen tief, glaubt die »Vogue«. Ist sie endgültig pleite? Ist sie überhaupt noch die alte Carrie? Oder sollte das Kleiderbudget für die Kolumnistin, die ständig deutlich über ihre Verhältnisse lebt, endlich realistischer scheinen? Ästhetisch überzeugte das Outfit tatsächlich eher nicht. Und auch ethisch kann Carries Wahl eines sogenannten Fast-Fashion-Produkts infrage gestellt werden. Für die Modebranche sind Nachhaltigkeit und Arbeitsbedingungen von Textilarbeiterinnen und -arbeitern ein Riesenthema.

KS
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